Lifestyle 27

Gamingtipps im Januar

Do | 20.01. | Rainbow Six Extraction
Nach dem Chimera-Ausbruch in New Mexico taucht der gleiche Typ wieder an mehreren Orten in den USA auf. Über den neuartigen und weiterentwickelten Parasiten ist so gut wie nichts bekannt, trotzdem ist es deine Mission die mysteriösen Archaeen zu bekämpfen, die tödlicher sind denn je. Genießt das PvE- und Koop-Spiel, welches auf dem Outbreak Event von Rainbow Six: Siege aufbaut, mit bis zu drei anderen Spielern. Linkbutton.PNG

Fr | 28.01. | Pokémon-Legenden: Arceus
Mal ein entspanntes Spiel, statt Action und Horror, Pokémon. Dieser Teil spielt in der, an Japan angelehnten, Sinnoh-Region. Zur Zeit des Spiels war sie aber noch als Hisui-Region bekannt, wo Pokémon und Menschen noch getrennt lebten. Ohne Ligen und Trainer macht ihr euch als Protagonist auf, um den ersten Pokédex zu füllen... Linkbutton.PNG

Weitere Games im Januar

Gaming Liste Januar

Events 37

Kinotipps im Januar

Do | 06.01. | The 355 (Drama)
Film von Simon Kinberg mit Jessica Chastain, Lupita Nyong’o, Penélope Cruz, Diane Kruger und Fan Bingbing
Um eine streng geheime Waffe aus dem Besitz von Söldnern zurückzugewinnen müssen sich CIA-Agentin Mace, ihre deutschen Rivalin Marie, die britische Computer-Spezialistin Khadijah und die kolumbianischen Psychologin Graciela zusammentun, wobei im Hintergrund auch noch jeder ihrer Schritte von der mysteriösen Lin Mi Sheng verfolgt wird. Kinobutton.PNG

Do | 06.01. | The King’s Man - The Beginning (Action)
Film von Matthew Vaughn mit Gemma Arterton, Ralph Fiennes, Harris Dickinson und Colin Firth
Um Millionen von Leben zu retten, startet ein Mann einen atemberaubenden Wettlauf gegen die Zeit. Hört sich ernst an, aber als Prequel zur wohl lustigsten Agenten-Komödie, darf man sich hier auf eine gelungene Kombination von Action und Humor freuen. Kinobutton.PNG

Do | 13.01. | Scream 5 (Horror)
Film von Matt Bettinelli-Olpin mit Melissa Barrera und Kyle Gallner
Nach 25 Jahren kehren Angst und Schrecken in das ruhige Örtchen Woodsboro zurück. Nach der Serie von brutalen Morden gibt es nun einen neuen Killer mit der Ghostface Maske und diesmal hat er eine Gruppe von Teenagern ins Visier genommen und lässt die tödlichen Geheimnisse der Stadt wieder aufleben. Kinobutton.PNG



Kinostarts der Lausitz im Januar

Kino Liste Januar

Jobs / Ausbildung / Praktikum

 

Lauter Animes 46

Animes und mehr im Januar

Mo | 10.01. | Attack on Titan Final Season
Zu AoT braucht man gar nicht viel sagen, denn jeder, der auch nur etwas vom Thema Anime versteht weiß, welche Begeisterung die Serie ausgelöst hat. Nun geht der Anime des Mangaka Hajime Isayama in die finale Staffel und wem nach dem Ende schwermütig wird, kann sich auch mal die zahlreichen Spin-Offs reinziehen. Anime_Button.PNG



Do | 13.01. | Arifureta 2nd Season
“From Common Job Class to the Strongest in the World” - ein Isekai Anime, nach dessen erster Staffel viele Fans auf Runde zwei gewartet haben. Anime_Button.PNG

Sa-So | 22. - 23.01. | LisANi! Live 2022 Global Live Stream
Seit 2010 produziert das Anime-Magazin “LisAni!” dieses Musik Festival, welches in Japan stattfindet. Aber auch wir in Deutschland können die (Anime)Lieder von 16 Artists per Stream genießen. Tickets dafür gibt es online. Anime_Button.PNG

Events rund um Anime und Japan im Januar

Anime Liste Januar
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 TIPP: Auch wenn Ihr mal im Fernsehen etwas verpasst, findet man die gleichen Inhalte, oft nur etwas später, in der dazugehörigen Mediathek. 

mehr zu aktuellen Animes auf MyAnimeList: Anime_Button.PNG

mehr zu Manga-Neuheiten: Anime_Button.PNG

mehr zum Programm auf Pro7 MAXX: Anime_Button.PNG

mehr zu DVD und Blu-ray Releases: Anime_Button.PNG

Lauter Leute 51

lauter - Von Fans für Fans

Mach lauter!!!

Unser Magazin für junge Leute hat sich zum Ziel gesetzt, sowohl informierend, als auch zielgruppenorientiert zu sein. Welche Inhalte da am besten passen? Genau, die Geschichten von regionalen Machern - eure Story. Deswegen suchen wir nach Lesern, die selbst ihr Hobby, Beruf oder Lebensphilosophie vorstellen wollen. Schreibt uns dafür einfach unter Instagram: https://www.instagram.com/lauter_magazin/ einen Kommentar, mit dem ihr entweder euch selbst oder jemand anderen, als nächsten Star der lauter.leute Kategorie, vorschlagen könnt.

Als Vorreiter haben wir im jetzigen Magazin und Online unter lauter.de den Muscleman Gordon Bieling und hobbymäßige Inneneinrichterin Susi aka Puerilismus.

Zu deren Artikeln
Gordon Bieling
Susi aka Puerilismus

Lauter Leute 78

Susi aka Puerilismus

Echter Name: Susanne Hönke
Geburtsdatum: 13.01.1999
Geburtsort: Forst (Lausitz)
Beruf: Vollzeit-Studentin, nebenbei als Werkstudentin in einer Wohnstätte für psychisch erkrankte Menschen tätig, selbstständig mit Nebengewerbe als Content Creator
Lieblingsort: Kiekebuscher Wehr
Lieblingsgetränk an der Bar: Gin mit Saft
Lieblingsmusik im Club: Oldschool oder Techno
Lieblingsmusik beim Chillen: von Rock bis Pop alles aus den 80ern & 90ern
Letzter Song auf Spotify: Molchat Doma – Disabled People
Aktuelle IG-Followerzahl: > 20.000

Was kann man auf deinem Instagram-Profil sehen?
Auf meinem Profil bekommt man einen Einblick in meine eigenen vier Wände und somit in das Leben von mir und meinem Freund sowie unseren Haustieren. Dabei kann man viele Pflanzen und diverse Einrichtungsideen bei mir entdecken.

Dein Profil lässt Leidenschaften für Pflanzen und für Raumgestaltung vermuten … Welche Leidenschaft kam zuerst?
Eindeutig die Leidenschaft für Pflanzen. Dieser bin ich mit meinem damaligen Auszug von meinen Eltern verfallen und jetzt, fünf Jahre später, erfüllt mich dieses Hobby immer noch. Das Interesse und der Spaß an Inneneinrichtung entwickelten sich dann erst im Laufe der Zeit, aber auch nur durch die Leidenschaft für meine Pflanzen.

Welche Leidenschaft ist stärker?
Obwohl ich mir ein Leben ohne Pflanzen nie wieder vorstellen könnte, tendiere ich eher zur Inneneinrichtung. Diese ist für mich einfach omnipräsent und ich kann mich total kreativ austoben. Mein Kopf sprudelt förmlich vor Ideen, sodass ich ständig etwas in und an der Wohnung verändern könnte. Das Schöne daran ist ja, dass ich dies perfekt mit den Pflanzen verbinden kann. Sie sind unter anderem perfekte Deko-Elemente.

