Lifestyle 82

DieFinanzenimBlickbehalten

Foto: stockfour, istock

Bei vielen Arbeitnehmer:innen ist bereits Mitte des Monats das Konto nahezu leer. Die Miete sowie die laufenden Kosten werden oftmals schon kurz nach Eingang des Gehalts von den jeweiligen Unternehmen abgebucht. Trotzdem möchten sich die Berufstätigen den einen oder anderen persönlichen Wunsch erfüllen, schließlich sitzen sie täglich im Büro.

Hilfreich ist ein sorgfältig angelegter Finanzplan, um alle Ausgaben im Blick zu behalten. Natürlich muss die Aufstellung regelmäßig aktualisiert werden, um auf dem aktuellen Stand zu sein. Kostenintensive Ausgaben werden sofort erkannt und können unverzüglich reduziert werden. Beispielsweise kann man in einen günstigeren Tarif wechseln oder einen nicht benötigten Vertrag kündigen.

Wer den einen oder anderen Euro einsparen kann, zahlt das Geld auf ein Konto ein, um eine Reise zu buchen oder sich ein neues Auto anzuschaffen. Oftmals ergeben sich viele Gelegenheiten, die Kosten zu minimieren. Dazu zählen bereits kleine Veränderungen im Haushalt oder der Kauf stromsparender Geräte. Lebensmittel oder Getränke können ebenfalls durch günstige Alternativen ersetzt werden, ohne auf Genuss verzichten zu müssen.

Gewinnen kann so einfach sein

Es gibt durchaus spannende Möglichkeiten, das monatliche Budget zu erhöhen. Mit der Teilnahme an Lotterien hat jeder Erwachsene die Chance, sich einen ansehnlichen Gewinn zu sichern. Bestenfalls erhält man den Jackpot ausbezahlt. Dieser kann bei einigen Systemen in schwindelerregende Höhen steigen. Dazu gehören der „El Gordo“ oder der „Eurojackpot“. Aber auch Klassiker wie „6aus49“ oder „Keno“ bieten allerhand Möglichkeiten, sich einen langgehegten Traum zu verwirklichen.

Wer mitmachen möchte, kann bei Lottoland rund um die Uhr sämtliche Lose für die begehrtesten Glücksspiele kaufen. Die Teilnahme ist denkbar einfach. Es müssen nur die favorisierten Ziffern ausgewählt werden. Bei einigen Systemen wird sogar eine mögliche Kombination vorgeschlagen. Dann müssen nur noch die jeweiligen Varianten ausgesucht werden und im Handumdrehen landet der Schein im Warenkorb. Registrierte Kunden müssen sich mit den Zugangsdaten anmelden und können ohne Aufwand an den Verlosungen teilnehmen.

Damit man keine Ausspielung mehr verpasst, besteht die Möglichkeit, mit wenigen Klicks ein Abo abzuschließen. Selbstverständlich kann man jederzeit die Einstellungen ändern.

Ausreichend Geld zur Verfügung haben

Gewinnauszahlungen oder Ersparnisse landen oftmals auf dem Girokonto. Einer der Gründe hierfür ist, eventuelle Abbuchungen sicherzustellen. Vor einigen Jahren wurde jeder Person das Recht auf ein Girokonto eingeräumt. Frauen und Männer ohne festen Wohnsitz haben ebenfalls Anspruch auf ein eigenes Konto, weil mittlerweile ein Großteil der Geschäftstätigkeiten bargeldlos erfolgt.

Bei fehlender Liquidität legen die Geldinstitute ein Basiskonto an. Dieses darf keinesfalls überzogen werden. Um die Kunden vor unnötigen Ausgaben zu bewahren, dürfen die Banken bei derartigen Kontotypen nur geringe Gebühren verlangen.

Erfahrungsgemäß hatten Frauen und Männer mit finanziellen Problemen in der Vergangenheit enorme Schwierigkeiten, ein Konto zu eröffnen. Denn schnell kann es zu einer Überschuldung kommen, wenn über einen längeren Zeitraum die Einnahmen nicht mehr ausreichen, um allen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Auch der Verlust des Arbeitsplatzes oder ein Unfall können dazu führen, in eine existenzbedrohende Insolvenz zu rutschen. Schon bei den geringsten Anzeichen sollten Betroffene professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Eine erste Maßnahme, um die Ausgaben übersichtlich zu gestalten, ist das Führen eines Haushaltsbuchs oder die Erstellung eines Finanzplans.

Events 316

10Jahrelauter-Magazin

88 Ausgaben seit 2012 – das sind 704.000 lauter-Exemplare, die aneinandergereiht eine Strecke von Cottbus nach Berlin ergeben.

10 Jahre hat das lauter nun auf dem Buckel – Grund zum Feiern, aber auch zum Reflektieren. Wir in der Redaktion arbeiten in jeder einzelnen Ausgabe dem Ziel entgegen „DAS Magazin für junge Menschen in der Lausitz“ zu schaffen. Und nach einem ganzen Jahrzehnt lassen sich die Fortschritte nicht mehr verneinen. Während wir die Event- und Karriererubrik stetig ausgebaut haben, sind mit Politik, Lifestyle, Sport, Geld etc. viele weitere Themen dazugekommen, die den Alltag unserer Generation bestimmen.

Doch ein entscheidender Schritt fehlt noch, den wir mit dieser Jubiläumsausgabe wagen wollen: vom Magazin zur Plattform für junge Menschen zu werden. Was das genau bedeutet? Statt wenige Redakteure über das entscheiden zu lassen, was du und die vielen weiteren Leser:innen der Region zu sehen bekommen, solltest du eigene Entscheidungsgewalt bekommen. Dafür arbeiten wir mit immer mehr Akteur:innen aus der Lausitz zusammen und bemühen uns darum, jedem:r einzelnen eine Stimme zu geben.

Neues Format

Wir haben uns lange den Kopf zerbrochen, wie wir diesen Traum verwirklichen und damit die Jubiläumsausgabe einzigartig machen können. Das Resultat ist: unser Logo. Wir hätten es als das Ergebnis eines 10-jährigen Masterplans aussehen lassen können, tatsächlich ist es aber eher eine glückliche Fügung, dass unser Logo nicht weniger ist – als eine Kommentarblase. Diese findest du nun nicht mehr nur auf dem Cover, sondern auch im Magazin wieder und sie bedeutet, dass man ein Bild des Inhaltes eins zu eins auf unserem Insta- und Facebook-Account wiederfindet und seinen Senf dazugeben kann. Hast du Fragen an die Teilnehmer:innen der Rubrik, willst du zu einem Thema mehr erfahren, würdest du am Format etwas ändern … In der nächsten Ausgabe wird dein Kommentar aufgegriffen und im Magazin auch deutlich gemacht. Alles ist möglich – bis dahin, uns persönlich auf Social Media anzuschreiben und mal dein eigenes Projekt abdrucken zu lassen.

Jetzt Einfluss auf den Content der nächsten lauter-Ausgabe nehmen und parallel mehr über wöchentliche Events und Verlosungen erfahren:

Facebook: @lauter.de
Insta: @lauter.de

Jobs / Ausbildung / Praktikum

 

Lauter Leute 173

lauter.leute:Amadeo

Echter Name: Amadeo Löder
Geburtsdatum: 28.05.2003
Geburtsort: Frankfurt (Oder)
Beruf: Student | lauter-Redaktion
Hobby: Japanisch lernen | Manga/Anime
Lieblingsort: mein Bett
Lieblingsgetränk an der Bar: Fanta 0,4l
Lieblingsmusik im Club: bin nie im Club
Letzter Song auf Spotify: Flyday Chinatown – Yasuha | über YT :)

Du hast 2021 dein Abitur am Max-Steenbeck-Gymnasium Cottbus absolviert. Was ist dran am Nerd-Klischee, das dieser Schule anhaftet?

Wenn man sich unter dem Stereotyp „Nerd“ sozial isolierte Genies vorstellt, muss ich enttäuschen. Die Schule protzt in der Eingangshalle zwar mit dem eigenen Logo aus Wettbewerbs-Medaillen, gewonnen wurden die, zumindest in meinem Jahrgang, aber von den Leuten, die auf jeder Party dabei waren. Die wirklich sozial Isolierten waren ganz im Gegensatz sogar schlechter als der Durchschnitt.

Aktuell studierst du Medien- und Eventmanagement in Berlin. Wie geht es für dich nach deiner Studienzeit weiter?

In Sachen Zukunftsplänen habe ich tatsächlich schon eine klare Vorstellung. Schließlich jobbe ich bereits seit meiner Schulzeit beim lauter-Magazin und anderen Medien, wozu eben auch mein Studiengang passt. Das Schöne bei der Arbeit als Redakteur (keine Schleichwerbung) ist nämlich, dass man auch private Interessen integrieren kann (ich lerne seit einem halben Jahr japanisch und lese Manga – Anime-Rubrik). Es geht also weiter wie gehabt.

Zurück zum Hier und Jetzt. Warum bist du ein authentischer Redakteur fürs lauter?

Ich bin kein Partyhengst – was man wahrscheinlich schon daran merkt, dass ich dieses Wort überhaupt benutze und deswegen für ein „Partymagazin“ vielleicht nicht die erste Wahl. Stattdessen wurde ich durch die Corona-Situation während meines Abis auf die Politik aufmerksam und informiere mich seitdem täglich zu den wichtigsten Themen. Von daher passe ich zu unserer Generation, die sich plötzlich mit Corona, Inflation und Krieg auseinandersetzen muss.

Du bist montags immer der fitteste im Büro, weil du selten feiern gehst. Aber einmal angenommen, du könntest die Party deiner Träume gestalten, wie sähe die aus?

Meine Beziehung zur Partykultur würde ich simpel als „komisch“ ausdrücken. Als ich ins passende Alter gekommen bin, war gerade Corona und jetzt passt die Zeit mit Studium, Pendeln und Job irgendwie nicht – trotzdem bin ich durchs lauter aber ziemlich gut informiert. Meine Wahl würde auf ein mehrtägiges Goa- oder Psytrance-Festival fallen, wo ich mal eine wirkliche Auszeit vom stressigen Alltag finden kann.

Du hast im lauter die Anime-Rubrik etabliert. Wie wichtig ist es bei deiner Partner:innenwahl, dass die andere Person ebenfalls auf Animes steht?

Die Manga- bzw. Anime-Rubrik habe ich deswegen eingeführt, weil das Genre viel zu sehr mit Klischees behaftet ist. Ich selbst bin ein Fan von Psycho, Horror oder etwas mehr Gewalt und habe mein Hobby trotzdem in „kindlichen und kitschigen“ Mangas/Animes gefunden. Seitdem bin ich überzeugter Fan, mit meinen Beziehungen hat das aber nichts am Hut – vor das normale Fernsehprogramm zerrt mich aber niemand zurück ;)

Welche Ideen möchtest du im lauter innerhalb des nächsten Jahres umsetzen?

Das zu erklären ist nicht schwer, schließlich stammt dieses Mal unser „Erstes Wort“ von mir. Wer das noch nicht gelesen hat: Inzwischen wechselt der Trend von traditionellen Medien zum Internet, was auch an Social Media liegt, wo man eine persönliche Beziehung zu Influencer:innen aufbaut und in Kommentaren mitwirken kann. Für das lauter will ich vergleichbare Transparenz, dass man sieht, wer dahintersteckt und man fühlt, mitwirken zu können und nicht nur von oben Inhalte diktiert bekommt.

Welchen deiner Artikel aus dem vergangenen Jahr zeigst du am liebsten anderen vor?

Ich versuche möglichst aktuell zu schreiben, weswegen mir die neueren Werke wahrscheinlich immer besser gefallen werden. Diese Ausgabe war das Social Media Thema in der Demokratie-Rubrik eine besondere Herausforderung, da ich über die Negativ-Seite der Materie aufklären wollte, obwohl ich selbst Nutzer bin. Mit einem Fazit, warum eher der "richtige" statt weniger Umgang mit Insta & Co. wichtig ist, war ich letztendlich zufrieden - und mein neuer Favorit wurde geboren.

Die Fragen stellte Redakteur Joko.

Foto lauter Amadeo

Lauter Leute 189

lauter.leute:Joko

Echter Name: Jonas Köhler
Geburtsdatum: 05.07.1997
Geburtsort: Cottbus
Beruf: Redakteur, DJ (jeylectronik) und Eventmanager (Urknall Events)
Lieblingsort: der Wintergarten einer berühmt-berüchtigten Innenstadtwohnung in Cottbus
Lieblingsgetränk an der Bar: Wodka-Sprite
Lieblingsmusik im Club: Forest Trance, Dark Psy & Hitech
Lieblingsmusik beim Chillen: Sexy House
Letzter Song auf Spotify: Andreas Henneberg – Surfliner

Wie passt dein jetziger Job zu dem, was dein Kindheitstraum war?

Ich war früher ein Klassenclown – nun darf ich faxen im Büro und in Clubs machen. Ich schätze, ich habe wohl immer auf mein aktuelles Leben hingearbeitet.

An welcher Ausgabe hast du das erste Mal mitgearbeitet?

Ich bin seit März 2016 an Bord und beim lauter dabei – und damit der dienstälteste Mitarbeiter unserer Firma. Irgendwie fühle ich mich gerade alt.

Warum bist du ein authentischer Redakteur fürs lauter?

