iBOB: Ausbildung zum Anfassen

Kim Häntsch beginnt ihr Arbeitsleben mit Menschen, die ihr eigenes schon beendet haben – sie wird in der Altenpflege ausgebildet. Für die Bewohner ihres Hauses da zu sein und sie auf ihrem letzten Lebensabschnitt zu begleiten, erfüllt sie mit Freude – manchmal auch mit Wehmut. Das Gesicht der 19-Jährigen ist auf dem Plakat zur diesjährigen iBOB zu sehen, die am 2.11. von 10 bis 15 Uhr in der Stadthalle Cottbus stattfindet. Dort bekommen Jugendliche und junge Erwachsene von ca. 100 Unternehmen Karriereperspektiven in unserer Region vorgestellt. Wir interviewten Kim rund um ihr Berufsbild.

Wie bist du auf die Idee gekommen, in die Altenpflege zu gehen?

Bei meinem ersten Schülerpraktikum bin ich mit einer Freundin mitgegangen und es hat mir sofort gefallen. In der 8. Klasse hatten wir dann an der Sachsendorfer Oberschule jeden Mittwoch einen Praxistag, da war ich ein ganzes Jahr in der Altenpflege. Dann habe ich bei Medicus erstmal die einjährige Ausbildung zur Altenpflegehelferin absolviert, um den Beruf in allen Bereichen kennenzulernen.

Und jetzt bist Du schon im 2. Lehrjahr Altenpflegerin, wie läuft es denn?

Wirklich sehr gut! Ich fühle mich richtig wohl dort. Von den Kollegen und Pflegefachkräften wurde ich herzlich aufgenommen. Bei den Bewohnern hat es ein kleines Weilchen gedauert. Manche waren erstmal skeptisch, ob ich für die Pflege nicht zu jung und schwach bin. Deren Vertrauen konnte ich aber nach kurzer Zeit gewinnen und – jetzt freuen sich die Bewohner über die junge und nette Kollegin und begrüßen mich immer herzlich. Ich bin in alle Aufgaben ganz vollwertig mit eingebunden.

Warum ist es jetzt gerade für Dich die Altenpflege?

Viele junge Menschen haben ganz andere Wünsche … Ich möchte für die Bewohner da sein, für sie sorgen und auf dem letzten Lebensabschnitt begleiten. Viele haben ein arbeitsreiches Leben hinter sich, sich um die Familie gekümmert und sind jetzt oft am Lebensende einsam und allein. Sie haben Wertschätzung und Respekt verdient, auch wenn Sie Hilfe und Unterstützung benötigen. Gern nehme ich mir auch in meiner Freizeit Zeit für die Bewohner, komme mit Kuchen vorbei und höre zu. Die große Dankbarkeit und Freude, die ich zurückbekomme, kann man gar nicht beschreiben. Das ist einfach sehr erfüllend und bestätigt mich in meiner Berufswahl.

Wie gehst Du mit dem Thema Sterben um?

Das ist natürlich ein wichtiges Thema in unserer Ausbildung. Mit dem Sterbeprozess beschäftigen wir uns auch intensiv in der Fachschule und bei Fortbildungen. Ich möchte die Menschen bei dieser letzten Reise begleiten, für Sie da sein, ihnen beistehen, Ängsten begegnen, die Hand halten und einfach beruhigen. Das ist nicht immer einfach und der Tod wird niemals alltäglich oder zur Routine werden, aber ich kann damit umgehen und ihn als Teil des Lebens akzeptieren. Wichtig ist für mich darüber zu reden, mich auszutauschen. Und wenn ich die Tür des Pflegeheims schließe, lasse ich alles hinter mir und schalte einfach ab. Das gelingt mir ganz gut.

Du bist das diesjährige Gesicht der iBOB, wie findest Du das?

Ich bin mega stolz darauf, für meinen Beruf der Altenpflegerin auf dem Plakat „Gesicht zu zeigen“. Ich möchte mich für meinen Beruf einsetzen und zeigen, dass er viel mehr bedeutet, als nur routinemäßig täglich anfallende Pflegeaufgaben abzuarbeiten. Und ich möchte anderen jungen Menschen Mut machen. Es lohnt sich, in diesen Beruf reinzuschauen und einfach ein Praktikum zu machen, um die Arbeit besser kennenzulernen. Ihr könnt mich übrigens am Stand von Medicus treffen. Dann gibt’s noch mehr Informationen aus meinem Azubialltag. BennyJob, der Cottbuser YouTuber, kommt mich ebenfalls besuchen und wir drehen einen Film bei uns im Altenpflegeheim. So gibt es bald noch bessere Einblicke aus meiner Ausbildung und BennyJob darf mich unterstützen.

Warum lohnt sich ein Besuch der iBOB?

Ich war als Schülerin auch schon Besucherin der iBOB. Hier bekommt man an einem Tag Einblicke in ganz viele verschiedene Berufe bei fast 100 Ausstellern. Außerdem kann man ganz viel selber ausprobieren und austesten. Viele Betriebe bringen ihre Azubis mit – so erfährt man vieles aus erster Hand zu Praktikum, Ausbildung und dualem Studium. Außerdem ist BennyJob wieder vor Ort und filmt auf der Messe. Im letzten Jahr hatte er eine Challenge an den Mitmachstationen gedreht. Hier ist der Link. Es lohnt sich in jedem Fall.

2.000 Ausbildungsplätze an einem Ort

Der Ausbildungsmarkt zeigt sich auf der iBOB 2019 wieder von seiner vielfältigsten Seite – und das bei freiem Eintritt! Ca. 100 regionale Unternehmen stellen sich vor und präsentieren aus nahezu allen Berufsbereichen Ausbildungsangebote zum Anfassen, Mitmachen und Ausprobieren. Die Besucher erwartet ein buntes Angebot rund um die Themen Berufsorientierung und Ausbildung:

  • 2.000 aktuelle Ausbildungsplätze
  • professionelle Beratung zu Ausbildung und Berufswahl
  • Bewerbungsmappen-Check
  • viele Probierstationen aus der Berufspraxis
  • am Stand der Agentur für Arbeit Berufe mit VR Brillen erleben
  • Vorträge zu Bewerbung und dualem Studium
  • YouTuber BennyJob dreht vor Ort

Es lohnt sich, Bewerbungsunterlagen mitzubringen und direkt bei den Unternehmen zu platzieren.

2.11. | 10-15 Uhr | Stadthalle Cottbus
www.ibob-cottbus.de