Was möchtest du mit deinem Profil bewirken?
Ich würde jetzt nicht explizit sagen, dass ich mit meinem Profil etwas bewirken möchte, da ich auch nie die Absicht hatte, zum Content Creator zu werden oder solch eine Community aufzubauen. Dennoch finde ich es schön, wenn ich andere Menschen durch mein Profil inspirieren kann. Besonders, um sich eine Wohlfühl-Atmosphäre in den eigenen vier Wänden zu schaffen, wobei man trotzdem auf Nachhaltigkeit und somit die Umwelt achtet. Ich zeige viele DIY’s oder wie man gebrauchte Gegenstände schick einbindet.

Deine Lieblinge zuhause sind …?
Mein Freund und unsere Tiere Mauki (der schwarze Kater), Mauschi (der plüschige) unser Hund Chap.

Was verbindest du mit deinem Namen „Puerilismus“?
Damit verbinde ich eine sehr schöne Geschichte von mir und meiner besten Freundin. Vor circa 11 Jahren habe ich an einem Wochenende bei ihr übernachtet und wir waren bis in die Nacht wach. Dabei lief ein amerikanischer Kinderfilm im Fernseher, in dem es um ein Mädchen und ihre Teilnahme an einem Buchstabenwettbewerb ging. Meine Freundin und ich fühlten uns irgendwie mit dem Mädchen verbunden, wodurch wir förmlich an den Film gefesselt waren. „Puerilismus“ war das Wort, das keiner buchstabieren konnte, bis auf das Mädchen. Das ist übrigens lateinisch und bedeutet kindisches Wesen. Wir machten dieses Wort zu „unserem Wort“ und da ich das Instagram-Profil seit 2013 besitze, existiert der Name noch bis heute.

Deine Tipps zum Aufbau einer eigenen Followerschaft?
Wie bereits oben kurz erwähnt, habe ich selbst nie das Ziel verfolgt, eine Followerschaft aufzubauen. Dennoch merkt man natürlich mit der Zeit, dass der Instagram-Algorithmus durch bestimmte Dinge die Reichweite von einem beeinflusst. Daher kann ich nur sagen, dass zum einen das regelmäßige Posten besonders wichtig ist und dabei spreche ich von jedem Tag. Zudem hilft es, feste Feed-Post-Zeiten zu haben und vor allem immer szenespezifische Hashtags zu benutzen.

Wie hast du – abseits von deinem Profil – bisher Spuren in der Welt hinterlassen?
Ich durfte unter anderem schon diversen Magazinen ein Interview geben. Des Weiteren habe ich in diesem Jahr an einem Interior-Buch mitgewirkt, welches zu Beginn des nächsten Jahres veröffentlicht wird. Ab und zu habe ich auch schon als Workshop-Leiterin gearbeitet und anderen Leuten die Kunst des Makramees gezeigt.

Instagram: @puerilismus

Lauter Leute 58

Gordon Bieling

Geburtsdatum: 25.03.1985
Geburtsort: Bad Muskau
Beruf: Fitnessstudio-Betreiber & -Trainer
Lieblingsort: zwischen Bergen und Seen
Lieblingsübung: Humanflag
Lieblingsmusik: Rap
Letzter Song auf Spotify: Kollegah – showtime forever
Aktuelle IG-Followerzahl: > 15.200

Wie lange trainierst du schon?
Angefangen habe ich 2010 – damals nur joggen. Heute lebe ich das funktionelle Training, wenn der Puls nicht an der 170 kratzt und drüber hinaus, bin ich nicht happy :)

Welchen Trainingsplan verfolgst du aktuell?
Es gibt nicht den einen Plan, mein Plan fürs Training variiert von Tag zu Tag. Wer keine neuen Reize setzt, wird sich nicht weiterentwickeln. Also gibt es in jeder Einheit, jeder Übung, in jedem Satz mindestens eine Variable, die verändert wird.

Welchen Wert misst du Ernährung bei, um Trainingserfolge zu erzielen?
Nur wer seinen Körper von A bis Z vernünftig versorgt, sei es bei Getränken bis zu der Ernährung, wird Erfolge erzielen, die andere für unmöglich halten. Im Moment ernähre ich mich bereits seit Anfang des Jahres ketogen: keine Kohlenhydrate, nur Fett und Proteine aus Käse, Eiern, Nüssen, Ölen und Gemüse. Der Verzicht auf Weizen und Fleisch erzielt auf jeden Fall seine Wirkung.

Wie sieht dein Einkaufskorb für eine Woche aus?
Gemüse, Früchte und Nüsse: 4kg Zucchini, 6 Stangen Porree, 7 Avocados, 1 Strang Radieschen, 2 Stränge Lauchzwiebeln, 1,2 kg ungeschälte Erdnüsse, 1 Brokkoli, 1 Blumenkohl
Eiweißquellen: 70 Eier, 7 Pakete Hirtenkäse, 1 Packung Butter, 2-3 Flaschen Leinöl, 1 Dose Tunfisch, 3 Pakete vegane Bouletten aus Erbsenprotein, 500g Reibekäse, 4 Pakete Limburger Käse

Hältst du ein Fitnessstudio zum Muskelaufbau für unverzichtbar oder kann man auch zuhause gute Erfolge erzielen?
Man kann überall Muskeln aufbauen, wenn man die nötige Disziplin besitzt. In den eigenen 4 Wänden würde ich keinem das Training empfehlen, dieser Ort ist eher die Rückzugszone, daher können dort auch die wenigsten die Kraft aufbringen, etwas für sich und ihren Körper zu schaffen. Im Studio hast du alles zusammen, jedoch hat auch die Natur so viel zu bieten. Am Ende ist es der richtige Einsatz der Möglichkeiten, die dich stärker werden lassen.

Welche Tipps würdest du Anfängern beim Krafttraining geben?
Übertreib es nicht und suche dir Hilfe, gerade Anfänger sollten von Anfang an richtig trainieren, bevor sie sich mit Selbstüberschätzung selbst schädigen.

Instagram: pt_gordon_bieling
www.gordon-bieling.de 

Events 43

Babow: Der letzte große KNALL

Das Mütze Katze DJ Team ließ es bei der Beachparty Babow auch schon in 2019 krachen.

Ladies and Gentlemen, anschnallen und festhalten: Am 15. und 16. Juli 2022 steigt in Babow die letzte Beachparty aller Zeiten und übertrifft alles bisher Dagewesene! Auf zu zwei Tagen Spaß, Party, Konfetti und Action, soweit das Auge reicht und die Leber aushalten kann!

Jeder hat schon mal von ihr gehört – die Beachparty Babow ist die Open-Air-Legende im Spreewald schlechthin. Ganze 17 Editionen stehen in der Historie, von denen die zuletzt stattgefundene in 2019 sogar an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden geknallt hat. Nach zwei Sommern pandemiebedingter Pause dürfen die Konfettikanonen wieder raus – 2022 gibt’s die geballte Ladung Beachfeeling an einem Wochenende am Babower Beach!

Von Schlager bis Electro
Die grüne Oase des beschaulichen Dorfes verwandelt sich dabei in ein sommerliches Paradies aus Sand, Palmen, Cocktailbars, Bassins und genialster Musik. Am 15. Juli (Freitag) steppt zunächst der Schlagerbär mit einem Roland Kaiser Double, der Neo Party Band und DJ Würfelzucker. Am 16. Juli (Samstag) geht das Ausrasten dann in die zweite Runde und noch vielfältigere Musikgeschmäcker kommen auf ihre Kosten. Dafür sorgen Fetentour DJ Matze, das Mütze Katze DJ-Team, Noize Toys Baby, Electrosalat und DJ Stiller.

„Bis zur Beachparty ist doch noch so lange hin?!“
Ja, eine Weile muss man sich noch gedulden, bis sich der Sommer in Babow wieder von seiner schönsten Seite zeigt. Doch das Ticketkontingent ist begrenzt und wir empfehlen, schnellstmöglich im Vorverkauf zuzuschlagen! Möchtest du dabei sein, wenn in Babow ein letztes Mal mehr Menschen feiern, als in dem Ort überhaupt wohnen? Hol dir ab dem 1.4.2022 dein Ticket auf tixforgigs!