Weil ich in dem Kosmos, in welchem wir uns mit dem lauter bewegen – also Partys, Selbstverwirklichung, Strukturentwicklung – 24/7 drinstecke.

Für welche Rubriken bist du zuständig?

Ich kümmere mich – naheliegend – vor allem um den Eventbereich. Aber auch im Karriere-Abschnitt tobe ich mich aus, denn ich finde es interessant, über die verschiedensten beruflichen Perspektiven zu schreiben.

Welche ist deine Lieblingsrubrik?

Das Horroskop, weil ich die Gesichtsausdrücke der Zuhörenden genieße, wenn ein großes Horroskop-Fangirl aus meinem Freundeskreis die neusten Vorhersagen vorliest.

Nebenher organisierst du Festivals und legst als DJ auf, schon mal daran gedacht dein Hobby zum Beruf zu machen?

Ob Jens, der Chef unserer Firma, diese Frage wohl lesen wird? ;) Natürlich habe ich schon darüber nachgedacht – das ist wohl kaum verwunderlich. Allerdings müsste ich als DJ international touren und/oder Festivals mit mindestens 8.000 Gästen veranstalten, um meinen Lebensunterhalt damit verdienen zu können. Und an Corona hat man gesehen, wie hoch das Ausfallrisiko in dieser Branche ist. Von daher bin ich dankbar, dass ich meinen Hauptjob bei uns habe und mich hier entfalten kann. Das Veranstalten und Musik-Auflegen ist für mich der perfekte Ausgleich in der Freizeit.

Wie hat sich die Feier-Pause während Corona auf dich / dein „DJ-Dasein“ ausgewirkt?

Es war eine Zeit, die mich und meine Urknall-Crew enorm vorangebracht hat. Denn tatsächlich haben wir 2020 und 2021 Open-Airs und Festivals unter den entsprechenden Coronaregeln veranstaltet. Die beiden Jahre erforderten viel Mut, hatten aber auch weniger Konkurrenz. Und um als DJ meine Musik regelmäßig an die Leute zu bringen, fand ich auch meine Mittel und Wege. Ich weiß nicht, ob meine Crew und ich heute so reich an Erfahrungen und tollen Erinnerungen wären, wenn die Coronapandemie nicht passiert wäre.

Wo würdest du gerne mal auflegen?

In einer Telefonzelle :)

Als jemand, der sowohl die Kulturlandschaft lebt, als auch durch deinen Job als Redakteur gut informiert ist – wo siehst du die Lausitz 2038?

Die Lausitz hat 2038 nicht mehr den einen großen Arbeitgeber, sondern mehrere mittelgroße und zahlreiche, innovative kleine. Der Anteil junger Menschen wird deutlich höher sein, weil neue Möglichkeiten die Leute in unsere Region zieht. Die Feierkultur wird noch vielfältiger sein und noch immer durch das lauter und meine Freizeit-Events geprägt.

Facebook / Instagram / Soundcloud / Onlyfans: jeylectronik

Die Fragen stellte Redakteur Amadeo.

VOID Gig Halloween 2021

Interviews 324

MusikeineuniverselleSprache

BONDI im Interview mit Redakteur Joko

Googelt man nach „Bondi“, stößt man zuerst auf eine Marke für Babybekleidung. Tatsächlich ist der Name mit Daniels aka. BONDI’s Reiseleidenschaft verknüpft. Bondi Beach ist einer der bekanntesten Strände in Sydney, Australien. Eine spektakuläre Naturkulisse direkt in der Stadt, die Daniel sofort beeindruckt hat. Am 23. September reist er nach Cottbus, um bei der STARTPARADE zu performen. Was er von den Lausitzer Landschaften hält und wie sich seine Naturverbundenheit in seinem Sound ausdrückt, erfährst du in diesem Interview.

Auf deinen Bildern sieht man dich oft in beeindruckenden Landschaften. Inwiefern fließt deine Verbundenheit mit der Natur in deine Soundproduktion ein?

Die Natur erdet mich immer und ist eine unendliche Energiequelle für mich. Ich mag weite Landschaften und Farbverläufe und versuche das Gefühl sowohl in meiner Musik unterzubringen als auch in meiner Bildsprache zu übertragen.

Welches Gefühl möchtest du deinen Hörer:innen mit deiner Musik vermitteln?

Früher waren meine Songs häufig melancholisch und düster. Gerade in der letzten Zeit wollte ich jedoch vor allem positive Emotionen verbreiten. In erster Linie soll man ´ne gute Zeit haben und Bock bekommen zu tanzen! Jedoch kann ich die Emoseite nicht ganz ablegen, sodass es hier und da auch gern noch ein wenig melancholisch zugehen darf. Diesen Spannungsbogen habe ich versucht, in meinem Debütalbum „Space Logic” unterzubringen. Die ersten Singles dazu werden auch schon im Herbst veröffentlicht.

Warst du schon mal in der Lausitz und konntest ihre Landschaften auf dich wirken lassen?

Ja, zum einen durch schöne Erlebnisse und Auftritte bei Festivals wie der Wilden Möhre oder dem Feel Festival. Außerdem fühle ich mich der Gegend auch verbunden, weil ein Teil meiner Familie aus Senftenberg kommt. Die Landschaften sind schon etwas Besonderes und bieten durch die Tagebauvergangenheit auch spannende Kontraste.

Deine Gigs führten dich unter anderem nach Brasilien, Spanien, in die Niederlande, die Türkei, die Schweiz, … – welche Location hat dich bisher am meisten beeindruckt?

Tatsächlich beeindrucken mich immer wieder die tollen Begegnungen und Leute, die ich auf den Reisen kennenlernen darf. Musik ist eine unfassbar wertvolle, universelle Sprache, die jeder versteht und Leute zusammenbringt, egal von wo sie kommen oder was sie sonst noch interessiert. Wenn ich mich jedoch auf einen Club festlegen müsste, wäre es wahrscheinlich der Warung Beach Club in Brasilien. Draußen wäre es der Walensee in der Schweiz – direkt mit ´nem spektakulären Bergpanorama im Hintergrund (THE LAGOON).

Mal trittst du live, mal als DJ auf. Welche Art von Set mit welchen Instrumenten erwartet uns am 23. September bei der STARTPARADE am STARTBLOCK B2?

Ich bringe mein Liveset mit und performe ein paar alte Stücke und vor allen Dingen auch ein paar neue Songs von meinem Debütalbum. Gibt also ´ne Kombination aus Housemusik mit Gitarre und vielen verschiedenen Sänger:innen, die ich im letzten halben Jahr aufgenommen habe. Wer also schon exklusiv ein bisschen Albummusik hören möchte, sollte vorbeikommen :)

Insta: bondilive
www.bondi-live.com 

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Events 183

Scandale&Co.:Sogeht’sweiter

Endlich: Im Oktober öffnet wieder der Club Scandale

Zum Stand Anfang September 2022 ist die Neugier groß, wie das Kulturprogramm am Bunten Bahnhof nach dem Ende der Prima Wetter-Saison weitergeht. Wir erhielten exklusive Infos von Philipp Gärtner, dem Chef vom Bunten Bahnhof, dem neben dem Prima Wetter auch der auf demselben Gelände befindliche Club Scandale angehört:

Die wirklich letzten Highlights

Nach dem Closing vom Prima Wetter geht’s zunächst nochmal für einige Tage in der Open-Air-Location weiter. Ein paar Highlights samt Restaurantbetrieb kann man also noch an den Gleisen genießen.

Ramba Zamba im Zirkuszelt

Danach zieht das „Prima“ genannte Lokal wenige Meter weiter – in ein großes Zirkuszelt direkt neben der Galerie Brandenburg. Hier gibt’s ebenfalls kulinarische Köstlichkeiten, dazu verschiedene Kulturangebote von Comedy über Theater und Kleinkunst bis hin zu Konzerten. Ein Highlight: eine große wendische Kirmes am 28. und 29. Oktober.

Scandalöse Nächte

Zeitgleich geht auch der Club Scandale wieder an den Start. Frisch umgebaut und mit neuem Soundsystem sollen dort freitags und samstags Partys steigen – endlich wieder seit der coronabedingten Schließung Anfang 2020! Hier einige geplante Höhepunkte:

  • 12.10.: Semestereröffnungsparty
  • 15.10.: NdkK– Aftershowparty
  • 22.10.: Ukraine-Solikonzert mit Sinoptik
  • 30.10.: Halloweenparty
  • 11.11.: Filmfestival-Club mit Acht Eimer Hühnerherzen & Vizediktator
  • Anfang Dezember: Nikolaus & Scandale-Geburtstag
  • 31.12.: Silvesterparty

Termine unter Vorbehalt

Das Stattfinden dieser Termine hängt davon ab, wie die Bundesregierung mit dem zu erwartenden Corona-Infektionsgeschehen umgeht. Das Team vom Bunten Bahnhof wünscht sich hier eine klare Ansage seitens der Politik, um Planungssicherheit für die kommende Indoor-Saison zu haben. Immer up to date bist du hier:

Insta: bunterbahnhof
www.bunterbahnhof.de 

Events 138

Daslauter-Fanvoting:Rock&Metal

Diesmal mit Rock und Metal! Welche Band hat die größte Fangemeinde in der Lausitz? In jeder lauter-Ausgabe nehmen wir uns ein Musikgenre vor und lassen dich für deine Lieblingskünstler:innen abstimmen. Mit dabei sind diesmal vier Lausitzer Bands aus Rock und Metal. Sie überzeugen allesamt mit einer Menge Talent. Doch wer die meisten Probs bekommt, liegt in deiner Hand! Gib deine Stimme auf unserer Insta-Seite ab. Die Sieger erhalten ein Interview mit uns in der kommenden Ausgabe vom lauter-Magazin.

Voting-Start: 20.09. | Ende: 04.10.
Instagram: @lauter.de

Die teilnehmenden Bands

Breaking The Mirror

Breaking The Mirror (ehem. 450 Nanometer) sind die jüngsten in unserer Runde. Seit einem Jahr macht die Band, bestehend aus Cathy, Johannes, Jonathan und Björn, Musik, nachdem sie sich an der BTU kennenlernten. Seitdem brachten sie es bereits auf Auftritte im Cottbuser Club Muggefug sowie beim Huana Festival 2022 im Strombad. Ihren Stil zwischen Pop, Rock und Punk wird man noch dieses Jahr auf ihrer ersten EP hören können.

Insta: breaking.the.mirror

Confessional

Christoph, Rolf, Max und Chris haben eine Mission: Sie bringen als Confessional ihre liebste Art von Metalcore in die Welt. Den Startpunkt lieferte ihre Gründung in 2018, darauf folgten erste Auftritte und ihre gleichnamige Debut-EP in 2020. In diesem Jahr konnten sie auf dem Mosh Gegen Krebs und dem Huana Festival überzeugen.

Insta: official.confessional
Bandcamp: confessionalcore

Going Under

In den Songtexten des Cottbuser Produzenten und Komponisten Kenny findet man Erfahrungen verpackt in fiktiven Geschichten wieder, die unter die Haut gehen. Damit inspiriert er auch sein Umfeld, so sind mittlerweile nicht nur Gastmusiker, sondern auch seine Freundin Teil eigener Musikprojekte. Dabei ist von zart bis hart alles dabei.

Insta: kenny_going_under
Soundcloud: going_under_kenny

Back To August

Vier junge Musiker aus Cottbus nutzten die ruhige Zeit und gründeten ein neues Bandprojekt. Musikalisch wollen sie sich dabei nicht so richtig festlegen. Auf die Frage, was für Musik sie eigentlich machen, beschreibt sich die Band folgendermaßen: „Man nehme etwas Punk, eine Handvoll Alternative, eine Prise Emo und eine Messerspitze Pop. Alles gut vermengen und zack fertig: Back To August.“

Instagram: backtoaugust.official
Spotify: Back To August

Abandoned Dogs

Schon vor 12 Jahren hat sich das Rudel aus vier Cottbusern und einem Dresdener gefunden. Seitdem ziehen sie durch die Locations unserer Region, ließen sich aber auch auf der BRN in Dresden oder der Berlin Music Week blicken. Die lauter-Redaktion war ihnen schon lange auf der Fährte, konnte sie aber erst vor kurzem erwischen. So war es schon zu spät, um in der Herbstausgabe abgedruckt zu werden, Online ist das Gespann aber dabei. Auch in Sachen Musik wird die Band ihrem Namen gerecht. Diese reicht von zarten Melodien und ruhigen Liedern bis zu wütenden Schreien in härteren Songs.

Instagram: abandoneddogs
Spotify: Abandoned Dogs

Interviews 364

DassexiesteInterview

Luca aka. Nysmus hatte beim lauter-Fanvoting der Sommerausgabe von Anfang an die Nase vorn und gab die Führung bis zum Schluss nicht mehr ab. Die Belohnung für ihn: das Interview, das du gerade in den Händen hältst. Als wir den Sieg des Cottbusers auf Instagram ankündigten, erreichte uns eine Leserfrage, die uns zum wohl sexiesten Interview der letzten zehn Jahre inspirierte.

Screenshot 20220901 154728

Los geht’s direkt mit einer Leserfrage: Wie kann man so sexy sein?

