Der Rückkehrer, der Kantine neu denkt

Wenn plötzlich alles ganz schnell geht: Tony Blankschein arbeitete nach seiner Kochausbildung in Cottbus zehn Jahre in einem renommierten Restaurant in Österreich, bis ihn das Heimweh packte. Deshalb kehrte er 2015 in die Lausitz zurück, um in einer Großküche zu arbeiten. Vom bloßen Essen-Erwärmen fühlte er sich jedoch schnell unterfordert und so wuchs in ihm der Traum der Selbstständigkeit heran. 2018 stieß er dann auf eine Ausschreibung: Eine Kantine im Cottbuser Norden suchte einen neuen Betreiber. Das Problem: Die Bewerbungsfrist lief in nur drei Wochen ab. Wie er den Weg zur eigenen Kantine dennoch meisterte und welche täglichen Herausforderungen Toni nun erwarten, erzählte er uns im Interview.

Wie hast du es geschafft, innerhalb von drei Wochen das Konzept für deine Kantine auf die Beine zu stellen?

Tatsächlich musste in kürzester Zeit ein Konzept her, um eine aussagekräftige Bewerbung einzureichen. Ich brauchte Unterstützung und die fand ich bei der Zukunft Lausitz!

Inwiefern hat dir die Zusammenarbeit mit der Zukunft Lausitz auf deinem Weg geholfen?

Um es vorweg zu nehmen: ich weiß nicht, ob ich die Ausschreibung ohne der Hilfe der Zukunft Lausitz zu meinen Gunsten hätte entscheiden können. Insbesondere sei die Hilfe von Herrn Dr. Guttke erwähnt, der mir mit Rat und Tat im Einzelcoaching zur Seite stand. Mit ihm gelang es mir, ein schlüssiges Konzept zur Übernahme der Kantine zu entwerfen. Zudem wurden mir alle relevanten Gänge zu Ämtern und Behörden aufgezeigt – vielen Dank nochmal dafür!

Was dürfen Gäste erwarten, wenn Sie in deine Kantine kommen?

Es ist mir wichtig, dass ich meine Kreativität als Koch in meiner Kantine weiterhin ausleben kann. Deshalb habe ich aus der Zeit in Österreich einige Highlights mitgebracht, die auf der Speisekarte landen. Bei mir soll es kein standardisiertes Kantinenessen geben – stattdessen kommt immer etwas Frisches auf den Teller! So kann man bei mir auch schon mal selbstgeklopfte Schnitzel oder ein selbstgemachtes Gemüsecurry erwarten. Darüber hinaus biete ich immer ein vegetarisches Gericht an. Ach ja, und als Vor- und Nachspeise gibt es auch schon mal eine selbstgemachte Tagessuppe oder einen Kuchen.

Im Übrigen kann man bei mir das Essen auch mit nach Hause oder zum Arbeitsplatz nehmen. Die Besonderheit ist dabei jedoch, dass es bei mir nur Mehrweggeschirr gibt, welches gegen eine Pfandgebühr mitgenommen werden kann und beim nächsten Mal einfach wieder abgegeben wird. Ich will damit ein Zeichen gegen den Plastikwahnsinn setzen!

Du stemmst die Kantine komplett allein – ein richtiges One-Man-Projekt! Beschreibe doch mal einen Tag in der Kantine.

Ab 6 Uhr beginnt für mich der Tag mit der Vorbereitung des Frühstücks: Es müssen Brötchen geschmiert, Kaffee gekocht und die Vitrine hergerichtet werden! Punkt 7 Uhr öffnen die Pforten für den Verkauf und parallel in den Ruhepausen bereite ich das Essen für den Mittagstisch zu. Alles eine Sache des Timings, das passt bisher ganz gut. Es bleibt zwar nicht aus, dass es an den ein oder anderen Tagen auch mal stressig zugeht. Aber das ist alles positiver Stress, der mich glücklich macht und den ich mir genauso gewünscht habe. Wer kann das schon von sich behaupten?

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