15. & 16.7.22 | jew. ab 19 Uhr
Babow | www.tixforgigs.de 

Events 172

Das Lauter-Fanvoting: Punk, Oi, Metal & Hardcore

Diesmal mit: Punk, Oi, Metal und Hardcore! Welcher Musiker hat die größte Fangemeinde in der Lausitz? In jeder lauter-Ausgabe nehmen wir uns ein Musikgenre vor und lassen dich für deinen Liebling abstimmen. Mit dabei sind diesmal fünf Musiker aus Punk, Oi, Metal und Hardcore. Gib deine Stimme ab auf unserer Instagram-Seite. Der Sieger erhält ein Interview mit uns!

Voting-Start: 6.1.22
Ende: 20.1.22
Instagram: @lauter_magazin

Die Teilnehmer:

TormentoR

Die Band TormentoR gehört mit einer Altersspanne von 27 bis 31 Jahren zur jüngeren Garde unter den Lausitzer Bands. Gegründet wurde die Trashmetal-Band schon vor 15 Jahren – damit dürften einige der Mitglieder schon rund die Hälfte ihres Lebens dabei sein. Überzeuge dich von Tormentor am besten mithilfe ihrer neusten EP „Crown of Shame“, die es seit November zu streamen gibt.

Insta: @tormentor_official
linktr.ee/Tormentor_official

Käpt‘n Blauschimmel

... ist der Cottbuser Cedric, der mit einer Bande Süßwassermatrosen neben Locations in Cottbus schon Festivals wie das Fusion gekapert hat. Die Segel der MS Blauschimmel werden dabei mit melodischem Piano-Punk bewindet. Das bis dato letzte Mal an die Oberfläche kam der Kapitän beim 360°-Festival im Bunten Bahnhof Cottbus. Ein Blick ins Fernrohr offenbart: 2022 geht‘s wieder voll voraus!

FB: /KaeptnBlauschimmelCB
kaeptnblauschimmel.bandcamp.com

Biertoifel

Die Senftenberger Biertoifel stehen für Oi! und Punkrock zwischen Parole Spaß und purer Aggression. Seit der Gründung 2015 hat die Band schon Bühnen u.a. in Cottbus, Dresden, Leipzig und in der Schweiz zerlegt. Bei Laketown Records, auf YouTube, Spotify und Co. findet man ihr 2020 veröffentlichtes Debütalbum „Unsere Strassen Unsere Lieder“.

Insta: @biertoifel_streetpunk 
Bandcamp: Biertoifel
FB: /Biertoifel.Streetpunk

Lord James

Eine Punkrock-Band, die sich selbst nicht zu ernst nimmt – so heißt ihr neues Album auch „Only Good For Boozin“, obwohl es bei Kritikern Dank seiner Vielseitigkeit super ankommt. Die fünf Mitglieder machen seit 15 Jahren zusammen Musik und sind als Band in Cottbus ansässig. Es wird behauptet, wer sie noch nicht kennt, weiß auch nicht, dass Kranplätze verdichtet sein müssen.

Insta: @lord_james_punk
FB: /LordJamesPunk
lordjames.de

Schwindelbude

Schwindelbude sind Ben, Steini, Piffpoff, Marcus und Kette – eine Finsterwalder Formation, die seit 2019 Bühnen und Acker der Region und darüber hinaus rockt. An sich gibt‘s die Punkrock/Streetpunk-Band schon seit 2007, damals als reine Coverband gegründet. Heute zeichnen sie sich mit ihrem eigenen Sound aus, den man auf ihrem LP „Seid ihr wirklich so zufrieden“ hören kann.

Instagram: @schwindelbude_official
FB: /schwindelbude
schwindelbude.de

Foto oben: serazetdinov, istock

Interviews 182

„Vor dem Auftritt Fencheltee“

Auf unserem Instagramprofil konnten unsere Fans abstimmen, welcher Rap-Act aus Cottbus der heißeste Shit ist. Der Sieger war gerademal zehn Minuten nach dem Voting-Start klar gewesen: die 23G’s machten das Rennen. 23G’s – das sind Adi (Mammut), Marius (Chirurg), Dustin (Taste), Marco (Marco 5.0) und ihr Producer Thomas. Wir haben die Gelegenheit genutzt, die Dudes mal richtig kennenzulernen. Denn auch wenn sie im Cottbuser Rapuntergrund schon Legends sind, gibt es noch viele offene Fragen: Was hat ihr Name zu bedeuten? Und wo will das Quintett einmal hin? Vier der fünf Gees standen uns Rede und Antwort ...

Wann war eure Gründung und wie kam es dazu?
Mammut: Eine Gründung im konventionellen Sinne gab es bei uns nicht. Das hat sich einfach so ergeben. Marius (Chirurg) und ich chillen seit Ewigkeiten zusammen und erste Rap-Versuche gab es schon, als wir 14 Jahre alt waren. Mayo hat sich damals noch MC Zwiebelhelm genannt. Aufgenommen haben wir aber nie.
Später haben wir dann Taste kennen gelernt und immer mal wieder bei Trinkabenden zusammen gefreestylt und ein paar Texte geschrieben, mit dem Wunsch mal was aufzunehmen. Ende 2019 kam Taste dann zu uns und meinte, er hätte jemanden gefunden, bei dem wir das mal machen könnten. Dieser Jemand war Thomas, aka Grandmaster T, bei dem wir nun schon seit 2 Jahren fast jeden Track aufnehmen. GMT mastert auch alles für uns, Küsse gehen raus.
Im November 2k19 haben Marius und ich dann „Pack das Cash ein“ aufgenommen und waren erst nur ein Duo. Danach dann der erste mit Taste zusammen: „Wer einschläft verliert“. Nach der ersten Session mit Taste haben wir dann auch direkt entschieden, dass wir als Crew aktiv sein wollen. Zunächst war auch BigBen dabei. Der hat sich dann aber, berufsbedingt, aus dem Rapgame verabschiedet. Marco 5.0 kam dann nach dem ersten Album dazu und so stellt sich jetzt unsere 5-köpfige Gruppe zusammen.

Was verbindet ihr mit eurem Namen 23G’s?
Mammut: Ist eigentlich ganz einfach, unser Studio ist in der Wernerstraße in Cottbus. W ist der dreiundzwanzigste Buchstabe im Alphabet. Der Nachname von unserem lieben Thomas fängt mit G an, also ist unser Name auch gleichzeitig eine Hommage und ein Danke – ohne ihn hätten wir wahrscheinlich nie angefangen, Mukke zu machen. G’s ist außerdem eine Abkürzung für Gangsters, weil wir ja welche sind, war das dann ganz passend. Also haben wir als schlaue Rapper eine gewisse Doppeldeutigkeit im Namen, haha.

Welche ist eure bisherige Lieblingslocation von euren Gigs und wo würdet ihr gern mal auftreten?
Mammut: Ich denk mal meine Lieblingslocation war der Faule August. Da steckt ein bisschen Herzschmerz in der Aussage, denn dort können wir nie wieder auftreten, weil der Club geschlossen werden musste. Da drin hat es aber super Spaß gemacht. Klein, schwitzig, laut und voll, so mag ich das am liebsten.
Träumen tu ich natürlich von Festival-Auftritten, Splash, Frauenfeld etc., vielleicht sind wir ja mal groß genug für sowas. In Cottbus hätt‘ ich mal Bock aufs Scandale, wenn‘s denn mal geht.
Chirurg: Für mich ist unser erster Auftritt in Görlitz immer noch meine Lieblingslocation geblieben. Das war in einem alten Brauhaus im Keller. Vor unseren Homies und richtig richtig coolen Leuten aus Görlitz. Da wurden wir zum Projekt „Künstlermixtape“ eingeladen (insta: Kunstmixtape). Meine Wunschlocation wäre natürlich auch ein Festival. Am besten das Splash oder 030. Auch wenn es nur eine kleine Bühne wäre, das Gefühl wäre sicherlich umwerfend.
Taste: Mein Lieblingslauftritt war im Chekov Cottbus bei der Blockparty. Ich hab es einfach gefeiert im Freien und die Stimmung war auch der Hammer.
Wunschlocation ist bei mir das Splash. Egal ob kleine oder große Bühne, Hauptsache einfach mal da sein und auftreten. Denn am Ende geht’s um das Gefühl.
Marco 5.0: War ja nur bei zweien dabei und muss sagen, dass mir der Auftritt am Geburtstag von Anni im Faulen August am besten gefallen hat.