An dieser Stelle Grüße ich direkt Christian E. für die charmante Frage und verweise zugleich auf meine gute Freundin Tanella (Instagram: phototanella), welche das Bild damals aufgenommen hat. Ich denke, dass ihre gut entwickelten Photoshop-Skills zu meinem Vorteil sind.
… der verschlafene Blick ist aber Standard.

Was macht Sexyness für dich aus?

Selbstsicheres Auftreten, trockener Humor, ein herzliches Lächeln/Lachen … God damn, wenn das alles vorhanden ist, schmelze ich dahin ...

Wenn du einen Onlyfans-Kanal eröffnen würdest, wie wäre dein Name?

CornyAufBarhocker (liebe Grüße an die Chekov-Crew)

Was macht eine Party für dich unwiderstehlich?

Also Veranstaltungen wie Ismus, Synoid oder die Stimulation in Berlin haben mich persönlich und meine Sets nachhaltig sehr geprägt. Es ist schwer zu beschreiben, was genau mich daran so beeinflusst hat bzw. was daran so unwiderstehlich ist. Ich denke, der größte Faktor, nach der Musik und dem Soundsystem, sind die vielen unterschiedlichen Menschen, welche dort zusammenkommen und die Atmosphäre so unvergleichbar machen. An dieser Stelle möchte ich alle Partymäuse grüßen, welche wir die letzten Jahre in Berlin kennengelernt haben. Kussi.

Was findest du an Techno besonders anziehend?

Besonders anziehend finde ich am Techno, dass diese Musikrichtung trotz des einfachen Aufbaus so facettenreich ist. Das geht von Acid/Rave (Von Birkräv – 93 Bang Bang) über treibende Kicks und krachende Hi-Hats/Claps mit wenig Melodie (Jonas Xenon – Effizient) bis hin zu atmosphärischen Breaks, Kartoffelstampfer-Kicks und Maschinensex im Background. Sorry aber ich finde, so beschreibt es sich am besten (Darzack & Öspiel – Subterranean Stem).

Welcher ist der sexieste Club für dich?

Chekov Cottbus. Es lebe die Subkultur!

Was findest du an der Lausitz geil?

Kartoffeln, Quark und Leinöl

Welchen Personen möchtest du ausrichten, dass du sie sexy findest?

Yungspund, Angelman, Hainze, Rodriguez, Meraki, Motti, Tanella, Manu, Linski, Perry, Ludo, Jimi, Panda, Heiko, Dennis, PJ, Quint, Miri und noch ganz ganz ganz viele andere tolle Menschen. Ich finde euch alle sexy, aber voranging wollte ich euch an dieser Stelle grüßen und mich bei euch für alles bedanken! Liebe euch!

Foto oben rechts: Phototanella

Instagram: nysmus_
Soundcloud: nysmus

Demokratie 253

(Un)SocialMedia?!

If you're not paying for the product, then you are the product

Tristan Harris, Googles ehemaliger Designethiker und Mitbegründer des Center for Humane Technology

Laut dem Digital 2022 Report nutzen weltweit rund 4,6 Milliarden Menschen Social Media – 424 Millionen mehr als im Vorjahr.

Eine unglaubliche Zahl, die auf den zweiten Blick sogar noch beeindruckender ist. Schließlich sind „nur“ 5 Milliarden überhaupt ans Internet angebunden. So verwendet in Deutschland nahezu jede Person über 12 Jahren Instagram, Facebook & Co., um mit Freunden zu chatten, sich zu informieren oder einfach nur zum Zeitvertreib.
Social Media ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken, stattdessen füllt es sogar einen immer größeren Teil davon – ein Trend, der durch die Menge an aktuellen Krisensituationen, vor allem Corona, befeuert wurde. Die Menschen flüchten sich in die digitale Welt.

Im kompletten Gegensatz dazu steht aber die aktuelle Berichterstattung, die immer mehr vor Risiken warnt. Allein Instagram hat auf Wikipedia - die erste Quelle eines seriösen Journalisten ;) - 15 Unterthemen zu „Negative Folgen“. Flüchten wir also vielleicht in die falsche Richtung?

User Profil 1

User

Bevor tiefer in die Materie eingedrungen wird, müssen wir erstmal unseren eigenen Standpunkt kennenlernen: den des Users. Denn hinter den bunten Bildern auf Social Media verbirgt sich eine komplexe Ökonomie, in der wir nur die letzten Nutzer:innen sind. Das Produkt: WhatsApp, Instagram, Facebook etc. können wir ganz bequem herunterladen und kostenlo… – nicht ganz kostenlos nutzen.

Ohne Geld bezahlen?!

Die Angebote scheinen nämlich nur gratis zu sein – Wohlfahrtsorganisationen sind die Unternehmen aber ganz und gar nicht. Die Güter, mit denen wir stattdessen bezahlen, sind Daten und Aufmerksamkeit. Das hört sich jetzt zwar noch nicht nach barem Cash an, doch eben diese Aufmerksamkeit ist für dritte Firmen interessant, die uns ihre Produkte andrehen wollen und im Gegenzug die „Werbefläche“ (Facebook & Co.) mit Geld entlohnen.

 

Demokratie 150

(Un)SocialMediaSucht

Die sind wenigstens erst ab 18 ...

Einarmiger Bandit – in der Hosentasche

Wenn der User also mit seiner Aufmerksamkeit bezahlt, wie werden dann möglichst hohe Gewinne erzielt (das Ziel eines Unternehmens)? Richtig, mit Sucht – wenn man sich also gar nicht mehr von der entsprechenden Plattform lösen kann. Dies zu erreichen ist die Aufgabe von sogenannten „Attention Engineers“, die sich an einem Vorbild mit ganz besonderem Suchtpotenzial orientiert haben: Slotmaschinen aus Las Vegas. Kein Witz, wie beim Glücksspiel entsteht ein Zyklus, bei dem dir auf Social Media interessanter Content einen Kick verleiht, der bewusst durch die „Miesen“ dazwischen erhöht wird. Das Scrollen nimmt kein Ende, wenn doch, holen dich Push-up-Nachrichten wieder zurück und im Gegensatz zur Slotmaschine ist das Handy immer in der Hosentasche dabei.

Süchtig? I Like it.

Das Problem - nicht nur die Apps, sondern auch unser Körper ist darauf programmiert abhängig zu werden. Denn egal, ob du likest oder geliked wirst, das Belohnungszentrum im Gehirn wird so stark angesprochen, wie sonst nur bei Essen, Alkohol, Sex und Drogenkonsum. Besonders gravierend für Leute, die selbst posten, ist dabei ein weiteres Naturell des Menschen. Um in der Gemeinschaft richtig zu funktionieren, ist er gegenüber dem Feedback anderer empfindlich. Dabei ist die Resonanz auf Social Media Unmengen größer, als sie es ohne Internet möglich wäre – ständig muss kontrolliert werden, wie viele das neue Profilbild liken und ob es besser gegenüber dem alten oder dem der Freunde abschneidet. Durch das Bedürfnis nach Anerkennung landet man in der „Likefalle“.

Checkliste - Wie schlimm steht’s um dich

  • Du kommst keinen Tag ohne Handy aus.
    Und fertig. Der Großteil (einschließlich unserer Redaktion) hat sich wahrscheinlich schon jetzt positiv diagnostiziert. Zwar kann man hier noch weitere Punkte aufführen…
  • Das Handy ist immer und überall dabei
  • Auch auf Arbeit geht’s nicht ohne Social Media
  • Wenn du Instagram & Co. nutzt, verbringst du damit mehr Zeit als gewollt
  • Selbst beim Treffen mit Freunden wird ab und zu aufs Handy gelinst
    … aber fast jede:r nutzt Social Media intensiver, als es ihm wohl guttun würde.

Unheilbar?!

Unter „Social Media Detox“ findet man eigentlich genug Möglichkeiten zur Kur. Einfach das Handy in den Flugmodus … – naja ganz so einfach ist es doch nicht, zu sehr ist die Sucht schon Bestandteil unseres Lebens. Und das ist nicht mal unbedingt negativ, schließlich sind viele wahrscheinlich besser informiert und mit anderen in Kontakt, als je zuvor. Stattdessen ist der Schlüssel, sich nach jeder Nutzung zu fragen: Hätte ich die Zeit auch besser gebrauchen können? Anstatt auf der Arbeit „nebenbei“ mal Social Media zu checken – und dann eine halbe Stunde lang zu scrollen, sollte man sich feste Zeiten setzen oder gleich Apps, wie „StayFree – Screen Time“ nutzen, wo von vornherein Limits gesetzt werden können.

Zeit verplempern

Die Finger vom Handy lassen – viele schaffen's nicht. Lieber sollte man es bewusst und zu festen Zeiten nutzen, statt wichtige Tätigkeiten zu unterbrechen.

Demokratie 148

(Un)SocialMediaFataleFakes

Mit #puralempuyang trendete auf Insta dieser Fotospot. Doch vor Ort gab es keine beeindruckende Spiegelung im Wasser, sondern nur Einheimische, die einen Spiegel unter die Kamera hielten – und Touris, die Schlange standen und entsprechend bezahlten.

Society 4.0

Dass Social Media süchtig macht, ist mittlerweile schon keine Neuigkeit mehr, sondern wurde eher gesellschaftlich akzeptiert und jeder lebt weiter wie gehabt – oder? Dem ist nicht wirklich so, viel mehr ändert sich die Gesellschaft selbst. Während noch die Eltern ihre Kindheit „draußen mit Freunden“ verbrachten, wurde nun eine ganze Generation in eine Welt geboren, wo ein Großteil des Zusammenlebens nicht mehr in der „Realität“ stattfindet. Ein rasanter Wandel der Technologie und der Vorbilder – wie Eltern oder Forscher – schon abgehängt hat.

Depression durch Glück

Studien tun sich teilweise noch schwer zu bestätigen, wie weit die negativen Auswirkungen von Social Media reichen (Henne-Ei-Problem). Erhöhte Risiken für Depression und Suizid sind aber erkennbar. Wie die bunten Bilder auf Insta & Co. eine solch düstere Realität verursachen? Der Mensch neigt dazu, sich mit seinem Umfeld zu vergleichen. Statt im Freundeskreis tut er dies nun aber mit den erfolgreichsten Menschen der Welt.

Falsche Realität

Die reichsten, hübschesten und sportlichsten Influencer teilen mit uns die (gekünstelten) Highlights ihres Lebens. Das verzerrt die Wahrnehmung anderer und führt zu Minderwertigkeitsgefühlen. Warum läuft das eigene Leben nicht so? Viele vergessen dabei aber, dass hinter der Influencer-Fassade auch Imperfektion steckt. Als sich diesen Sommer z. B. das Top-Paar der deutschen YouTube-Szene – Bibi und Julian – trennte, erfanden Teile der Community lieber wilde Theorien, als dies wahrhaben zu wollen. Apropos …

Demokratie 185

(Un)SocialMediaFakeNews

Verschwörungstheorien

Momentan folgt einer Krise die nächste. Klimawandel, Corona, Ukraine-Krieg, ... Man könnte meinen, dass gerade in solchen Zeiten die Bevölkerung näher zusammenrückt – aber das Gegenteil ist der Fall. Fake News verbreiten sich wie nie zuvor, sodass mittlerweile ein größer werdender Teil der Gesellschaft von einer völlig gegensätzlichen „Wahrheit“ überzeugt ist.

Algorithmen programmieren uns

Nein, keine weitere Verschwörungstheorie, das passiert wirklich und führt stattdessen zu solchen. Wir hatten es bereits angesprochen: Mark Zuckerberg bekommt unsere Daten. Telefonnummer, Adresse, Alter usw. kein Ding, bei politischer Gesinnung oder persönlichen Werten wird es aber schon weird. Und all das liefern wir dem Handy, schließlich findet an ihm ein großer Teil unseres Soziallebens und Informationsbeschaffung statt – Studien zeigen: Es kennt uns besser als jeder sonst. Diese Daten füttern den „Algorithmus“ - Programme, die ein genaues User-Profil erstellen und die Menschen, wie Bücher, kategorisieren.

Filterblase

Uns wird dann vermehrt Content ausgegeben, den der Algorithmus als passend zum User-Profil identifiziert. Dabei ist egal, ob ein Mädchen, das sich erst für schlanke Models oder Diäten interessiert, in die Magersucht-Bubble rutscht, ein Pädophiler gezielt Videos junger Mädchen bekommt oder jemand mit radikalen Ansichten bestätigt wird.

Gerade Russland streut seit dem Ukraine-Krieg Fake News

Demokratie 143

SocialMediasindwirdazubereit?

Echokammer

Ziemlich finstere Entwicklungen, für die aber erstmal Interesse am bestimmten Thema bestehen muss. Und diese weckt eben auch der Algorithmus. Dieser bewertet nämlich Beiträge mit vielen Interaktion als interessanter und gibt sie an mehr Leute aus. Dabei handelt es sich bewiesen aber verstärkt um Inhalte, die Hass oder Wut beim User auslösen.
Zudem nutzen gerade rechte Gruppen Bots - Computersysteme, die automatisch eigene Beiträge stärker verbreiten. Hier ist das Prinzip: Wer am lautesten schreit, hat den größten Erfolg.

