10 Jahre Lausitz Dynamics: „Es schweißt zusammen“

Seit 2008 forschen bei Lausitz Dynamics Studierende der BTU Cottbus-Senftenberg an der Elek-tromobilität. Ihr jährliches Highlight: der Shell Eco-Marathon, bei dem sich alles um die Frage dreht, wie weit ein Fahrzeug mit nur einem Liter Kraftstoff fahren kann. Der vergangene Marathon fand vom 5. bis 8. Juli 2018 in London statt. Diesmal trat Lausitz Dynamics mit ihrem „Mammut“ an. Leider reichte es nicht für einen gültigen Wertungslauf. Wie wir im Interview mit Peter Laube erfuhren, konnten sie dennoch wichtige Erkenntnisse sammeln und als Team zusammenwachsen.

Was waren eure schönsten Erlebnisse in zehn Jahren Lausitz Dynamics?

Jedes Teammitglied hat individuelle „schönste Erlebnisse“ und auch „herbste Rückschläge“, jedoch kann man sagen, dass die Momente, wenn unsere Leichtlaufmobile beim Shell Eco-Marathon auf der Rennstrecke gefahren sind und wir die technische Abnahme absolviert haben, immer die schönsten waren. In diesem Jahr war der schönste Moment jener, als unser Mammut in London nach der technischen Abnahme auf die Rennstrecke durfte.

Wie groß ist die Enttäuschung, nachdem ihr in London keinen gültigen Wertungslauf durchführen konntet – und konntet ihr dem ganzen dennoch etwas Positives abgewinnen?

Die Enttäuschung sitzt uns natürlich in den Knochen, gerade da die Fertigungsphase in den Wochen vor dem Marathon sehr intensiv und fordernd für alle Teammitglieder war. Aber wir blicken positiv in die Zukunft. Wir sind als Team auch stolz, dass wir so weit gekommen sind – vor allem, weil unser Weg in der letzten Phase der Vorbereitung besonders steinig war. London hat uns Schwächen an unserer Fahrzeugkonstruktion aufgezeigt und somit haben wir Ansätze für das kommende Jahr. Scheitern gehört nun mal zum Optimierungsprozess. Wichtig ist es, jetzt am Ball zu bleiben und die Schwachstellen anzugehen.

Welche Aufgaben stehen bis zum nächsten Jahr vor euch und was ist euer Ziel für den Shell Eco Marathon 2019?

Primär ist die Aufgabe bis zum Wettbewerb natürlich die weitere Optimierung des Fahrzeugs. Zudem werden unser Zugpferd Daniel Britz sowie weitere Masterstudenten bald ihr Studium beenden und dem Team nur noch begrenzt zur Verfügung stehen. Wir sind demnach besonders jetzt auf der Suche nach motivierten „Nachwuchskräften“, um unser Team zu verstärken.

Bei Lausitz Dynamics könnt ihr die theoretischen Studieninhalte in der Praxis anwenden. Profitiert ihr davon?

Ja definitiv. Vorlesungen sind nun mal reine Theorie. Die ist wichtig, aber spannend wird sie erst durch ihre praktischen Einsatzgebiete. Ich würde nicht so weit gehen und sagen, dass die Arbeit an dem Fahrzeug die Mathenoten verbessert, aber dafür lernt man, technische Probleme am Fahrzeug anzugehen, handwerkliches Geschick, Teamarbeit und Projektorganisation. Fähigkeiten, die im Hörsaal kaum ausbildet werden.

Macht ihr auch abseits des Tüftelns und Schraubens in eurer Freizeit was zusammen?

Neben dem Entwickeln, Konstruieren und Fertigen verbringen wir auch unsere Freizeit gemeinsam. Wenn es ein längerer Tag ist, wird nach dem Feierabend gegrillt, geplaudert und getrunken. Ein Projekt dieser Art schweißt eben nicht nur Metalle zusammen, sondern auch Menschen. Innerhalb des Teams entstehen und entstanden sehr freundschaftliche Gefüge. Nach intensiven Phasen der Arbeit wird auch mal Bowlen gegangen, der Kletterwald heimgesucht oder eine Kahnfahrt im Spreewald unternommen. Auch Teammitglieder, die nun in der Berufswelt sind, kommen uns besuchen und/oder helfen, wenn wir in der heißen Phase sind. Wir sind ein Team, in- und außerhalb der Werkstatt.

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