Was ist euer Lieblingsritual unmittelbar vor einem Gig – und was eure Lieblingsbelohnung danach?
Mammut: Vor dem Auftritt bringt Marius immer eine Kanne Fencheltee mit, damit die Stimme glatt geht, dann müssen wir immer Taste beruhigen und dann geht die Party ab. Sonst gilt, davor, danach und dabei: Saufen mit unseren Atzen. Die sind nämlich bei jedem Auftritt am Start und werten jeden unserer Auftritte mindestens um das Dreifache auf. Ganz viel Liebe geht raus an dieser Stelle x3
Chirurg: Haha also Taste muss meistens nochmal aufs Klo. Und wir besprechen auch immer nochmal, wer wann welchen Einsatz hat. Dann pushen wir uns alle, nehmen uns ein Bier mit und los geht‘s. Während unserer Auftritte fragen wir uns manchmal nochmal gegenseitig, welchen Text wir jetzt rappen müssen, weil man manchmal einfach so im Flow ist, dass man sowas vergisst.
Taste: Es wurde ja fast schon alles gesagt. Wichtig ist, dass immer was zu Trinken am Start ist. Davor, um bisschen die Aufregung zu nehmen sowie danach, um einfach zu feiern, wie geil es war.
Marco 5.0: Davor wird immer gut getankt, damit man richtig aus sich herauskommt. Dann geh auch ich meistens davor noch 20-mal pinkeln vor Aufregung.

Wenn ihr die Gelegenheit hättet, mit wem würdet ihr gern einen Track zusammen produzieren?
Mammut: Für die Zukunft hätte ich gerne mit den ganzen Cottbus- und Umgebungs-Artists mal ein Featurung: Luce, Icyboyjay, super gerne mal was mit den Jungs und Mädels von Spätkauf Pakila und mit allen coolen Atzen aus der Crack-Stadt. Träumen tut Mensch natürlich auch, da wäre mein Wunschfeature, unironisch, Moneyboy.
Chirurg: Also lokal wäre es natürlich sehr cool mit den Leuten zusammen zu arbeiten, viele sind ja auch schon gute Homies von uns. National wäre es bei mir hundertprozentig auch Moneyboy. Mal abgesehen von dem Image, das viele während seiner Anfangszeit belächelt haben, hat Moneyboy für mich das Deutschrapgame komplett verändert. Seine Tracks sind nicht nur lyrisch wirklich krank, auch die Vibes in seinen Songs inspirieren mich immer wieder.
Allerdings hätte ich auch unglaublich gerne ein Feature mit Celo&Abdi. Mir würde es auch schon reichen, nur mit den beiden zu chillen. In jedem Interview sind die beiden einfach superlustig und auch wirklich sehr korrekt. International (was allerdings auch gar nicht mehr möglich ist) wäre mein Wunsch-Feature Biggie Smalls aka The Notorious BIG. Für mich ist er der beste Rapper aller Zeiten.
Taste: Auch ich würde es feiern, mit den Homies aus der Umgebung was zu starten. So Wunschfeatures gibt es viele. Am geilsten wäre Bonez Mc. Klar viele denken jetzt, das ist Mainstream, aber es gab auch mal ´ne Zeit davor und auf die spiele ich an. Weitere Features die echt geil wären, wenn es dazu kommen würde, sind Olexesh, Sido, Myng und Jaill. Für mich sind die Künstler raptechnisch und lyrisch echt Vorbilder.
Marco 5.0: Heftig wäre es mit den ganzen Trap-Künstlern Musik zu machen, zum Beispiel Gidoen Trumpet, MX42, Mike Moto, Jonny5, Cgoon, usw. Und wenn es irgendwann dazu kommt, mit anderssprachigen Rappern was machen zu machen können, wären Comethazine, Ski Mask The Slump God, Ceo Trayle, Bktherula, Gunna und Unotheactivist die ersten an die ich denke.

Welcher ist euer Favorite-Track?
Mammut: „Zu Real“ ist wahrscheinlich mein Lieblingstrack, einfach weil ich den unnormal lustig finde. Damals waren unsere Stimmen und auch Thomas‘ Mastering nicht auf dem heutigen Stand. Aktuell höre ich allerdings „Kleine Blättchen“ am häufigsten. Der ist zwar noch nicht draußen, aber ihr bekommt den noch früh genug zu hören.
Chirurg: Momentan höre ich auch gerne die Tracks von unserem neuen Album. Aber ich glaube mein Lieblingssong ist „Wochenende“. Ich finde der Song hat sehr viel Potenzial. Bei den Parts haben wir meiner Meinung nach alle richtig angeliefert.
Marco 5.0: Bin derselben Meinung wie Chirurg.
Taste: Derzeit ist mein Lieblingstrack „Cap“, der auf dem neuen Album zu hören ist. Meiner Meinung mit einer der besten Tracks, die Chirurg bis jetzt geliefert hat.

Von was für einem neuen Album redet ihr? Kommt da was Neues auf uns zu?
Mammut: Wenn das Interview gepublisht wird, sollte unser zweites Album schon auf allen Streaming-Diensten verfügbar sein. Einfach bei Spotify oder Applemusic 23G`s eingeben, da findet ihr uns.

23Gs Cover neues Album page 001

23G‘s neues Album: „Neon grünes Gift“ dürfte frisch erschienen sein, wenn du dieses lauter in den Händen hältst.

23G‘s auf Instagram
Mammut: @gruenesmammut
Chirurg: @papam4yo
Taste: @_taste_39
Marco 5.0: @marco5.0er
Spotify: 23G's
Apple Music: 23G‘s

Foto oben: redcircle

Gastronomie 30

Glühzauber für daheim

Glühwein und Punsch sorgen jedes Jahr auf den Weihnachtsmärkten für die perfekte Winterstimmung. Corona hat die duftende Verführung leider ausfallen lassen, doch das hindert uns nicht daran, die leckeren alkoholischen Heißgetränke einfach zu uns nach Hause zu holen. Erfahre hier, was Glühwein ausmacht und was man unter Punsch versteht – und probiere unseren Rezepttipp aus!

Glühwein oder Punsch – wo liegt der Unterschied?
Der Unterschied zwischen Punsch und Glühwein ist einfach erklärt. Glühwein besteht aus Rot- oder Weißwein, es darf kein zusätzlicher Alkohol und auch kein Wasser hinzugefügt werden. Fehlen dürfen natürlich nicht die Gewürze wie Zimt, Nelken und Anis. Zucker oder Süßstoff wird auch ordentlich dazugegeben und Orangen- und Zitronenschalen machen die Mischung perfekt und den guten Geschmack aus. Glühwein unterliegt strengen Anforderungen, widersprüchlich ist aber, dass die Hersteller erstaunlich wenig aufs Etikett schreiben. Beim Punsch läufts weniger streng ab, dieser muss keinen Lebensmittelprüfern standhalten. Dem Hersteller sind keine Grenzen gesetzt. Punsch steht für ein alkoholisches, heißes Getränk mit Spirituosen freier Wahl, Säfte oder Tee und Wasser dürfen auch hinzugefügt werden. Natürlich dürfen auch hier die Gewürze nicht fehlen. Mixt man Weißwein mit Eierlikör, gibt Zimt und Zucker dazu, entsteht der beliebte Eierpunsch.

Glühwein-Rezepttipp
Unten findest du ein leckeres Glühweinrezept zum Ausprobieren. Eine Spur extravaganter ist unser Punsch-Rezepttipp, den wir zum Cocktail des Quartals auserkoren haben und den du auf der nächsten Seite sehen kannst.