Pandoras Box

Die Frage, welche sich stellt - sind wir für die jetzige Form von Social Media schon bereit? Früher kam unser Informationsangebot von wenigen TV- oder Radiosendern und wir konnten lediglich zwischen ihnen wählen. Heute ist das Angebot unüberschaubar und selbst ein Individuum kann seine Meinung massenwirksam machen, da eine Maschine wählt, was wir zu sehen bekommen - und die ist manipulierbar. Content, der schockiert oder Hass erzeugt, generiert mehr Reichweite, die Qualität von Informationen wird immer unbedeutender, Filterblase und Echokammer führen zu einer immer verstärkten politischen Polarisation. Und über dieses Schicksal, von mehr als der Hälfte unserer Weltbevölkerung, entscheiden nur wenige Unternehmen.

TikTok – ein Gamechanger

Für einige Kinder, die zu Musik tanzen, aus wirtschaftlicher Sicht ein riesiger Erfolg. TikTok ist schneller gewachsen als jede andere Social Media Plattform, sodass mit „Reels“ oder „Shorts“ sogar die Konkurrenz das Format kopiert.

TikTok – ein Lifechanger

Das Erfolgsrezept: leichte Videobearbeitung, leichtes Mitmachen durch Challenges und ein außerordentlich raffinierter Algorithmus. Denn während auf Facebook & Co. der Aufstieg zum Influencer ein schwieriger ist und meistens schon etablierten Stars gelingt, lockt TikTok mit Fame. Die Apps setzt weniger auf Abos und lange Videos, sondern Massen an kurzem Content, der auf einer „For You Page“ perfekt auf dich zugeschnitten ist. So bekommen dort auch kleinere Influencer:innen die Chance, gesehen zu werden. Lil Nas X (Old Town Road) wurde beispielsweise über TikTok bekannt.

TikTok – ein Brainchanger

Die „For You Page“ vereint viele der Negativpunkte von Social Media. Der sekundenlange Content gewöhnt das Gehirn an eine entsprechende Aufmerksamkeitsspanne und verhindert quasi qualitative Information. Ohne Abos sind die gezeigten Inhalte zu 100 % auf den User zugeschnitten und mindern so Diversität.

TikTok – ein Viewchanger

Doch eigentlich hätte TikTok Potenzial für Besseres. Gerade weil kleinere Influencer:innen leichter viral gehen können, wäre die Plattform optimal, um auf wichtige Themen mit kleinerer Audienz aufmerksam zu machen – wenn auch hier nicht das Problem der bereits beschriebenen Echokammer wäre. So fällt es stattdessen eher rechten Gruppen noch leichter Fake News zu verbreiten, da die Informationsqualität weniger geprüft wird und die Gruppen besser organisiert sind.

Demokratie 145

SocialMediafüruns

So solltest du Social Media nutzen (Foto: DisobeyArt, istock)

Auf den Vorderseiten haben wir über Social Media hergezogen, doch auch TikTok zeigt eigentlich Potenzial für mehr auf. Trotzdem muss man erstmal die schlechte Seite der Münze kennenlernen – denn die negativen Aspekte kann man eindämmen, für die folgenden positiven gibt es aber kaum Alternativen.

#politik 

Neben den offensichtlichen Vorteilen (Kontakte, Informationen, ...) findet sich hier nämlich auch ein Nährboden für politische Bewegungen, wie BlackLivesMatter und damit ein Sprachrohr für die jüngere Generation. Denn besonders gesellschaftliche Umbrüche, vor denen wir gerade mit Klimawandel und Verrentung stehen, brauchen junge und dynamische Einflüsse – die große Medienhäuser mit elitärem Vorstand oft nicht bieten können.

Rezo

Ein Beispiel hierfür sind Rezos “Zerstörungs-Videos” auf YouTube rund um Korruption und Klima-Katastrophe, in welchen er wichtigen Themen eine Bühne gibt, wie es vorher kaum jemand schaffte. Denn bei all der Kritik an Social Media sind auch die konventionellen Medien nicht vor Fake News, Schmiergeld und einseitiger Denkweise gefeit.

So wollen wir Social Media nutzen

Wir selbst nutzen für das lauter-Magazin seit fast einem Jahr Instagram bzw. Facebook und wollen damit die positiven Vorzüge der Plattformen nutzen, um als Community-Plattform auf der einen Seite unseren Leser:innen die Möglichkeit geben, durch Kommentare Einfluss auf das Magazin zu nehmen und auf der anderen Seite kreativen Menschen aus der Lausitz die Reichweite schenken, die sie verdienen. Gerade deswegen war es uns aber auch wichtig, einmal ausführlich über das Thema Social Media zu informieren.

Weitere Empfehlungen

ZDF MAGAZIN ROYAL
Hier: Facebook-Werbung im Wahlkampf

Simplicissimus
Hier: Shein Exposed

DIE DA OBEN!
Hier: TikTok-Strategie der AfD

MrWissen2go
Hier: Story hinter Ukraine-Krieg

VisualPolitik DE
Hier: Lage der Bundeswehr

MagnatesMedia
Hier: Movie about TikTok

Alicia Joe
Hier: Schönheits-OPs durch Social-Media

Der Dunkle Parabelritter
Hier: Cancel Culture und Social Media

Sport im Winter

Nicht Wintersport, sondern die nächste Fußball WM in Katar hat uns die Idee für das Demokratie-Thema der nächsten Ausgabe geliefert. Dort werden wir von den Auswirkungen der WM auf die Zukunft, über Sportswashing, bis zur Sportregion Lausitz verschiedene Aspekte beleuchten. Und wie versprochen findest du auf unserem Insta-Kanal einen entsprechenden Beitrag, unter dem du uns Anregungen oder Fragen für dieses Thema liefern kannst, welche dann aufgegriffen werden.

Sportswashing nächste Ausgabe

Demokratie 144

GenerationWhatTheFuck

Unsere neue Serie über Besonderheiten und Challenges unserer Generation. (Foto: satamedia, istock)

What the fuck is going on? Erst die Klimakrise, dann Corona, plötzlich ein Krieg – und jetzt geht’s wieder vorn los. Unsere junge Generation ist nach Jahrzehnten des warmen Wohlstandgefühls unserer Eltern jetzt einer Krise nach der anderen ausgesetzt. Statt des Wirtschaftswunders erleben wir Wasserknappheit. Dazu kommen brennende Bewegungen wie der Feminismus, die Gendergerechtigkeit und und und … Unsere Lebenswirklichkeit ist auch durch Social Media eine ganz andere, als sie es für unsere Eltern und Großeltern in deren Jugendzeiten war. Zunehmend stellt sich uns die Frage, wie wir den Karren noch aus dem Dreck ziehen sollen, gleichzeitig scheinen wir unbegrenzte Möglichkeiten der Entfaltung zu haben. Das Leben im Hier und Jetzt kann so bereichernd wie nie zuvor sein, doch ist nicht sicher, in welcher Welt wir selbst als Rentner:innen leben und wie viele Cents wir dann noch an Rente bekommen. Älterwerden macht manchen Jungen Angst, während viele Alte neidvoll auf die „jungen Kollegen“ blicken.

In unserer neuen Reihe „Generation WTF“ werfen wir einen Blick auf die Differenzen zwischen Generationen und decken auf, wie tiefgreifend sie sind – oder ob sie überhaupt existieren. Wir wollen beleuchten, worin die wichtigsten Herausforderungen für uns liegen, wie die Einstellung älterer Menschen diesen Challenges gegenüber ist und wie wir gemeinsam mit den Erfahreneren einen Weg aus dem Sumpf von Krieg, Corona und Klimakoma finden. Zumindest so weit, wie uns das möglich ist. Wir wollen Verständnis für Andere wecken, aber auch mit unserer Stimme Unverständnisvolle aus dem Schlaf holen. Dabei dürfen wir nie vergessen, dass der Ausgang der aktuellen Veränderungen zwar ungewiss ist, wir ihn aber selbst in der Hand haben. Wenn eine Generation den Neuanfang und -aufbau einer friedlichen, gesunden und klimafreundlichen Gesellschaft leisten kann (und muss), dann ist es unsere Generation.

X, Y, Z, What?

Die Wissenschaft macht sich seit dem 20. Jahrhundert Gedanken darüber, wie man Menschen aus unterschiedlichen Jahrzehnten am besten in Schubladen packen kann, um sie miteinander zu vergleichen. Jede:r hat bestimmt schon mal von der Generation „Babyboomer“ gehört. Damit sind laut Jugendforscher Simon Schnetzer alle gemeint, die von 1950 bis 1964 geboren wurden. Diese besonders starken Geburtengänge sahen sich in der Zeit ihres Berufseintritts mit der Ölkrise, dem Wettrüsten im Kalten Krieg und – erstmals seit Jahrzehnten – einer steigenden Arbeitslosigkeit konfrontiert. Sie bringen laut Schnetzer hohe Karriereziele, eine gute Anpassungsfähigkeit und Tatkraft mit.

Generationenmodelle nach Jugendforscher Simon Schnetzer

  • Babyboomer: 1950-1964
  • Generation X: 1965-1979
  • Generation Y: 1980-1994
  • Generation Z: 1995-2009
  • Generation α: 2010-2024
  • Generation β: 2025- …

Die Jahreszahlen sind übrigens keineswegs in Stein gemeißelt und unterscheiden sich von Wissenschaftler:in zu Wissenschaftler:in. Die Sozialwissenschaftler Luc Boltanski und Ève Chiapello zählen diejenigen zu den Babyboomern, die von 1956 bis 1965 geboren sind. Du als Leser unseres Magazins gehörst nach diesen Modellen jedenfalls zur Generation Y oder Z, da du vermutlich irgendwo im Zeitraum um 1980 und 2009 geboren bist. Was meinst du, was dein Alter über dich aussagt?

Generation Y (1908 bis 1994)

Schnetzer zufolge bist du freiheitsliebend, egoistisch und verwirklichst dich erst selbst, bevor es ans Kindermachen geht. Über die Rente machst du dir deinen Kopf, vielmehr war deine Jugend von Wohlstand geprägt.

Generation Z (1995 bis 2009)

Deine Jugend ist wiederum von der Angst geprägt, deinen Wohlstand wieder zu verlieren. Deine Eltern sind eher beste Freunde, Dating-Apps und Social Media machen dich süchtig nach Anerkennung. Außerdem tust du dich schwer damit, Entscheidungen zu treffen, kannst dich kaum konzentrieren und hast Schwierigkeiten, dich face-to-face auszudrücken.

Klingt für die Z’s unter uns nicht mehr so prickelnd? No worry, andere Wissenschaftler haben da andere Auffassungen. Jürg Ingold, ein Schweizer Sozialforscher attestiert den aktuell 13- bis 27-Jährigen eine ausgeprägte Leistungs- und Erfolgsorientierung, was auf eine hohe Bedeutung von beruflichem Erfolg schließen lässt. Auch das Thema Zukunftsangst entkräftete er und sprach in einer Studie den Z’lern eine gewisse Abgeklärtheit zu, die daraus resultieren soll, dass wir mit ständigen und schnellen Veränderungen in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen aufgewachsen sind.

Auch in Sachen Babyboomer-Eigenschaften liegen die Erkenntnisse letztendlich auseinander. Jugendforscher Simon Schnetzer und auch Autor Anders Parment zufolge sei ihnen beruflicher Erfolg besonders wichtig. Dennoch wird ihnen von den Forschern Erik Albrecht und Klaus Hurrelmann zugeschrieben, sehr viel Wert auf Selbstverwirklichung und Lebensqualität zulegen. Der Soziologe Markus Klein nahm dagegen schon 2003 an, dass Selbstverwirklichung für die Babyboomer nur eine geringe Rolle gespielt habe.

Altersstruktur Brandenburg

Brandenburg wird künftig noch älter sein – so sagt es die koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes.

Generation Young

Der eine sagt das, der andere das. Was denn nun? Eins ist wohl klar: Du bist individuell. Und das ist auch der Grund, warum die Generationenmodelle sich in ihren Zuschreibungen oft widersprechen. Schon im antiken Griechenland wurden der Jugend die einen oder anderen Eigenschaften zugeschrieben. Menschen haben einfach altersbedingte Einstellungen, und die ändern sich mit der Zeit. Die gesamte Gesellschaft hat sich in den letzten 100 Jahren verändert und verschoben, und das unabhängig vom Geburtsjahr. Außerdem verändern alle Leute mit zunehmendem Alter ihre Einstellungen, denn ihr Leben schreitet voran und sie sammeln Erinnerungen und Erfahrungen.

Wir sind daher der Meinung, dass wir die Generationenmodelle nicht zu ernst nehmen sollten – weder im Hinblick auf uns noch auf unsere Vorfahren. Angesichts reihenweise Krisen und unendlicher „What The Fuck“-Momente taufen wir uns fortan als Generation WTF. WTF umfasst Menschen wie dich und uns, die die Blüte ihrer Jugend und des jungen Erwachsenseins in der Zeit von Krieg, Corona und Klimakoma erleben. Die extremen Veränderungen ausgesetzt sind, deren Ausgang ungewiss ist. Und die mit aller Kraft versuchen, das Beste daraus zu machen.

Was macht für dich deine aktuelle Generation aus? Wie beobachtest du Gleichaltrige – und welche Herausforderungen unserer Generation WTF sind aus deiner Sicht die größten? Schreib uns via Instagram: @lauter.de

Generation WTF nächste Ausgabe

Foto: Rohappy, istock

Lifestyle 143

nadycatmützdirwas!

