Was macht einen richtigen Gewinner aus?

Was macht einen richtigen Gewinner aus?

Immer wieder liest und hört man von Siegertypen und „Siegergenen“. Doch eine konkrete Vorstellung dessen, was einen ultimativen Gewinner ausmacht, hat man deswegen immer noch nicht. Ob man sich Erfolge durch harte Arbeit sprichwörtlich verdienen kann, oder ob am Schluss doch einfach nur das Glück eine Rolle spielt, scheint sehr schwer zu erklären. Natürlich gibt es Wissenschaftler, die genau beschreiben können, was es braucht, damit Glückshormone wie Endorphine oder Dopamin so richtig aus dem Körper sprudeln. Doch unter Studenten oder Sportlern fragt sich so manch einer und so manch eine, warum andere Menschen so viel erfolgreicher sind und was da wohl dahinterstecken mag.

Gewinnen ist kein Talent

Das mit dem „Siegergen“ lässt sich recht einfach absprechen. Zu viele vermeintlich untalentierte Sportler haben es beispielsweise schon zu riesig großen Erfolgen gebracht. Denn gerade im Sport lässt sich das Auge der Beobachter sehr oft von der Ästhetik verleiten. Beim Tennis wird dies besonders augenfällig – immer wieder schaffen es vermeintlich mit nur wenig Potenzial gesegnete Profis ganz an die Spitze oder zumindest in deren Nähe.

1Quelle: Pexels / pixabay.com

Mit Brad Gilbert hat einer dieser Spieler in den 1990er-Jahren ein Buch verfasst, das vielen hart Arbeitenden unter den Sportlern Mut machen sollte. Zusammen mit Steve Jamison beschrieb er, wie sich wesentliche Dinge im Sport ganz einfach im eigenen Kopf abspielen, während andere Sportler davon besessen sind, dass die gesamte Wahrheit auf dem Platz liegt. Die beiden Schriftsteller gehen darauf ein, was man besser machen kann, um sich in der Umgebung wohl zu fühlen, die speziell im professionellen Bereich von riesigem Interesse seitens des Publikums und auch der Medien geprägt ist.

„Winning Ugly“ nennt sich das Buch  – doch es beschreibt entgegen aller Annahmen keine fiesen Tricks, mit denen man seinem Gegenüber auf dem Platz übel mitspielen könnte. Stattdessen geht es im Buch wie bereits angedeutet darum, für sich selbst eine Atmosphäre zu schaffen, in der man Selbstvertrauen tanken kann. Es ist kein Geheimnis, dass nur mit intaktem Selbstvertrauen sich eine hohe Gewinnchance auch tatsächlich wahrnehmen lassen kann. Dies gilt im Sport ebenso  wie in vielen Bereichen des Lebens.  

Gewinnen lernen - und Verlieren ebenso

Auf das Glücksspiel bezogen ist Edward O. Thorpe einer der ultimativen Fachleute. Mit „Beat the Dealer“ brachte er im Jahr 1962 ein absolutes Standardwerk für Blackjack auf den Markt. Ein paar Jahre später, im Jahr 1987, erschien das Buch auch in deutscher Sprache. Dieses kam sowohl bei fortgeschrittenen Spielern als auch Anfängern gut an. Dennoch wandte sich Thorpe später mehr in Richtung Finanzen und brachte sein Wissen dort auf den Märkten ein. Bei allem Erfolg, den Thorpe mit seiner Methodik hatte, gilt es dennoch zu beachten, dass er damit eine wichtige Komponente des Glücksspiels nicht überlisten konnte - den Zufall. Optimisten verlassen sich dabei viel lieber bewusst auf eine Auszahlungsquote von 96 % oder höher als auf den Hausvorteil, der komplementär dazu steht. Zwar sagen beide Werte letztlich dasselbe aus, aber wer sich immerhin die Chance auf den Gewinn gibt, hat vielleicht im richtigen Moment das bessere Gespür für die eine oder andere Runde mehr oder weniger bei den Spielautomaten.

Wie man sich in einem Casino gegenüber dem Haus einen Vorteil verschafft, ist ein Thema, das schon etliche Spieler und Analytiker beschäftigt hat. In der Tat ist es auch eine Art Katz und Maus, was zwischen gewieften Spielern und profitorientierten Casino-Betreibern stattfindet. Der auch für „Milliardär per Zufall“ bekannte Ben Mezrich versuchte dies in „Bringing down the House“ den interessierten Lesern zu erklären. So geht Mezrich darauf ein, wie die Betreiber der Casinos ihre Kunden praktisch ständig beobachten, damit diese keine unlauteren Dinge vollbringen können. Er begleitet in seinem Buch aber auch eine Gruppe von erfolgreichen Studenten vom MIT in Boston, die es in Las Vegas geschafft haben, riesige Beträge aus den Casinos mit nach Hause zu nehmen und das mit cleveren Spieltaktiken.

2Quelle: Pexels / pixabay.com

Als Student oder Studentin mag man teilweise ähnlich wie in einem Casino gegen ein System gegensteuern, das sich scheinbar nicht besiegen lässt. Doch das Studium lehrt einen, dass man deswegen nicht den Kopf hängen lassen sollte. Vielmehr ist es so, dass sich sehr oft intensive Arbeit umso mehr lohnt. Gerade das Buch von Ben Mezrich zeigt auf, dass sich Beharrlichkeit gepaart mit Mut manchmal lohnen kann.