Zutaten: 1 Flasche trockener Rotwein, 2 Zimtstangen, 6 Nelken, 4 Sternanis, 1 Orange, Zucker oder Honig.

Zubereitung:

  1. Die Orange waschen und nach dem Trocknen in Scheiben schneiden und mit dem Wein und Gewürzen in einem Topf langsam erwärmen.
  2. Zucker oder Honig nach eigenem Geschmack hinzugeben.
  3. Eine Stunde ziehen lassen und durch ein Sieb in Tasse oder Glas füllen und servieren.

Gastronomie 37

Cocktail des Quartals: Orangenpunsch

Orangen-Punsch

Zutaten:

  • 1 Flasche trockener Rotwein
  • ¼ l Orangensaft
  • 1 Orange in Scheiben
  • 6 Nelken
  • 3 Zimtstangen
  • 3 Stück Glühfix
  • 150g Kristallzucker
  • ¼ l Rum
  • 3 Teebeutel Schwarztee
  • 1 l Wasser

Zubereitung
In einem Topf das Wasser zum Kochen bringen und die Teebeutel und Glühfix einhängen. Den Orangensaft, Rotwein, Rum, die Gewürze und die Orangenscheiben hinzugeben und mit Zucker abschmecken. Das Ganze 10 Minuten köcheln lassen und eine Stunde schön durchziehen lassen.
Achtung beim Erhitzen von Punsch (und auch Glühwein), denn Alkohol kann sich wahrlich in Luft auflösen und das Aroma verändert sich auch nochmal. Also ist es empfehlenswert, erstmal vorsichtig zu würzen und dann lieber ordentlich nachzulegen.

Unser Team brennt darauf, diesen Punsch einmal nachzukochen. Du auch? Schick uns ein Bild deiner Kreation – und stoße imaginär mit uns an.  Wir freuen uns auf dein Punsch-Bild via: Facebook: /lauter.deInstagram: @lauter_magazin.

Demokratie 101

Ein Muss oder Gaga? lauter*sie zu gendergerechter Sprache

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe/-r Leser/-in, lieber Leserin, liebeR LeserIn, lieby Lesy –wie ist es dir am liebsten? Genderneutrale Sprache ist ein Thema, für das manche als Sinnbild der Gleichberechtigung missionarisch einstehen, während andere es einfach nur Gaga finden. Die Studienlage ist gering, die Debatte emotional. Wir fragen uns: Sind Schrägstriche, Unterstriche und Sternchen wortwörtlich falsche Symbolpolitik oder Sinnbild eines unausweichlichen sprachlichen Wandels hin zu mehr echter, gelebter Gleichstellung und Diversity?

Das große Ganze – Diversity
Meist mit „Vielfalt“ übersetzt beschäftigt sich der Diversity-Komplex mit dem respektvollen Umgang von Individualismus. Doch was unterscheidet uns? Um dies zu klären, versuchen seit den 1970er-Jahren Forscher*innen Diversity in ein überblickbares System zu verpacken. Am National Training Laboratories Institute for Applied Science in den USA entwickelte man folgende Diversity-Dimensionen:

  1. Geschlecht: Neben männlich und weiblich existieren noch viele weitere Genderidentitäten: androgyn, genderqueer, inter, ... (laut einigen Quellen über 60).
  2. Sexuelle Orientierung: Heterosexualität, homosexuell (lesbisch und schwul), bisexuell, transsexuell, asexuell, intersexuell, queer oder questioning
  3. Alter: Statt Diskriminierung sollten Ansichten von jüngeren, mittelalten und älteren Menschen gleichwertig betrachtet werden.
  4. Ethnische Herkunft & Nationalität: Unterschiede zwischen Ursprung, Muttersprache und Kultur sollten wertgeschätzt und Chancengleichheit geschaffen werden.
  5. Religion & Weltanschauung: Neben Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus gibt es noch unzählige weitere Glaubensarten.
  6. Behinderung: Körperlich, geistig oder psychisch behinderte Menschen haben das gleiche Recht auf Teilhabe wie alle anderen. Voraussetzung dafür ist Barrierefreiheit im gesellschaftlichen Leben.
  7. Soziale Herkunft: bestimmt maßgeblich Chancen auf Bildung, Arbeit und Ressourcen mit, aber eigentlich sollen allen Menschen die gleichen Bedingungen zur Selbstverwirklichung offenstehen.

Um das Thema dieser Ausgabe einmal einzuordnen: Genderneutrale Sprache gehört hier der Dimension Geschlecht an – es sollen in Wort und Schrift alle Geschlechter gleichberechtigt angesprochen werden.

Weiter geht's auf den folgenden Seiten mit diesen Themen:

Diskriminiert unsere Sprache?

Kleine Sprachgender-Historie

Sprachentwicklung „Top-Down“?

Resultat = Reaktanz? Positionen zum Gendern

Wie gendert man richtig?

Unsere Meinung zu Genderspeech

INNEN

Zurück in gewohnten Rollen: Kenny und Victoria, beide aus Cottbus, tauschten für unser Cover ihre persönlichen Geschlechterklischees. Wie die beiden zur Genderdebatte stehen, erfährst du am Ende unseres Themenspezials.

Demokratie 30

Diskriminiert unsere Sprache?

Die Spitze des Eisberges der Genderdiskussion sind Berufsbezeichnungen wie „die Putzfrau“ oder „der Handwerker“ – in letzterem Fall sah der Duden bis Anfang 2021 noch keine „Handwerkerin“ vor. Foto: LightFieldStudios, istock

Eine Begriffsklärung
Der Begriff „Gendern“ stammt aus dem Englischen, wo er so etwas, wie „(soziales) Geschlecht“ bedeutet. Soziales, weil es sich vom „Sexus“, dem biologischen Geschlecht, unterscheidet und stattdessen die eigene Geschlechtsidentität bzw. das -bewusstsein widerspiegelt.
Auch die deutsche Grammatik hat eigene Geschlechter – genannt Genera: das Maskulinum, das Femininum und das Neutrum. Normalerweise haben die mit dem Substantivgeschlecht nichts zu tun – keiner fragt warum „der Stuhl“ männlich ist, während „das Stuhlbein“ und „die Stuhllehne“ ein anderes Genus besitzen.

Das generische Maskulinum
Dies ist einer der Begriffe, welche im Zentrum der Diskussion um gendergerechte Sprache stehen. Was es genau ist? Eine Personenbezeichnung die geschlechtsneutral sein soll. Hört sich erstmal gut an, denn genau das ist doch, was die Bewegung erreichen will. Allerdings wird das generische Maskulinum, wie der Name sagt, durch die maskuline Bezeichnung angewendet, wodurch z.B. die Bezeichnung „Bäcker“ geschlechtsneutral sein soll. Richtig, „der Bäcker“ kann demnach sowohl männlich, als auch geschlechtsneutral sein.
Dass das generische Maskulinum problematisch ist, darauf deuten Studien hin. So wurden in einer Untersuchung der FU Berlin knapp 600 Grundschulkindern Berufe vorgelesen. Anschließend sollten die Kinder einen Fragebogen beantworten, z.B. wie viel sie in dem Beruf verdienen können, ob er schwer zu erlernen oder auszuführen ist und ob sie selbst ihn sich zutrauen. Wurde sowohl die männliche als auch die weibliche Berufsbezeichnung genannt, dann interessierten sich mehr Mädchen für jene Berufe, die typischerweise eher von Jungs gewählt werden und trauten sich diese eher zu. Wurde nur die männliche Variante vorgelesen, fehlte dieser Effekt.