Jetzt bestellen: individuelle Beanie-Sets von nadycat! 

Mit der kühleren Jahreszeit beginnt wieder ihre Zeit: Beanie-Mützen sind absolute Klassiker und gelten als die unangefochtene Nummer Eins unter den Wintermützen. Im Onlineshop von nadycat, einem Familienbetrieb aus Hornow bei Spremberg, bekommst du die trendy Mützen regional, handgefertigt und nach deinem individuellen Geschmack.

So individuell wie du

Ob Motiv-Beanies vom Einhorn bis zum 3D-Baustein, Spruch-Beanies, einfarbige oder Zopfstrick-Beanies – mehr als 180 verschiedene Beanies warten darauf, von dir entdeckt zu werden. Bestellst du ein Set, bekommst du den passenden Loop gleich mit dazu. Auch bei der Fütterung (Jersey oder Fleece innen) und dem Kopfumfang kannst du unter verschiedenen Möglichkeiten wählen.

Egal, welche Jahreszeit ...

Neben Beanies bietet nadycat auch Caps, Handschuhe, Schals, XXL Musselin-Tücher, Haarbänder und vieles mehr – ein optimaler Shop also, um sich komplett mit hochwertigen Accessoires aus der Region auszustatten. Wer sich hautnah von der Lausitzer Beanie-Marke überzeugen will, besucht den Stand von nadycat beim „handgemacht Kreativmarkt“ vom 15. bis 16. Oktober in der Messe Cottbus.

Aktion: 10% RABATT mit dem Code LAUTERwarmeBEANIES (bis 14.10.2022)

nadycat – der Beanie-Onlineshop aus Hornow bei Spremberg
Handmade aus der Lausitz

www.nadycat.com 

Beliebte Beanies von nadybat:

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Lifestyle 138

InnereStärke:waskanndassein?

Teil 5 unserer Fitness-Reihe mit Bloggerin Nadin Eule-Mau

Innere Stärke kann ein Phänomen sein. Braucht oder sucht man sie, stellt sie sich partout nicht ein. Dann plötzlich taucht sie in unterschiedlichen Formen auf. Aber was genau ist innere Stärke?

Nenne es Mut, Kraftausdauer, Durchsetzungsvermögen, Entschlossenheit, Motivation oder auch Resilienz, also Widerstandsfähigkeit. Aber müssen wir für alle diese Qualitäten immer Härte nach außen zeigen oder können wir weich voller Emotionen genauso viel innere Stärke ausstrahlen oder sogar noch mehr? Dann wäre innere Stärke doch auch Akzeptanz, Loslassen, Zurücktreten, Beobachten und Bewusstheit. Wenn ich dich fragen würde, was du mit innerer Stärke verbindest, was würdest du antworten? Könntest du dem zustimmen, dass innere Stärke meist mit Kraft, Stabilität und Selbstsicherheit in Verbindung gebracht wird? Wie sieht es aber mit Loslassen, Akzeptanz und Bewusstheit aus? Mit dem Wahrnehmen eigener Bedürfnisse?

Was ich mich bei dem Thema immer wieder frage, ist, wieso wir innere Stärke oft so einseitig betrachten. Natürlich spielt dabei die Widerstandsfähigkeit eine maßgebliche Rolle, also wie wir mit Belastungssituationen umgehen. Aber wenden wir uns kurz ganz uns selbst zu. Innere Stärke kann Körperbewusstsein meinen. Körperlich können wir innere Stärke in unserer Mitte finden. Es ist die Verbindung von allem, was uns „beißen“, durchhalten lässt, was wir mit Kraftausdauer oder Durchhaltevermögen ausdrücken könnten. Ziele verwirklichen, eigene Vorgaben und Standards für sich erreichen, für das einstehen, was einem wichtig ist.

Für mich persönlich kann ich sie bei den Freuden des Lebens, beim Training oder auch auf der Yogamatte erleben. Es hat eine sehr lange Zeit gebraucht, bis ich meine innere Stärke zudem im Innehalten, Aushalten und Sein wahrnehmen und nutzen konnte. Das kann sich positiv auf die Betrachtungsweise auswirken, wie wir uns selbst und Umstände in unserem Leben sehen. Letztlich kann es den großen Unterschied machen zwischen ständigem Beschweren, Verharren in Gedanken- und Emotionskreisläufen und im Annehmen, was ist.

Das Wasserglas trotzdem als gefüllt zu betrachten, auch wenn es das Leben gerade nicht so gut mit uns meint, ist die Herausforderung. Sie ist einfacher zu meistern, wenn wir uns durch unsere innere Stärke leiten lassen und hin und wieder kraftvoll negative Dinge annehmen. Wir haben alles in uns, was wir brauchen und noch viel mehr. Denn Gefühle und Emotionen gehören genauso zum Leben, zu uns. Sie zu vermeiden wäre kein Zeichen von innerer Stärke! Für mich zeigt sich deshalb innere Stärke in Stabilität, die uns aber andererseits ermöglicht, gleichermaßen nahbar zu sein. Würdest du beispielsweise eine Yogahaltung ausprobieren wollen, könnte es der sogenannte Baum sein, der auf so wunderbare Weise unsere Körperhälften verbindet. Der Unterkörper steht mit Kraft, Stabilität und Öffnung für Yang, während der Oberkörper ganz bewusst weich, entspannt, losgelöst, abwartend sein darf. Ähnlich verhält es sich für die Leistendehnung. Wir halten mit den Beinen eine sanfte Kraft, während wir einen Teil des Körpers öffnen. Probiere es mal. Spüre, was es mit dir macht!

Laufen, Yoga, Gartenarbeit, ... Wenn du dich bewusst einer Sache verschreibst, und wenn es nur eine belanglose Nachmittagsbeschäftigung ist, kann es dein Wasserglas wieder auffüllen, deine innere Stärke lebendig werden lassen. Denn etwas hingebungsvoll zu machen, es zu genießen, füllt unsere leeren Alltagsspeicher auf. Wenn wir diese Sache bewusst achtsam ausführen, erfüllt uns das noch mehr mit Energie.
Innere Stärke kann aber auch eine zwiespältige Kraft sein. An Träumen festzuhalten kann genauso Stärke ausstrahlen wie Träume ziehen zu lassen. Wenn du wie ich ein Wettkampfmensch bist, kennst du vielleicht Momente, in denen du das Gefühl hast, dass deine innere Stärke komplett verloren ging. Mir geht es oft so, wenn ich kurz vor dem Wettkampf in einer extrem intensiven Trainingszeit stecke. Ich werde dünnhäutig, arbeite mich an der Intensität der Trainingseinheiten ab und ein offener Schnürsenkel kann mich zum Ausrasten bringen. Kurz vor der Taperingphase (die Ruhephase ein, zwei Wochen vor einem Wettkampf) ist definitiv die schwierigste Zeit in einer Saison. Kleine Hürden des Alltags stapeln sich auf wie der Mount Everest. Ich frage mich dann oft, wie wir als Kleinkinder nur so kleine Stehaufmännchen sein konnten. Als wir das Laufen gelernt haben und kaum zwei Schritte gehend das Rennen für uns entdeckten. Kein Sturz konnte uns davon abhalten, es immer wieder neu zu versuchen.

Das gilt auch für harte Momente im Leben, im Alltag des Berufs, ... Ich muss mich dann immer daran erinnern, dass die innere Stärke zurückkommen wird. Dass bald ein ruhiger Abschnitt beginnt und das Highlight folgt, für das all der Trainings- oder Arbeitsstress es wert war! Mantra-artig hole ich mir meine Zuversicht mit viel Vertrauen Stück für Stück zurück. Mein Wasserglas ist dann schnell zu klein und ich traue mich auch wieder, für Dinge einzustehen, die für mich richtig und wesentlich sind. Auch darin zeigt sich innere Stärke - im Mutig-Sein. Das emotional zum Ausdruck bringen zu können und dürfen, was einem wichtig ist.

Auf der ganz anderen Seite kann innere Stärke Akzeptanz zeigen sein. Beispielsweise Menschen gegenüber, die einem nicht wohl gesonnen oder unfreundlich sind. Oder wenn ich mich in Situationen bewusst hineingebe, die mir Unbehagen bereiten! Wenn ich mich Dingen stelle. Natürlich habe ich diese Stärke nicht immer. Ständig stolpere ich darüber, dass ich ungeduldig und mürrisch bin, dass ich an etwas festhalte, was ich glaubte losgelassen zu haben.

Aber ich frage dich: ist das nicht letztlich genauso eine Stärke das wahrzunehmen und anzuerkennen? Genauso als würde ich auf der Tartanbahn Intervalle laufen bis ich einen Kloß im Hals spüre und dann trotzdem weitere, härtere Intervalle anschließe. Oder wenn ich raus zu den ganz langen Läufen gehe. Mehrere Stunden durch die Wälder streife. Weil es Spaß macht. Weil ich diese Härte liebe. Und damit schließt sich der Kreis: weil ich das Körpergefühl liebe! Weil ich Kraftausdauer und Durchhaltevermögen liebe.

Mache ich es mir damit vielleicht zu einfach? Ist das nicht die wahre Stärke? Gibt es so etwas überhaupt wie wahre innere Stärke? Egal wie - während ich es hier aufschreibe, grübele ich, ob es nicht vielleicht viel kraftvoller ist, die eigenen Schwächen anzuerkennen und damit möglicherweise sogar selbstsicher umzugehen, als Stärke nur in Kraft zu suchen?!

Über Nadin Eule-Mau: Die in Brandenburg a. d. Havel geborene und in Berlin lebende PR- und Marketingspezialistin gehört mit ihrer Triathlon- und Fitness-Website eiswuerfelimschuh.de zu Deutschlands bekanntesten Sportbloggerinnen. Wenn sie nicht gerade für den nächsten Wettkampf trainiert, arbeitet die Triathletin freiberuflich als Copywriter und ist zudem Element Yogalehrerin und Mentorin in einer Berliner Yoga Akademie.

www.eiswuerfelimschuh.de

Foto oben: Oliver Eule, eiswuerfelimschuh

Lauter Animes 150

Crayman:Zeichner:ingesucht!

Crayman, unser Comic über Ray, den Helden aus der Lausitz, muss aktuell leider Pause machen, da uns der Zeichner davongelaufen ist. Wir sind eifrig auf der Suche nach einem neuen … Wir würden auch ein Taschengeld dafür springen lassen ;)

Du möchtest dich als Comiczeichner:in verwirklichen? Schreib' uns via Facebook, Instagram oder per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Lauter Animes 139

lauter.anime:Manga,Manhwa&Manhua

Manga, Manhwa und Manhua

(Foto: deberarr, istock)

Nein, das ist nicht der Beginn eines Zungenbrechers, sondern die asiatischen Formate des Comics. Mangas sind ja mittlerweile jedem geläufig, schließlich verzeichnen sie in Deutschland gerade einen richtigen Boom. Seit langem wächst die Branche und Corona hat 2021 zu einem Spitzenjahr mit einem Anstieg von 75 Prozent der Verkäufe gegenüber dem vorherigen gemacht. Damit machen Mangas mittlerweile über drei Viertel des gesamten Comic-… oder nun eher Manga-Marktes aus.

Light Novel – Manga – Anime

Gerade jüngere Zielgruppen werden über den Aufstieg von Animes zum Mainstream-Produkt und den dazugehörigen Clips oder Memes auf Social Media auch auf die „Buchversion“ aufmerksam. Dort lassen sich Mangas und Light Novels - ein eher textlastiges Format mit einzelnen ganzseitigen Bildern – auch auf Deutsch finden, was einen vielfältigen Medienmix ergibt. So wird oft erst ein Light Novel geschrieben und die Story erhält dann Adaptionen im Bereich Manga, Anime, Game usw.

Wo bleiben da Manhwa und Manhua?

In dieser Kette lassen sich die Manhwa und Manhua kaum wiederfinden, das „Wo“ ist aber trotzdem wichtig, so ist der Unterschied geografischer Art:

  • Manga – japanisch, schwarz-weiß, Leserichtung: hinten-vorne | rechts-links
  • Manhwa – koreanisch, farbig, Leserichtung: wie im Westen („normal“)
  • Manhua – chinesisch, farbig, Leserichtung: wie im Westen („normal“)
  • Sonderfall: Manhuas aus Hong Kong und Taiwan werden wie Mangas rückwärts gelesen.

Whats wrong with secretary Kim

Isekai, K-Drama und Wuxia

Natürlich ist dies nur eine oberflächliche Unterteilung, besonders die verschiedenen Genres wurden intensiv durch die Herkunftsländer geprägt. Während Mangas momentan sehr viel Zuwachs im Isekai-Bereich (Protagonist wird in Fantasy-Welt teleportiert) bekommen, orientieren sich Manhwas an K-Dramaserien oder thematisieren Videospiel-artige Welten und die Manhua-Szene wird von Wuxia-Storys dominiert, in denen durch Martial Arts und Meditation besondere Kräfte erlangt werden.

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Vom Krieg gezeichnet

Ein vielleicht unangebrachtes, aber passendes Wortspiel, da besonders die Kriege im asiatischen Raum einen Einfluss auf heutige Storys haben. Wer sich geschichtlich weniger auskennt: Japan war Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts sehr stark militarisiert, hat China ordentlich zugesetzt und Korea sogar erobert. Wie in US-Blockbustern Russland ist deswegen aus koreanischer oder chinesischer Sicht oft Japan der Antagonist.

