Antaris 2017: dem Regen zum Trotz...

Vom 30. Juni bis 3. Juli landete im brandenburgischen Stölln zum nunmehr 23. Mal das Antaris-Ufo auf der Erde. Die Antaris zählt zu den ältesten Trance-Festivals der Welt und hatte an diesem Wochenende auf dem Otto-Lilienthal-Flugplatz mit Unwetterwarnungen und Dauerregen zu kämpfen. Dies tat der guten Stimmung der vielen tausend Gäste aus aller Welt aber keinen Abbruch, und der Acker rund um den ältesten Flugplatz der Welt wurde wieder ein Wochenende lang von fröhlich stampfenden Goanauten bearbeitet.

Ein Rundgang über das Festivalgelände offenbarte schnell, was die Antaris schon in den vergangenen Jahren so besonders gemacht hat: Der abgefahrene Mainfloor, eben liebevoll „Antaris-Raumschiff“ genannt, lässt einen buchstäblich abheben und die Welt um einen herum vergessen. Das 8-Punkt-Beschallungssystem knetete die Gäste ordentlich durch und beamte einen spätestens unter dem Kommando des Special Guest-Acts „Quadrasonic“ auf einen anderen Planeten. Die spektakuläre Lasershow arbeitete sich mit majestätischen Lichtstrahlen durch den Raum und verzauberte die „Antarianer“ genauso, wie das Videomapping, das Gemälde an der Bühne in Kurzfilme verwandelte. Internationale Headliner mit interessanten Gadgets wie einer Laser-Harfe rundeten das Erlebnis ab.

Auch abseits der Bühnen offenbarten sich einem viele, liebevolle Details – ob nun aufwändig in Handarbeit gefertigte Statuen und Kunstobjekte oder heimelige, psychedelische Buden und Shops, die zum Schlendern und Verweilen einluden. Sogar Vorträge und Buchlesungen wurden angeboten, und in Yoga- und Meditationskursen konnte man etwas für Körper und Seele tun. Die Feinarbeit war überall zu spüren und im Vergleich zum schon fantastischen Event im Vorjahr konnten die Betreiber nochmal eine Schippe draufpacken.

Und das Wetter? Unwetterwarnungen am Mittwoch und anhaltende Regenfälle bis zum Sonntagnachmittag hätten durchaus dem ein oder anderen Gast die Laune vermiesen können. Dem war jedoch nicht so, stattdessen hatten die „Antarianer“ viele kreative Ideen, um dem Regen zu trotzen: Gummistiefel wurden zum Mode-Standard, andere stülpten sich Mülltüten über den Körper oder die Füße und die Hartgesottenen tanzten einfach barfuß im Schlamm. Statt über das schlechte Wetter zu jammern, raufte sich die große Festivalgemeinschaft also noch mehr zusammen und auch die Anwohner und freiwilligen Feuerwehren aus dem Umland packten mit an, indem sie die tiefen Reifenspuren auf dem Campingplatz mit Traktoren und Walzen plätteten und Stroh verteilten. Wie sich im Nachhinein zeigte, hatte das kühle Nass auch insofern etwas Gutes, dass nur etwa halb so viele Rettungseinsätze wie im vergangenen Jahr durchgeführt werden mussten. Die Gemüter überhitzten nicht so schnell und kaum jemand erlitt Kreislaufprobleme. Und am Montag – das Festival endete erst an diesem Abend – kam mit der Sonne dann auch endlich etwas Sommer-Feeling auf.

Unterm Strich war der viertägige Flug mit dem Antaris-Raumschiff wieder alle Kosten und Mühen wert. Die Antaris ist eine Reise in ein farbenfrohes Paralleluniversum, in dem Krieg und Hass nicht existieren, Menschen aller Hautfarben und Religionen willkommen sind und wo schlechte Umstände wie der Dauerregen die Menschen nur noch mehr vereint – kurzum: ein Ort, an dem die Welt einfach in Ordnung ist. Und so freut sich das lauter-Team schon auf den nächsten Sommer, wenn es vom 13.-16. Juli wieder heißt: „Laugh & Dance – It’s for your eyes, ears and your heart!“

13.-16.7.2018 | Otto-Lilienthal-Flugplatz Stölln

www.antaris-project.com