Was sagt der Duden?
Das wohl bekannteste Rechtschreibwörterbuch der deutschen Sprache ist oft ein Orientierungspunkt in Zweifelsfällen. Denn es wird auf Grundlage der amtlichen Rechtschreibregeln vom Rat für deutsche Rechtschreibung erstellt.
Laut diesem sei das generische Maskulinum nicht mehr zeitgetreu und gerade in Bezug auf die Personengruppen wurden bis Herbst 2021 alle der rund 12.000 Personengruppen feminisiert. Das bedeutet, das ehemalige generische Maskulinum ist jetzt nur noch männlich und wird durch das feminine Äquivalent ergänzt. Viele sind die Meinung, dass es eine überstürzte Maßnahme sei, gerade vom Duden, der eine starke Verbindung mit den Rechtschreibregeln hat. Tatsächlich wurde das generische Maskulinum aber von diesem erst 1973 überhaupt eingeführt. Es ist also eigentlich gar nicht tief in der deutschen Sprache verankert, außerdem passe der Duden sich nur an aktuelle Sprachentwicklungen an, was durch eine Analyse vieler öffentlicher Texte geschehe.
So wurden im Jahr 2020 auch „Geisterspiel, Gendersternchen, Klimakrise und Wiesn“ erstmals in den Duden aufgenommen, während „Bäckerjunge, Lehrmädchen, Niethose und Lehrpfennig“ gestrichen wurden. Man passe sich an die Gewohnheiten der Bevölkerung an.
Am Ende wurde aber noch keine Norm festgelegt, nur Optionen legitimiert und die nun „geschlechtergerechte“ Sprache wurde noch nicht um die entsprechende Version für geschlechtsneutrale Personen ergänzt.

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Kleine Sprachgender-Historie

1973: Der Duden führt das generische Maskulin ein, das gilt, wenn das männliche und weibliche Geschlecht gleichermaßen gemeint sind. Das Wort „Leser“ soll also offiziell männliche Leser und weibliche Leserinnen umfassen. Frauenbewegungen war das ein Dorn im Auge – sie verwendeten fortan den Schrägstrich, um Frauen in der Sprache sichtbar zu machen: Leser/innen.

1981: Erstmalige Verwendung des Binnen-I. Der Autor Christoph Busch veröffentlicht ein Buch über freie Radios und verwendet darin als erste Person das Binnen-I: Statt Hörer/-innen bzw. Hörer/Innen schrieb er HörerInnen. Die freien Radios der Schweiz übernahmen diese Schreib- und Lesart zuerst, dann folgte die Schweizer Wochenzeitung WOZ und schließlich die deutsche Tageszeitung taz, deren Markenzeichen es wurde.

1990er-Jahre: Früheste Nutzung des Sternchens als Bestandteil eines Wortes. Der Stern* wird auf Computersystemen als Platzhalter für eine beliebige Zeichenkette verwendet – ähnlich wie bei einer Fußnote. Englischsprache LGBT-Communities begannen, um Bezeichnungen wie transsexuell, Transmann oder Transfrau mit trans* zusammenzufassen. Nach und nach verbreitete sich das Gendersternchen, sodass heute die Form Leser*innen die wohl am häufigsten verwendete, nicht-amtliche Form der genderneutralen Sprache ist.

Ebenfalls in den 1990er-Jahren taucht eine Genderform mit y erstmalig auf. Der Journalist Hermes Phettberg bezeichnet in seinen Kolumnen für eine Wiener Wochenzeitung jeden Arzt und jede Ärztin als Arzty – und aus Lesern werden Lesys.

2001: Sprachliche Gleichstellung wird „amtlich“. Das Gleichstellungsgesetz wird in Deutschland auf den Weg gebracht. Zur Sprache heißt es da: „Rechts- und Verwaltungsvorschriften des Bundes sollen die Gleichstellung von Frauen und Männern auch sprachlich zum Ausdruck bringen. Dies gilt auch für den dienstlichen Schriftverkehr.“ Doppelnennungen wie Beamtinnen und Beamte sowie neutralisierende Formen wie Angestellte halten Einzug in amtliche Dokumente und Pressemitteilungen.

2003: Erste Erwähnung der Gender-Gap durch den Autor Steffen Kitty Herrmann. In seinem Artikel „Performing the gap“ rief er den Unterstrich_ zwischen männlichen und weiblichen Endungen von Nomen ins Leben: Leser_in. Mit diesem Platz sollen alle einbezogen werden, die sich nicht als vermeintliche Männer oder Frauen definieren.

2010er-Jahre: Als Alternative für das Gendersternchen oder die Gender-Gap wird der Doppelpunkt immer beliebter: Leser:in. Diese Schreibweise wird von Screen-Readern für Seheingeschränkte oder Blinde als kurze Pause gelesen und gilt damit als inklusiver. In der Folge verbreitete sich der Genderdoppelpunkt vor allem bei Behörden und Institutionen.

2018: Neben „männlich“ und „weiblich“ kann man als dritte rechtliche Option auch „divers“ als biologische Intergeschlechtlichkeit wählen.

2021: Der Duden schafft das generische Maskulinum bei Personenbeschreibungen ab: Ab sofort meint „der Leser“ nur noch männliche Leser. Spricht man Frauen und Männer an, muss man Leserinnen und Leser bzw. Leser und Leserinnen schreiben – wie es schon vor 20 Jahren mit dem deutschen Gleichstellungsgesetz angestoßen wurde. gleichzeitig halten Neubildungen wie „Gästin“ oder „Bösewichtin“ Einzug in den Duden.

Fazit: Trotz positiver Entwicklung im Duden bleibt ein Problem ...

Mit dem Abschied vom generischen Maskulinum konnte ein großer Schritt in Richtung geschlechtergerechter Sprache unternommen werden. Menschen, die sich keinem eindeutigen Geschlecht zuordnen können oder wollen, erfahren in herkömmlichen Sprachregeln allerdings weiterhin wenig Berücksichtigung. So sind der Mann, der Sohn und der Bäcker eindeutig männlich, während die Frau, Tochter und Bäckerin weiblich sind. Äquivalente mit dem Genus Neutrum gibt es kaum, sondern nur Verkleinerungsformen wie „Mädchen“. Dabei gibt es zahlreiche Geschlechter, die nicht eindeutig maskulin oder feminin sind und im Geburtenregister kann man seit 2018 den Eintrag „divers“ vermerken lassen. 
Was wird jetzt aus Personenbezeichnungen? Einige Vorschläge findest du auf hier im Überblick.

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Sprachentwicklung „Top-Down“?

Ist gendergerechte Sprache feministische Sprachdiktatur von oben oder natürlicher Sprachwandel von unten?  Foto: Vagengeym_Elena, istock

Wie erreicht man das Ziel der geschlechtergerechten Sprache? Nur durch die Akzeptanz aller Sprechenden. Hier existiert aber ein großer Unterschied zum beispielhaften Einfluss der englischen Sprache. Durch die vermehrte Nutzung digitaler Medien und der Popularität haben sich langsam Anglizismen in die deutsche Sprache eingeschlichen. Das geht soweit, dass man Wörter wie Chat, Band oder Cocktail nicht mehr als unnatürlich wahrnimmt. Googelt man nach Synonymen für Cocktail, ist das Ergebnis: Drink. Beim Gendern sieht das allerdings anders aus, im alltäglichen Sprachgebrauch wurde so gut wie gar nicht gegendert.

Von wem geht die Bewegung aus?

1980 brachten vier Sprachwissenschaftlerinnen die ersten Richtlinien zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchs heraus. Die Zielgruppe war aber nicht die Allgemeinheit, sondern Institutionen, die Sprache lehren. Bis heute fanden auch verschiedene Gesetzesbeschlüsse statt, die zur verstärkten Anwendung führen sollen – das scheinbare Prinzip: Die neue Sprachentwicklung von oben nach unten durchsickern lassen. So existieren nun verschiedene Konzepte zum Gendern an Hochschulen, öffentlichen Pressestellen und weiteren Institutionen.

Hochschulen

Baden-Württemberg, Tübingen. An der Eberhard-Karls-Universität droht Punktabzug, falls keine genderneutrale Sprache verwendet wird. Weitere Universitäten schließen sich an. Mittlerweile haben viele Hochschulen ihre eigenen „Genderregeln“ entwickelt. Vor allem bei veröffentlichten Artikeln wird darauf geachtet, zumindest die Doppelnennung zu nutzen, zum Stern oder Gap reicht es aber nicht immer. Aber die Studenten selbst betrifft es oft wohl kaum, zum einen ist die Übereinstimmung mit dem amtlichen Regelwerk immer noch nicht ganz klar und zum anderen können Studierende auf ihrer wissenschaftlichen Freiheit beruhen.