Wie du mir, so ich dir

Die heutige Auswirkung der Problematik – japanische Anime-Studios adaptieren so gut wie keine Manhwas und Manhuas (Korea bzw. China selbst glänzen bei Animationen nicht gerade). Und das, obwohl legale und kostenlose Seiten wie „WEBTOON“ Millionen von Leser:innen haben.

Der (mögliche) Wandel

Die genannte Plattform hat seit Ende 2019 sogar eine Partnerschaft mit Crunchyroll, dem Streamingtitan aus den USA, sodass vor kurzem mehrere Manhwa auch eine Anime-Adaption bekamen. Und kurz darauf gab es selbst in der Anime-Community einen Hype um den Manhwa Solo Leveling, sodass dieser nun vom japanischen Studio A-1 Pictures (Sword Art Online, Love is War, Black Butler, ...) adaptiert wird.

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Die Politik

Ja sogar bis in die Politik reicht unser Thema, denn durch Chinas Machtstellung im asiatischen Raum und dessen bedrohliche militärische Ausrichtung rücken gerade Korea, Taiwan und Japan näher zusammen. Entspanntere Beziehungen könnten auch starke Auswirkungen auf die Anime-Branche haben und zu mehr Adaptionen von Manhwas führen.

Eine Goldgrube?

Kommt nach dem Vorreiter Solo Leveling jetzt eine große Welle an adaptierten Manhwa (mit China bleiben die Beziehungen angespannt) auf uns zu? Meine persönliche Sicht: eher nicht. Manhwas bzw. Webtoons überzeugen durch bildgewaltige Seiten, die sich kaum an den Panel-Aufbau von Mangas zu halten scheinen. Vom künstlerischen Aspekt werden hier Manga sogar teilweise übertrumpft. Dafür haben Mangas die besseren Storys und für eine Anime-Adaption ist das entscheidend, da hier krasse Szenen in Farbe eh dazukommen.

Anime-Tipps für den Herbst

Im Herbst kommt zwar erstmal nur ein Anime-Film auf die große Leinwand, dieser hat es dafür besonders in sich.

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One Piece Film: Red | 13.10.

Die mittlerweile fünfzehnte Verfilmung des wohl bekanntesten Animes kommt sowohl in Originalsprache mit deutschen Untertiteln, als auch in Synchronfassung in unsere Kinos. Nachdem schon die beiden Vorgänger „One Piece: Gold“ (2016) und „One Piece: Stampede“ (2019) bundesweit für ausverkaufte Säle sorgten, dürfte für Fans auch dieser Teil wieder besonders spannend werden. Diesmal ist die Strohhut-Bande nämlich zu Besuch auf der Musikinsel Elegia, wo Prinzessin Uta, die beliebteste Gesangs-Diva der Welt, ihr erstes Live- Konzert gibt. Und die ist niemand weniger als die Tochter des Piraten-Kaisers Shanks.

Monatliche Highlights

24.9. | 29.10. | 19.11. RESPAWN Berlin | METRONOM Berlin: Community-Treffen von 18 - 23.30 Uhr

21.-23.10. | MEX | Messe Berlin: Messe für Manga, Anime, Cosplay, Japan, Korea, Gaming u.a.

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Regionales

Neben dem Kino forderten die bisherigen Event-Tipps oft den Weg in die Hauptstadt, schließlich haben die meisten lokalen Anbieter entweder Corona nicht überlebt oder sind auf Kinder ausgelegt. Doch ein „Monatliches Manga Meetup“ in Cottbus - Töpferei Möbert – bildet hier eine Ausnahme, die in Sachen Größe zwar kein Vergleich ist, dessen Charme aber gerade diese heimliche Atmosphäre ausmacht. Auf der nächsten Doppelseite könnt ihr euch nochmal wortwörtlich ein Bild vom Treffen machen.

Monatliches Manga Meetup in Cottbus

Zum Treff

Ausrichterin Siggiko auf Instagram

Lifestyle 152

lauter.lieblingsort:phototanella

„Bei meinem Lieblingsort denke ich sofort an das Chekov, ein Jugendclub in der Stromstraße 13 in Cottbus. Hierher bin ich gekommen, um Anschluss in meiner neuen Heimatstadt zu finden und mich ehrenamtlich zu engagieren. Sofort wurde ich herzlich im Team aufgenommen, sodass sie innerhalb kürzester Zeit zu einer Art Familie für mich wurden. Hier habe ich schon viel gelacht, geweint und mich kreativ ausgelebt. Wenn du irgendwann mal in unserer schönen Ecke unterwegs bist, dann komm gerne vorbei, trink mit mir eine Himmelspforte und ich erzähle dir mehr. ;)“

Daniele aka. Phototanella / Aufgenommen am Chekov Cottbus/ Instagram: @phototanella

In jeder Ausgabe stellt ein:e Fotograf:in ihren absoluten Lieblingsort vor. Dieser darf in der Lausitz sein oder auch darüber hinaus – Hauptsache schön! Du möchtest auch mitmachen? Dann kontaktiere uns via Facebook, Instagram oder per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Lifestyle 152

lauter.money:RedakteurJokoübersInvestieren

Redakteur Joko: Auf Partys als DJ und Eventmanager unterwegs, während die Finanzen ganz nebenbei geregelt werden.

Inflation und Sparen – das waren die Themen unserer letzten lauter.money Rubrik, mit dem Fazit: Lieber investieren, als Geld durch steigende Preise wieder zu verlieren. Trotz dubioser Finanzgurus, predigenden Börsenexperten und geringer Expertise hat unser Redakteur Joko diese Hürde genommen und berichtet nun, wie es lief.

Begriffe

  • Daueraufträge: regelmäßige Überweisungen
  • Aktien: minimaler Anteil an einer Aktiengesellschaft
  • Depot: Konto mit Aktien etc.
  • Portfolio: Zusammensetzung des Depots – Mischung aus Aktien, Anleihen etc.
  • Aktienfonds: Pakete mit Aktien verschiedener Unternehmen
  • ETF: Fonds, die über die Börse gehandelt werden
  • Rendite: Betrag, um den angelegtes Geld wächst
  • Dividenden: Geldausschüttung von Aktiengesellschaften an Anleger

Wie viel Erfahrung hast du im Bereich Investments?

Ich setze mich seit etwa vier Jahren mit dem Thema Geldanlage auseinander und fing vor drei Jahren mit dem Investieren an. Seitdem lasse ich mein Portfolio beständig anwachsen – und zwar mit monatlichen Daueraufträgen.

Was war dein erster Schritt hin zum Investieren?

Das Lesen eines Buches von Bodo Schäfer: „Money oder Das 1x1 des Geldes“. Damit hatte es bei mir Klick gemacht und ich erkannte, dass ich so schnell wie möglich damit anfangen muss, privat für mein Alter vorzusorgen. Also begann ich damit, mich über Anlageformen und deren Vor- und Nachteile zu informieren.

Wie viel hattest du gespart, bevor du dein Depot eröffnet hast?

Gar nichts - ich habe monatlich von der Hand in den Mund gelebt.

Wie viel von deinem Lohn legst du dir beiseite?

Jeden Monat investiere ich 125 Euro in verschiedene Finanzprodukte. Zusätzlich wandern 25 Euro auf mein Notgroschen-Konto, durch das ich jährlich 300 Euro für Zwischenfälle, wie die baldige Stromabrechnung, beiseite packe.

In was hast du investiert?

Momentan habe ich Depots bei der Sparkasse, der Deutschen Bank und der ING. Auf diesen verwalte ich fünf verschiedene Aktienfonds und ETFs.

Was macht deine Finanzprodukte für dich so attraktiv?

Sie bieten für mich das beste Verhältnis zwischen Risiko und Rendite. Jeder meiner Aktienfonds und ETF beinhaltet Anteile an Aktien von tausenden Firmen, die sich über alle denkbaren Branchen und Länder erstrecken. Der Clou: Performed eines der enthaltenen Unternehmen nicht so gut, dann fällt das kaum ins Gewicht. Dafür ist aber auch die zu erwartende Rendite nicht die Welt. Konkret wuchsen meine Aktienfonds und ETFs in den vergangenen 20 Jahren durchschnittlich um 5 bis 10 Prozent im Wert.

Du machst also 5 bis 10 Prozent Rendite im Jahr?

Ja, aber nicht nur. Manche Aktiengesellschaften zahlen bekanntlich Dividenden aus, welche bei mir automatisch reinvestiert werden. So baut sich ein Zinseszinseffekt auf, mathematisch betrachtet also eine exponentielle Renditekurve.

Diagramm Zinseffekt

Hast du schon überlegt, in Formate zu investieren, die mehr Geld abwerfen könnten?

Investments in einzelne riskante Titel kommen für mich nicht in Frage, denn sie setzen voraus, dass ich mir täglich die Zeit nehme und mich damit auseinandersetze. Je höher nämlich die mögliche Rendite ist, desto höher ist auch das Verlustrisiko. Jede:r sollte für sich den passenden Weg finden, auf welchem sich das Risiko-Rendite-Verhältnis gut anfühlt. Ich habe wenig Aufwand und eine Rendite, die in der Regel höher als die Inflationsrate liegt. Dabei ist ein langer Atem vorausgesetzt - das ist bequem, aber auch nichts für jedermann.

Hast du schon größere Rückschläge erlebt?

Tatsächlich haben die wirtschaftlichen Unruhen infolge des Ukrainekriegs meine Wertsteigerungen der beiden Vorjahre fast komplett aufgefressen. Das kann sich wie ein Rückschlag anfühlen. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass auf jede Krise ein noch größeres Hoch folgt.

Ist dann jetzt eine gute Zeit mit dem Investieren anzufangen?

Ja, weil die Kurse gerade so niedrig sind wie seit Jahren nicht mehr. Das bedeutet: Man bekommt mehr Anteile für sein Geld.

Wie viel Geld willst du dir für deine zukünftige Rente beiseiteschaffen?

Als Rentner schalte ich vom Reinvestieren ins Ausschütten im. Gehe ich weiterhin von einer Rendite von 5 Prozent pro Jahr aus, dann würde mir 1 Million in Aktienfonds und ETFs eine jährliche Ausschüttung von 50.000 Euro einbringen. Das mag utopisch klingen, aber immerhin habe ich schon angefangen!

Wenn jemand am Investieren interessiert ist – was wäre deine Message?

Nicht zu sparen und sich auf die gesetzliche Rente zu verlassen, sollte meiner Meinung nach keine Option sein. Einfach anfangen! Umso früher man startet, desto stärker kann der Zinseszinseffekt (s.o.) seine Wirkung entfalten.

Anregungen, Feedback, (nachträgliche) Fragen? Schreib uns via Instagram: @lauter.de

Lifestyle 135

lauter.blablaHerbst2022

Die Blablas der Herbstausgabe 2022

Inflationswitz: Was heben sich Deutsche auf für schlechte Zeiten? Kartoffelpuffer, höhö

Hallo, will jemand meinen alten Laptop kaufen? Intel Core i5, Nvidia Grafik, 3 Jahre alt

Liebe L., ich wollte dir schon immer mal sagen, dass ich dich mega scharf finde. Dein T.

Ich spotte die Rothaarige, die am 31.8. allein mit ihrem Pudel beim Italiener im Lausitz-Center gegessen hat. #fellinlove

Liebe lauter-Babos, euer Interview mit Swiss fand ich richtig Bombe. Und erst recht den Moshpit beim Laut Gegen Nazis!

Kleinanzeigen? Witze? Suche? Biete? Liebesgeständnisse? Heiratsanträge? Scheidungen? Fragen? Antworten?

100% anonym!

Schreib uns bei Insta, Facebook oder per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und dein Blabla landet in der nächsten Ausgabe!

Demokratie 281

NichtdieblauenSocken!DieKampagnezurCottbuserOB-Wahl

Wir provozieren mit Humor und setzen ein Zeichen für demokratische Werte in Europas Modellstadt für Strukturwandel!

Am 11. September wird in Cottbus ein:e neue:r Oberbürgermeister:in gewählt, sieben Kandidaten sind im Rennen. Eine Wahl, die auf den ersten Blick kaum bedeutend scheint, rangiert Cottbus mit seinen rund 99 Tausend Bewohnern der Größe nach doch nur auf Rang 82 der deutschen Städte. Dennoch hat diese Wahl für die zentralen Zukunftsfragen eine nationale, wenn nicht sogar europäische Dimension. Gewählt wird nicht nur die Stadtspitze, sondern eine strategische Personalie im Herzen des Strukturwandels der sich beispielhaft wandelnden Kohleregion.

Cottbus ist als Oberzentrum der Lausitz Taktgeber des Braunkohlereviers im Transfer zu Europas Modellregion für Klimaschutz, Wachstum und Strukturwandel. Hier soll etwas entstehen, dass den weiteren rund 40 Kohleregionen Europas als Vorlage für ein nachhaltiges, klimafreundliches Wirtschaften und Leben dient. Allein in Cottbus werden u.a. mit Megaprojekten wie Europas modernstem Bahnwerk, einer Universitätsmedizin und einem neuen Forschungscampus über vier Milliarden Euro investiert. Rund 15.000 neue Arbeitsplätze sollen dazu in der Stadt entstehen. Parallel wächst der Cottbuser Ostsee als größter von Menschenhand geschaffener See Mitteleuropas an die Stadt heran. Deshalb wirbt die Stadt derzeit bundesweit als „Boomtown“ um Mitgestalter. Europas Green Deal – sein Erfolg könnte maßgeblich in Cottbus und der Modellregion Lausitz entschieden werden.
Die Cottbus-Wahl wird zeigen, wessen Handschrift dieser Aufbruch in den kommenden Jahren mitträgt.

