„Und was drückst du auf der Bank?“

Wettbewerbe zählen laut ISPO 2019 zu den 9 größten Fitnesstrends. Der kompetetive Grundgedanke ist an sich ein guter Motivator und Bestandteil der meisten Sportarten. Doch hat es wirklich Sinn, sich im Fitnessbereich mit anderen Athleten zu messen?

Als Amateur ist es wunderbar, Vorbilder zu haben, denen man nacheifern kann. Das gilt natürlich auch im Fitnessstudio, in der Crossfitbox oder im Sportpark. Fitnesstraining bedeutet, sich für die eigene Gesundheit, das eigene Aussehen oder die sportlichen Leistungen den Arsch aufzureißen. Subjektive Aspekte wie Gesundheit und Aussehen zu messen, ist nur schwer möglich. Also ergibt auch der Vergleich mit anderen Sportlern nur wenig Sinn. Trotzdem hat sich doch jeder schon einmal erwischt, wie er oder sie neidisch auf die Form oder die sportliche Leistung einer anderen Person geschaut hat.

Das Problem dabei: Aus dem Vergleich zu anderen Menschen bezieht man keine langfristige Motivation. In der Psychologie gibt es zwei verschiedene Leistungsmotivatoren. Also zwei Antriebe, die uns dazu bringen, Vollgas zu geben. Der erste Antrieb ist, besser als andere zu sein – Motivation aus Wettbewerb. Der zweite Antrieb ist, besser als gestern zu sein – Motivation aus sich selbst.

Personen, die ihre Motivaion aus dem ersten Antrieb ziehen, sind so lange gepusht, bis der Wettbewerb nicht mehr vorhanden ist. Beispiel: Zwei Freunde, Daniel und Micha konkurrieren seit mehreren Jahren darum, wer mehr Gewicht auf der Bank drückt. Daniel verletzt sich schwer und hängt den Kraftsport an den Nagel. Plötzlich gibt es keine Wettbewerbssituation mehr. Michas Motivation flacht ab und er verliert schnell die Lust am Sport.

Der zweite Antrieb schlägt den ersten um Längen, da die Motivation hier nicht von anderen Personen abhängig ist. So vergeht die Lust auch über einen langen Zeitraum nicht – und wie wir alle wissen, ist Fitness eine langfristige Angelegenheit. Zweimal eine Hantel bewegen und direkt einen dicken Oberarm bekommen, funktioniert nunmal leider nicht. Aus diesem Grund sollten wir versuchen, unsere Motivation aus dem Wille zur eigenen Verbesserung zu beziehen, ganz nach dem Motto:

„Versuch nicht besser als Andere zu sein, sondern besser als gestern!“

Instagram: paul.wolle