Politik

Hier ging die Debatte heiß her – bis Corona kam. Anscheinend wurde das Thema durch Corona und die aktuell wieder stärker werdende Impfdiskussion verdrängt. Zumindest scheint es so, in Wirklichkeit gibt es aber auch hier mittlerweile Unterschiede wie Tag und Nacht. In unserer Bundesstadt Bonn hat die regierende grüne Oberbürgermeisterin einen Leitfaden für geschlechtergerechte Sprache durchgesetzt. Neben allgemeinen Umformulierungen und Genderstern existiert hier sogar ein empfohlenes „Genderwörterbuch“. Aus dem „Autor“ wird die „bücherschreibende Person“ und dem „Damenfahrrad“ das „Fahrrad mit tiefem Einstieg“. Andere Städte wie Hannover planen ähnliches, während andernorts das Thema an einem vorbeizieht. Man kann sich ja mal selbst fragen, inwiefern man schon selbst von der Angelegenheit betroffen ist.

Sprachwissenschaftler

Als Erforscher unserer Sprache müssten Linguisten eigentlich die Experten und ein maßgebender Orientierungspunkt in der Debatte sein. Doch hier ist bei weitem keine Einigkeit, und damit auch nichts worauf man sich stützen kann, zu erkennen. Im Grunde sind alle Positionen, die man überhaupt annehmen kann, vertreten. Von Kritikern, die überzeugt sind, dass das Genus nicht gleich Geschlecht ist zu Linguisten, die eine Alternative zum generischen Maskulinum fordern. Von Experten, die eher Nachteile im Gendern sehen und es deswegen unterlassen zu anderen, welche das Gendern langsam in den Sprachgebrauch einführen wollen. Letztlich existiert noch eine neutrale Ansicht. Vielleicht sollte man die Sprache nicht von außen beeinflussen und regulieren, sondern sich selbst entwickeln lassen?

Medien

Neben Bildungsinstitutionen und Politik stehen vor allem die Medien im öffentlichen Fokus – sie haben großen Einfluss auf die Entwicklung und Nutzung von Sprache. Einige bundesweite Kommunikationsmittel, wie Deutschlandradio, ARD und ZDF sehen das Gendern als wichtig an und haben eigene Regelungen. Der Radiosender Fritz war einer der ersten, der sich bewusst für das Mitsprechen der Gender-Gap entschieden hat. Allerdings ergab eine Umfrage von news aktuell aus dem Februar 2020, dass die genderneutrale Sprache überwiegend als eher unwichtig angesehen wird.

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Resultat = Reaktanz? Positionen zum Gendern

Dieses Foto eines Edeka-Marktes löste neben Zustimmung viel Häme aus, der Marktleiter reagiert mit Humor und kommentiert: „Wir sind Teil der Genderverschwörung…. In den nächsten Wochen werden wir noch weitere Lebensmittel umbenennen… Passend zum deutschen Naturell starten wir mit Kartoffel*innen.“

Die Schlussfolgerung anhand der Position von Hochschulen, Politik, Linguisten und Medien? Es gibt keine richtige. Es gibt zu viele Ansichten und Positionen, so viele verschiedene Regeln, dass die Anwendung des Begriffs schon fragwürdig wird. Aber anhand der Ergebnisse von Hochschule und Medien könnte man sich fragen, ob das Gendern nicht reine Imagesache ist. Um Kritik zu vermeiden und als innovativ zu gelten, werden nach außen hin Richtlinien beschlossen, die aber schon im Inneren nicht einheitlich unterstützt werden. Dies könnte im Zusammenhang mit dem Begriff Reaktanz einen Trend in der Bevölkerung erklären. Was Reaktanz ist? Es beschreibt einen psychologischen Vorgang, bei dem Personen sich von Regeln so unter Druck gesetzt fühlen, dass sie entgegen ihrer eigentlichen Meinung eine konträre Einstellung entwickeln – ähnlich einem trotzigen Verhalten. 

Die Schlussfolgerung anhand der Position von Hochschulen, Politik, Linguisten und Medien? Es gibt keine richtige. Es gibt zu viele Ansichten und Positionen, so viele verschiedene Regeln, dass die Anwendung des Begriffs schon fragwürdig wird. Aber anhand der Ergebnisse von Hochschule und Medien könnte man sich fragen, ob das Gendern nicht reine Imagesache ist. Um Kritik zu vermeiden und als innovativ zu gelten, werden nach außen hin Richtlinien beschlossen, die aber schon im Inneren nicht einheitlich unterstützt werden. Dies könnte im Zusammenhang mit dem Begriff Reaktanz einen Trend in der Bevölkerung erklären. Was Reaktanz ist? Es beschreibt einen psychologischen Vorgang, bei dem Personen sich von Regeln so unter Druck gesetzt fühlen, dass sie entgegen ihrer eigentlichen Meinung eine konträre Einstellung entwickeln – ähnlich einem trotzigen Verhalten. Tatsächlich ergab eine Befragung von infratest dimap für die Welt am Sonntag einen Zuwachs von Gegnern der gendergerechten Sprache. Während es 2020 noch 56 % dagegen waren, sind es 2021, trotz wichtiger werdender Debatte, schon 65 %. Dabei sollte die Sprachentwicklung eigentlich genau von der Bevölkerung ausgehen und nicht von oben her entschieden werden. Interessant an den Ergebnissen ist aber auch: Unter denen, welche die Partei die Grünen wählen, befürworten deutlich mehr das Gendern als unter jenen, die der AFD zugeneigt sind. Zudem zeigt die Umfrage, dass Frauen und Jüngere eine gendergerechte Sprache etwas stärker befürworten, ebenso Menschen mit einem hohen Bildungsgrad.

Grafik

Positionen zum Gendern

Der*die Neutralist*in

„Gelöst von Forschungsergebnissen und Meinung dürfen wir keine Empfehlung aussprechen.“

Begründung

  • natürlicher Sprachwandel muss unbeeinflusst stattfinden
  • Wissenschaft muss neutral bleiben

Beleg: Wissenschaftstheorie

Der*die Gegner*in

„Das generische Maskulinum ist besser als gegenderte Varianten und davon müssen wir die Menschen überzeugen.“

Begründung

  • Genus ist nicht gleich Geschlecht
  • festes System der deutschen Grammatik nicht zerstören
  • psycholinguistische Experimente nicht ausdrucksstark

Beleg:

  • traditionelle Grammatik
  • existierende weibliche Bezeichnungen für Männer (z.B. die Person)

Der*die Kritiker*in

„Da es viele Nachteile hat, sollten wir auch nicht zum Gendern raten.“

Begründung

  • erschwert Unterricht und Übersetzung
  • Angst vor Kritik bei Fehlern
  • psycholinguistische Experimente nicht ausdrucksstark

Beleg:

  • Umfragen in der Gesellschaft
  • Einzelbeobachtungen
  • theoretische Ansätze

Der*die Abwartende

„Wir sollten uns an der Sprachentwicklung orientieren und je nach Situation Gendern oder nicht.“

Begründung

  • unterschiedlicher Gebrauch des Genderns (je nach Umständen und Zielgruppe)
  • soziale Folgen bisher unbekannt

Beleg: Analyse von sprachlichen Äußerungen

Der*die Entspannte

„Wir sollten empfehlen zu gendern, aber ohne Druck auszuüben und für weitere Entwicklungen offen sein.“

Begründung

  • empirische Beweise, dass das generisches Maskulinum wird oft nur mit männlichen Personen assoziiert wird
  • Auswirkung von gegenderten Alternativen noch nicht komplett untersucht
  • soziale Kommunikationshürden müssen beachtet werden

Beleg

  • Analyse von sprachlichen Äußerungen und Denkweisen
  • Betrachtung der Gesellschaft

Der*die Überzeugte

„Wir sollten die Gesellschaft davon überzeugen gegenderte Alternativen zum generischen Maskulinum zu benutzen.“

Begründung

  • Studien, dass generisches Maskulinum nicht als geschlechtsneutral verstanden wird
  • Sprachwandel durch -kritik
  • gesellschaftliche Verantwortung der Linguisten

Beleg:

  • Psycholinguistik

Weitere Argumentationen rund um die Genderdebatte

Haben wir denn keine anderen Probleme auf der Welt?
Gendergerechte Sprache ist also nur ein Teilgebiet in einer von sieben Diversity-Dimensionen, ist es deswegen aber minder wichtig? Ein Argument der Gegenbewegung ist, dass es derzeit wichtigere politische Themen gibt, selbst Vorurteile gegen Frauen und gleicher Lohn aus demselben Komplex kommen. Doch Sprache ist unser Kommunikationsmittel Nummer Eins und wenn dieses keine Gleichberechtigung verkörpert, wie könnten wir dann Veränderungen in unserem Verhalten vornehmen? Die Debatte unter einem Berg von Problemen zu verstecken scheint also weniger sinnvoll.