Junge Menschen sehen die Stadt als weltoffenen Chancenort

Viele junge Cottbuser:innen sehen ihre Stadt als bunten, weltoffenen Chancenort. Eine Gruppe von Akteuren möchte deshalb allen Bewohnern im Vorfeld der Cottbus-Wahl deutlich machen, dass Populismus auf dem Nährboden erfahrener Enttäuschungen, der keine wirklichen Lösungen anbietet, die falsche Wahl ist – und einer lebenswerten Zukunft in ihrer Heimat entgegensteht. Analog zum bekannten Wahlkampfmotiv der „Roten Socken“ (Bundestagswahl 1994) gegen einen damals vermeintlich drohenden Linksrutsch wenden sie sich in einer humorvollen Aktion gegen Populismus und rechtes Gedankengut.

Die erste Blaue-Socken-Kampagne Deutschlands soll in Cottbus ein klares Signal für eine junge Generation setzen, die hier mit passenden politischen Rahmenbedingungen Antworten auf den gesellschaftlichen und ökologischen Wandel geben möchte.

Bunt besockte Protagonist:innen

Die Protagonist:innen, deren bunt besockte Beine die Kampagne in die Öffentlichkeit tragen, stehen beispielhaft für die Vielfalt und Weltoffenheit der Stadt. Aufgenommen wurde das Fotomotiv im Regenbogenkombinat Cottbus, das Heimat der queeren Community der Stadt ist. Initiiert wurde die Kampagne von der Vereinsjugend Pro Lausitz (Pro Lausitzer Braunkohle e. V.). Unterstützt wird die Kampagne weiterhin von verschiedenen Aktiven der Zivilgesellschaft, wie beispielsweise der Initiative Junge Lausitz, dem Brandenburgischen Präventions- und Rehabilitationssportverein e.V. (größter Sportverein im Landessportbund Brandenburg), der Gründungswerkstatt Zukunft Lausitz und dem CSD Cottbus e.V. Für die Umsetzung sorgte das Kreativbündnis Lausitz Marketing AG. Die Blaue-Socken-Kampagne wird per Plakatierung im Stadtbild und Kommunikation im Web und Sozialen Medien umgesetzt.

Lars Katzmarek, Vorstand Pro Lausitz: „Im Ankerzentrum des Lausitzer Strukturwandels stehen wir junge Menschen für Vielfalt und Willkommenskultur. Mit einem klaren JA zu einem Miteinander im Aufbruch der Lausitz wollen wir zur Cottbus-Wahl alle Wähler:innen motivieren, Stadt und Region für die kommenden acht Jahre in weltoffene Hände zu legen.“

Laura Staudacher, Initiatorin Junge Lausitz: „Cottbus braucht junge Menschen – nicht nur, um den Strukturwandelprozess erfolgreich zu bewältigen. Wir wollen als junge Generation ein Zeichen dafür setzen, dass sich auch andere für unsere Lebensrealität in einer weltoffenen und zukunftsgewandten Stadt begeistern.“

Frances Herrmann, Team Paralympics Deutschland/ehem. Weltrekordlerin und mehrfache Paralympics-Medaillengewinnerin: „Cottbus ist aktuell Deutschlands Hauptstadt der Paralympics und gewann zuletzt mehr Medaillen als Berlin, München, Hamburg und Stuttgart zusammen. Mein Cottbus ist eine weltoffene Stadt für alle Menschen, die ich gern mit Sportsgeist und bunten Socken gegen Populismus verteidige.“

Amadeo Löder, Team lauter-Medien: „Wir wollen der jungen Generation im Wandel der Lausitz eine Plattform geben – und wir wollen einen Erfolg dieses Wandels. Deshalb packen wir Populismus genau dorthin, wo er hingehört: in den Müll.“

www.pro-lausitz.de 

www.junge-lausitz.de 

www.bprsv-online.de

www.lauter.de

www.lausitz-marketing.de 

www.boomtown.de 

www.puecklerstadt.de

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Junge Lausitzer engagieren sich zur Cottbus-Wahl mit bunten Socken gegen Populismus: Lars Katzmarek, Laura Staudacher, Amadeo Löder und Frances Herrmann (v.l.n.r.). 

Lauter Animes 269

Crayman:Episode5

Crayman ist die Story des Studenten Ray Kolder der nicht ganz konventionell, nämlich ungewünscht per Spritze, seine Superkräfte erhält. Ganz anders als Superman & Co. hat er weder die heroische Denkweise noch Laseraugen, sondern ist ein Normalo … nur eben mit Krebskräften. Ein Krebs? Lasse dich überraschen, wie er die wortwörtliche Bürde seiner Superkräfte trägt und was er gegen die Leute unternimmt, die gewaltsam versuchen, sein Leben zu verändern.

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Lauter Animes 260

Crayman:Episode4

Crayman ist die Story des Studenten Ray Kolder der nicht ganz konventionell, nämlich ungewünscht per Spritze, seine Superkräfte erhält. Ganz anders als Superman & Co. hat er weder die heroische Denkweise noch Laseraugen, sondern ist ein Normalo … nur eben mit Krebskräften. Ein Krebs? Lasse dich überraschen, wie er die wortwörtliche Bürde seiner Superkräfte trägt und was er gegen die Leute unternimmt, die gewaltsam versuchen, sein Leben zu verändern.

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Lauter Animes 252

Anime-Kultur+TippsimSommer

Konnichiwa!

Schon in der letzten Ausgabe haben wir mit der Akzeptanz gegenüber Animes & Manga in Deutschland ein eher “seriöses” Thema angesprochen und wollen versuchen dies auch jetzt aufrecht zu erhalten. Deswegen nun ein ernstes Thema: Kultur.

Naruto, Demon Slayer & Co.

Seriosität bei der Überschrift? Tatsächlich, denn was die beiden Shounen-Anime neben ihrem Erfolg gleich haben ist der deutliche Bezug zur japanischen Kultur. Und da sind sie nicht die Einzigen, ob Shinigamis in Death Note oder Bleach, Dämonen in Jujutsu Kaisen oder Chihiros Reise in Zauberland oder einfach nur beeindruckende Kulissen von Schreinen und Natur in Your Name - was Japan ausmacht, macht auch die Animes aus.

Anime 2022 2 Yokai
Die kuriosen Yokai entspringen vielen japanischen Sagengeschichten und lassen sich in Animes, (wie Inuyasha), Games (wie Ghost of Tsushima) oder selbst auf Süßigkeiten wiederfinden. (BIld:See page for author, CC BY 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/4.0, via Wikimedia Commons)

Deutschland und Wilder Westen?

Wenn man dagegen auf den Hintergrund der erfolgreichsten Filme hierzulande achtet, fällt da vor allem mit Platz 1 Der Schuh des Manitu auf, begleitet von Winnetou, Old Shatterhand, Der Schatz im Silbersee & Co auf. Gute 10.000km beträgt die Entfernung zwischen Deutschland und der Heimat von Indianer und Cowboys. Fack ju Göhte als Geschichte einer deutschen Oberschule liegt da schon näher und ist wenigstens auch in HD verfügbar, fühlt sich aber trotzdem nicht nach deutscher Kultur an. Aber Moment mal…

Was ist eigentlich die “Deutsche Kultur”?

Laut wikipedia gehört von Literatur, über Mode und Sport irgendwie alles dazu, andere Seite begrenzen das auf die Hochkulturund nennen Namen, wie Goethe und Schiller. Fühlt sich aber nicht ganz so an, wie der japanische Vergleich. Besser passt da schon ein weiterer der Top-Filme Deutschlands: 7 Zwerge - Männer allein im Wald. Mit 6,7 Mio. Kinobesuchern hat der immerhin rund halb soviel, wie Platz eins und kombiniert Otto Waalkes mit Märchen. Sind die Werke der Gebrüder Grimm deutsche Kultur?

Japanische Mythologie

Schon allein die Frage, was Kultur eigentlich ist zeigt eine mangelnde Präsenz auf. In Japan dagegen pilgern jährlich Millionen zu den 123 Tempeln auf dem Berg Koya und allein Kyoto zählt 2.000 Tempel und Schreine. Dabei wird in den Tempeln der Buddhismus und in Schreinen der japanische Shintoismus verehrt. Dieser vertritt die Ideologie einer beseelten Natur und als “Kami” werden Land- und Schutzgeister verehrt, die in allen möglichen Formen auftreten können (selbst in Gegenständen oder starken Gefühlsregungen).

Verbrennt die Hexe!

Was manch einer nicht weiß - Germanen, Kelten und Slawen besaßen früher eine ähnliche Vorstellung. Sie verehrten ebenso heilige Flüsse, Berge und Plätze, bzw. setzen sie mit Gottheiten gleich und auch zur Welt-entstehung hatten sie eigene Geschichten, von 9 verschiedenen Welten…

Anime 2022 2 Hammer  Anime 2022 2 Toori
Links mehr zur germanischen und rechts mehr zur japanischen Mythologie und Weltentstehung.

Im Laufe der Christianisierung wurde dieser alte Glauben allerdings nahezu komplett verdrängt. Die “heidnischen” Vorstellungen wurden dämonisiert, Schrate, Riesen, Zwerge, Trolle und selbst damalige Götter wurden mit dem Teuflischen gleichgesetzt und Gläubige als Ketzer abgestempelt.

Konstanz - ein besonderer Charme

Gerade dies dürfte auch der Gegensatz zu Japan sein. Hier werden uralte Traditionen weiterhin gepflegt - das beste Beispiel ist der Schrein Ise-jingū, wo seit dem Frühmittelalter ein heiliges Artefakt / Throninsignie aufbewahrt wird, die allerdings keiner zubekommen darf, nicht einmal die dortigen Priester, da es sonst Unglück bringen würde. Gerade diese alten Bräuche erzeugen ihren ganz eigenen Charme, der die Kultur Japans so interessant macht und ebenso deutlich auf Animes und Manga abfärbt. In Deutschland wäre zwar das Kirchliche oder Märchen eine vergleichbare Parallele -
Zumindest ich selbst aber, weiß auch jetzt immer noch kaum etwas über die frühere Kultur der Germanen, nehme Religion und Traditionen nicht so präsent wahr und von der früheren Mythologie habe ich nun zum ersten Mal erfahren

Anime-Tipps

Auch diesen Sommer kommen kommen viele Animes auf die große Leinwand.

26. Juli
"Sing a bit of Harmony" handelt von der mysteriösen Shion, die durch ihr Talent, vor allem das Singen, an ihrer neuen Schule schnell beliebt wird. Doch kurz darauf entdeckt eine kleine Gruppe, dass sie eigentlich der Protoyp einer künstlichen Intelligenz ist und wollen helfen ihr Ziel zu erfüllen - glücklich werden.

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August
Wer den Namen Dragon Ball noch nie gehört hat ist hier wahrscheinlich in der falschen Rubrik gelandet, schließlich begeistert das Franchise schon seit 30 Jahren und ist ein echter Klassiker. “Dragon Ball Super: SUPER HERO” hat zwar noch kein genaues Startdatum, ist aber zumindest für diesen Sommer geplant.
Damit erfolgt Crunchyrolls erste weltweite Filmveröffentlichung,der, mit weitem Ausblick in die Zukunft, 2023 ein weiteres Highlight folgen wird. Denn dort wird "Suzume no Tojimari" ebenso internationalherausgebracht, der aus der Federspitze des Regisseurs von "Your Name" entspringt.

Anime 2022 2 DragonBall Plakat  Suzume no Tojimari mikro

Monatliche Highlights:

15. - 17. Juli: Anime Messe im Filmpark Babelsberg
5. - 7. August: Elbenwald Festival im Spreeauenpark Cottbus
21. - 23. Oktober: Manga & EntertainmentEXPO (MEX) in Berlin

Manga Day 2022
Frei nach dem Gratis-Comic-Tag der im Mai stattfand ist nun der "Manga Day" für den 27. August geplant. Dieser widmet sich nun aber ausschließlich dem fernöstlichen Medium und wartet mit 25 Sonderproduktionen von 8 verschiedenen Labels auf. Darunter sind Klassiker, wie Ranma ½ und Neuheiten, wie Spy x Family - welche kostenlos in vielen Buchhandlungen zu erhalten sein werden.

Anime 2022 2 MangaDay2022 Logo

Mehr Informationen unter:
www.mangaday.de

Lauter Leute 360

lauter.leute:Patlografie

Echter Name: Patrick Lucia
Geburtsdatum: 03.01.2002
Geburtsort: Forst (Lausitz)
Beruf: Fotograf und dualer Student
Lieblingsort: Amsterdam
Lieblingsgetränk an der Bar: Mojito – mit viel Rohrzucker ;)
Lieblingsmusik im Club: Ein Mix aus Tekk und Schlager (ganz komisch, ich weiß)
Lieblingsmusik beim Chillen: Ich höre so gut wie alles, es kann ruhig oder auch ein bisschen härter sein :D
Letzter Song auf Spotify: Zeit von Rammstein

Was war dein erstes Motiv mit einer professionellen Kamera?