Droht uns ein Gender-Sprech-Zwang von oben nach unten?
Die Menschen reden, wie sie es wollen und lassen sich nichts vorschreiben. Im Umkehrschluss heißt das: Niemand muss Angst davor haben, zum „Gender-Sprech“ gezwungen zu werden. Wenn aber immer mehr Menschen das von sich aus freiwillig tun, dann wird es sich mit der Zeit durchsetzen. Dann wird eine Gewöhnung einsetzen und wir werden die Genderpause in Bürger:innen vielleicht ganz automatisch mitsprechen.

Zerstört Gendern nicht den Textfluss beim Lesen und Sprechen?
Der Lesefluss ist gestört, die Gender-Zeichen lenken bisweilen vom Inhalt des Textes ab. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Insbesondere wenn in einem Text sehr konsequent die Doppelform Leser und Leserinnen genutzt wird, kann das zu deutlich mehr Textlänge führen. Vermutlich ist es auch genau diese Form des Genderns, die viele abschreckt und die ganze Thematik etwas elitär wirken lässt. Gleichzeitig gibt es mittlerweile sprachliche Alternativen wie die Nutzung von neutralen Begriffen, z.B. Studierende statt Studentinnen oder Redaktion statt Redakteurinnen. Warum nicht einfach je nach Situation ausprobieren, was man als Schreibender gerade für passend empfindet?

Lebende Tote
Unser Redakteur Amadeo traf beim Studium auf die Formulierung „getötete Radfahrende“. Während dieses Sinnbild für einen Zombieroman nichts Ungewöhnliches ist, sollte man im Alltag bedenken: Das Adverb in Pluralform ist nicht in jeder Situation die beste Wahl.

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Wie gendert man richtig?

Geschlechteridentitäten und Sprachgenderformen haben mindestens eines gemeinsam: Sie sind unglaublich vielfältig und es gibt kein „Richtig“ oder „Falsch“. Foto: nito100, istock

Bei der Selbstanwendung gibt es kein richtig oder falsch. Wichtig ist es nur, sich selbst erstmal mit dem Thema auseinanderzusetzen und für sich selbst zu entscheiden, was der richtige Weg ist. Auch wenn man denkt, dass die Umstellung der eigenen Sprechweise zu kompliziert ist, da vor allem die flüssige Integration in den eigenen Sprachgebrauch eine der größten Hürden ist, so hat man als Kind das Sprechen auch in einem langen Prozess gelernt. Und selbst wenn man mal nicht weiterweiß, kann sich einfach an Google wenden, Seiten wie scribbr oder Genderator analysieren Worte oder ganze Texte für dich und finden die gegenderte Alternative. Also egal welchen Standpunkt du vertrittst, lass dich nicht von außen einschüchtern, denn wenn eines bisher klar ist, dann die unglaubliche Diversität an Standpunkten. Wenn dies kritisiert werden würde, wäre die Debatte als Bestandteil des Diversity-Komplexes sich selbst nicht mehr treu.

Sternchen, Gap und Co. – Genderformen im Überblick

Tabelle Seite 1

Tabelle Seite 2

Was meinst du – welche der Wörter und Wortgruppen Was meinst du – welche der Wörter und Wortgruppen rechts kann man bedenkenlos verwenden und welche sind nicht mehr zeitgemäß?

Krankenschwester
Mörder
Jedermann
Mannschaft
Der Mensch
Frauendorf
Mitglied
Herrenloser Koffer
Weihnachtsmann
Zahnfee

 Manche halten wir persönlich tatsächlich für veraltet, manche haben wir nur zum Spaß hinzugefügt. Sie alle zeigen jedoch: Sprachliches Konfliktpotenzial kann überall lauern, wenn man nur danach sucht.

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Unsere Meinung zu Genderspeech

Victoria
Ich befürworte gendergerechte Sprache voll und ganz. Gerade im Fernsehen, im Radio oder auch in Briefen von Ämtern finde ich das sehr wichtig. Auch im Alltag wird sich eine Form durchsetzen können. Das braucht allerdings Zeit – und wird umso schwieriger, desto mehr es „von oben herab“ erzwungen wird. Ich würde das mit dem „Doppel-S“ und dem „ß“ vergleichen – auch da verwendet längst noch nicht jeder die korrekte Form.

Kenny
Meine Sicht der Dinge geht noch über die Debatte zur Sprache hinaus. Mir ist es wichtig, dass man nicht gleich in Schubladen gesteckt wird, nur weil man sich als Mann die Haare färbt, die Fingernägel lackiert oder die Augen schminkt. Beim Schreiben sollte diese Diversity so zum Ausdruck kommen, dass alle Menschen – egal welche Identitäten oder Vorlieben sie haben – sich berücksichtigt fühlen, aber Sprache ist nur ein Teil davon.

Jonas
Ganz ehrlich: Das Thema der genderneutralen Sprache kam erst in diesem Jahr so richtig in mein Bewusstsein. Erst mit der Auseinandersetzung mit diesem Thema habe ich das Problem des generischen Maskulinums erkannt und befürworte, darauf zu verzichten, dich einfach nur als Leser anzusprechen. Denn auch ich habe bei „dem Leser“ eher weniger eine Frau im Kopf, und noch weniger einen Menschen, der sich keinem der beiden Standardgeschlechter zuordnen möchte.
Das heißt aber nicht, dass wir das lauter-Magazin gleich ins „lauter*sie“-Magazin umbenennen. Sowieso muss die Entscheidung zum Gendern genauso auch von dir ausgehen. Du inspirierst am Ende dein Umfeld dazu, sich selbst mit dem Thema auseinanderzusetzen. Einen Königsweg gibt es noch nicht – schreib so, wie es dir am besten passt und lass das Kriegsbeil begraben.
Am spannendsten finde ich unter den verschiedenen Genderformen übrigens das Ypsilon – also dass wir Autorys vom lauty-Magazin für dich Lesy und die anderen Lesys schreiben. Diese Form ist neutral und unverbraucht, noch dazu klingt sie niedlich, ist leicht erlernbar und vereinfacht sogar die komplizierte deutsche Sprache.

Amadeo
Sprache wandelt sich und so sollte auch das Aufkommen der Genderdebatte keine Krise sein, der Umgang damit hat aber den Anschein. Gespaltene Meinungen haben in unterschiedlichen Einrichtungen zu unterschiedlichen Ergebnissen geführt. Mal gibt man sich mit der Doppelnennung zufrieden, ohne die gendergerechte Sprache zu Ende zu denken oder eine der vielen anderen Optionen wird genutzt. Aber eigentlich sollte diese Entscheidung von der Bevölkerung ausgehen, sie sorgt schließlich dafür, dass unsere Sprache lebt und sich verändert. Die Genderdebatte nicht allein und von oben herab zu entscheiden ist deswegen, meiner Meinung nach, die beste Möglichkeit.