Als gebürtiger Forster kommt natürlich nichts anderes in Frage als unser „Dicker“ – der Wasserturm. Diesem habe ich tatsächlich auch meine Anfänge als Fotograf zu verdanken. Bei einer stürmischen Gewitternacht habe ich von unserem Fenster aus wild drauf losfotografiert. Der Wasserturm in der Mitte und die Gewitterwolken drumherum. Nach ca. 45 Minuten und 300 Bildern sind dort wahre Schätze entstanden. Eins davon habe ich auch mitgebracht – siehe unten.

Gewitterbild Wasserturm

Wer ist dein größtes Vorbild?

Eine Mischung aus Elon Musk und Steve Jobs.

Wie würdest du jemandem beschreiben, was dein Alleinstellungsmerkmal ist?

Viele, die mich nur aus den sozialen Medien kennen, sagen, es ist mein Stil. Genauso sollte es auch bei einem Fotografen sein. Meine Kunden würden mein Alleinstellungsmerkmal sicherlich als eine Mischung aus meinen Bildern und meiner persönlichen Art beschreiben. Mir ist wichtig, dass das Shooting nicht nur den Zweck des Bildermachens hat. Meine Kunden sollen sich vollkommen wohlfühlen und mein Ziel ist es, das Shooting zu einem Erlebnis zu machen.

Welche drei Eigenschaften machen für dich ein gutes Foto aus?

Bildkomposition, Farben und die Leidenschaft des Fotografen, die man sehen muss.

Welche Art von Fotos machst du?

Ich fotografiere so ziemlich alles, was mir vor die Linse kommt. In den letzten Jahren habe ich mich aber auf Paare, Familien und Hochzeiten spezialisiert, denn dort kann ich mit meiner Arbeit suuuuper viele Leute glücklich machen. Das Strahlen der Kunden, wenn sie sich zum ersten Mal die fertigen Bilder anschauen, ist unbezahlbar. Zusätzlich bin ich auch Party- und Eventfotograf.

Was hat dich überzeugt, deinen aktuellen Lebensabschnitt in der Lausitz zu verbringen?

Meiner Meinung nach ist die Lausitz eine aufstrebende Region mit vielen Potenzialen und Chancen, die es zu erkennen und anzupacken gilt. Außerdem bin ich waschechter Lausitzer und möchte auch nicht irgendwo anders hin. Ich stehe zu meiner Heimat, liebe die Art der Leute hier und an jeder Ecke bietet sich ein ganz anderes Fotomotiv. Die Lausitz offeriert mir und meinen Kunden jeden Tag neue Ideen und Locations. Von grünem Wald bis Wüste, vom ländlichen bis zum städtischen Raum, von Seen bis zur Heide – welche Region bietet diese Vielfalt denn sonst?

www.linktr.ee/patlografie 
www.patlografie.de 

Lauter Leute 320

lauter.leute:MadamMonarch

Echter Name: Jody Aliya Berndt
Geburtsdatum: 13.03.2002
Geburtsort: Cottbus
Beruf: Selbständige Künstlerin
Lieblingsort: Parks und Wälder
Lieblingsgetränk an der Bar: Wasser, sehr simpel
Lieblingsmusik im Club: Electro Swing
Lieblingsmusik beim Chillen: Alles, was mir gerade so gefällt
Letzter Song auf Spotify: Baby Don‘t Dance – Mother Mother

Wenn das Leben ein Marveluniversum wäre – in welchem würdest du gern spielen und warum?

Um ehrlich zu sein, war ich nie ein Mensch, der großes Interesse an der Welt von Marvel- oder DC-Comics oder -Filmen hatte. Mein Interesse lag eher in Animes, Cartoon-Serien und Videospielen. Wenn ich mir aber eine fiktionale Welt aussuchen könnte, würde ich gerne entweder in der Welt von Pokémon, Portal (Videospiel) oder Madness Combat (Cartoon und Videospiel) leben!

Wer hat dich zum Zeichnen inspiriert?

Nicht nur eine Person, sondern die Animations-Community zwischen 2013 und 2015 hat mich dazu Inspiriert, die Kunst wirklich ernst zu nehmen: von witzigen Videospiel-Parodien über wunderschön animierte, fan-made Musik-Videos bis hin zum Fan-Content von Serien und Spielen, die ich in dieser Zeit mochte.

Welche Bedeutung steckt hinter deinem Künstlernamen?

Als ich den aktuellen Namen ausgewählt habe, war ich in einer Zeit der Veränderung. Das Wort „Monarch“ in meinen Namen steht für den Monarchfalter. In der Spiritualität, die ich praktiziere, stehen Schmetterlinge für die Transformation, in der ich mich zu diesem Zeitpunkt gefühlt habe. Das „Madam“ hat einfach gut zu dem Wort Monarch gepasst, mehr gibt’s da nicht zu sagen!

Welche deiner Zeichnungen magst du am meisten?

Auch wenn diese nicht wirklich nach viel aussieht, hat die braune Zeichnung unten links eine wirklich große persönliche Bedeutung für mich. Und auch wenn sie nicht auf demselben Level ist, wie meine andere Kunst, wird sie immer einen Platz in meinen Herzen haben.

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Würdest du mit dem Zeichnen einmal gern deinen Lebensunterhalt verdienen? Und wenn ja: Wie weit siehst du dich auf diesem Weg?

Auf jeden Fall will ich irgendwann versuchen, meine Kunst Fulltime zu machen, sodass ich auch von ihr leben kann. Ich sehe mich auch schon auf einem guten Weg, aber man kann ja immer versuchen, noch besser zu werden!

Instagram: @madam_monarch._

Twitter: @madam_monarch

Lauter Leute 300

neelaundjack

Echter Name: Neela Medea
Wohnort: Cottbus
Beruf: Schülerin am Max-Steenbeck-Gymnasium
Lieblingsort: Reiterhof
Lieblingsgetränk an der Bar: stilles Wasser
Lieblingsmusik: Pop

Seit wann reitest du – und wie kam es dazu?

Ich bin seit ich kleiner war immer mal wieder auf unterschiedlichen Reiterhöfen geritten, doch habe jedes Mal aufs Neue aufgehört, da der konventionelle Englisch-Reitunterricht nichts für mich war. 2020 kam dann in mir wieder das Interesse auf, Reitunterricht zu nehmen, aber diesmal auf einem Reiterhof, der zu mir passt. So bin ich zum Westernreiten gekommen, wo ich den respektvollen und fairen Umgang mit Pferden gelernt habe.

Dein Pferd Jack ist ein Appaloosa. Was zeichnet diese Pferderasse aus?

Also mein eigenes Pferd ist Jack nicht, auch wenn ich mir wünschte, er wäre es. Ich bin seine Reitbeteiligung und seine Besitzerin ist meine ehemalige Reitlehrerin, bei der ich das Westernreiten gelernt habe.
Dass Jack ein Appaloosa ist, merkt man ihm vor allem durch sein Aussehen an. Appaloosa haben sehr auffällige Fellzeichnungen, so auch Jack. Außerdem ist seine Rasse für das Westernreiten gut geeignet, weshalb er auch nicht der einzige Appaloosa meiner ehemaligen Westernreitlehrerin ist.

Wie kam es, dass du ausgerechnet mit Jack so stark zusammengewachsen bist – und nicht mit einem anderen Pferd?

Na ja, wenn man das so sagen will, habe ich mir von den vier Pferden meiner ehemaligen Reitlehrerin das kränkste ausgesucht. Ich wollte ihm einfach eine Abwechslung zum für ihn alltäglichen Reitunterricht bieten und etwas für seine Gesundheit tun.

Was findest du an Jack am niedlichsten?

Am niedlichsten finde ich, dass er es mittlerweile richtig genießt, wenn ich ihn kraule. Früher mochte er das nicht so, doch jetzt legt er gerne seinen Kopf auf meiner Schulter ab und zuckt super niedlich mit seiner Lippe, wenn ich ihn an seinen Lieblingsstellen kraule.

Bei Instagram schreibst du über intrinsische Motivation bei Pferden. Was bedeutet das?

Intrinsische Motivation ist die eigene, innere Motivation. Ich arbeite im Pferdetraining mit einem Konzept, das sich Intrinzen nennt. Das heißt für mein Training, dass Jack Mitspracherecht hat und seine Mitarbeit im Training durch seine eigene Motivation gesteuert wird. Somit kann er auf Übungen, die ich vorschlage, eingehen, eine andere Übung vorschlagen oder sich dem Ganzen entziehen und mir mitteilen, dass er eine Pause braucht.

Welche anderen Motivationsformen bei Pferden gibt es?

Neben der intrinsischen gibt es noch die extrinsische Motivation. Extrinsische Motivation bedeutet, dass ein bestimmtes Verhalten durch äußere Reize hervorgerufen wird. Das kann Druck sein, wenn man beispielsweise am Halfter des Pferdes zieht, aber auch Leckerlis bieten einen externen Anreiz, der ein Pferd motivieren kann.

Würdest du dir wünschen, dass mehr Menschen die intrinsische Motivation bei Pferden wecken?

Ja, denn bis jetzt arbeiten die meisten Pferdeleute noch mit extrinsischer Motivation. Doch die Anzahl der Menschen, die mit Intrinzen arbeiten, steigt stetig. Ich bin überzeugt vom Training auf der Grundlage der Eigenmotivation des Pferdes und hoffe, dass noch mehr Menschen den Spaß an spielerischem Pferdetraining entdecken.

Wenn man das Interesse hat, selbst Zeit mit Pferden zu verbringen, wie und wo kann man das als Neuling machen?

Als Neuling kommt ein eigenes Pferd oder eine Reitbeteiligung kaum nicht infrage. Deshalb reitet der Großteil der Anfänger auch auf Reiterhöfen. Hier sollte man als Reitneuling darauf achten, wo genau man Reitunterricht nimmt. In vielen Ställen wird den Schülern leider beigebracht, die mit Seilen fixierten und größtenteils in der Box eingesperrten Pferde grob und respektlos zu behandeln. Das ist den meisten Anfängern gar nicht bewusst.

Deswegen sollte man sich zuerst zu den Bedürfnissen von Pferden und den ganzen Zwangsmitteln, die so im Reitsport angewandt werden, mit ihren vielen negativen Auswirkungen auf die Pferde, belesen, bevor man auf Reiterhofsuche geht.

Instagram: @neelaundjack

Events 360

MitVollgasindenSommer!

Action mit Gokarts und bald: Paintball.

Raus aus der City – rauf auf die Kartbahn! Der Freizeitpark Löschen startet in die Kart-, Fun- & Event-Saison. Dich erwarten nervenaufreibende Rennen, attraktive Veranstaltungen, eine coole Location zum Chillen, und neu: Paintball-Action!

Der Adrenalinkick

Hol‘ dir den Adrenalinkick beim Kart-Fahren mit 6, 9 oder 18 PS. Dich erwartet eine der Top 10 besten Kartbahnen Deutschlands mit einer Länge von 1.000 Metern, Zeitmessanlage und speziellem Rennasphalt. Den Klassiker – das Fun-Race mit Training, Qualifying und Rennen – kannst du schon ab fünf Fahrern buchen.

Der Cooldown

Bei „RAYVI’s“ – der hippen Cocktailbar in einem Seecontainer mit riesiger Loungefläche – gibt es leckere Shakes, Cocktails, Kaffee-Spezialitäten und einen Pizza-Cube. Die Sonnenterrasse lädt mit direktem Blick aufs Renngeschehen zum Runterfahren ein.

Der Ausblick

Demnächst kommt eine weitere Attraktion im Freizeitpark Löschen dazu: Paintball-Action! Direkt im Freizeitpark – indoor sowie outdoor – wirst du dich in mehreren Szenerien mit deinen Freunden messen können. Verfolge die Social Media vom Freitzeitpark Löschen für weitere Infos!

Vormerken: Das 90er- & 2000er-Open-Air

Abfeiern an der Kartbahn? Das geht am 2. Juli, wenn Löschen vom 90er- und 2000er-Fieber erfasst wird. Schnapp‘ dir deine Freunde und auf zum Open-Air! Dich erwarten mehrere DJs, Konfetti, Pyro- und CO2-Effekte, eine Food-Oase und vieles mehr.

Zum Facebook-Event

Freizeitpark Löschen
Löschener Dorfstraße 33
03116 Drebkau
Mi, Do, Fr: 10-18 Uhr
Sa: 10-20 Uhr, So: 10-19 Uhr
Facebook: /freizeitparkloeschen
Instagram: @kartbahn_loeschen
www.gokart-cottbus.de 

Interviews 637

Ausflippen,Lachen&Weinen

Während unseres Interviews mit Swiss ist der Frontmann von „Swiss und die Andern“ gerade in Hamburg unterwegs. Sein Ziel: Kein Gig, keine Aufnahme, sondern das Rap-Konzert von SDP in der Barclaycard-Arena. „Rapper ist man ein Leben lang“, sagt Swiss, der aktuell an seiner neuen Rap-Platte „Jung, arm & traurig“ arbeitet. Zum Laut Gegen Nazis Campus Open-Air bringt er neben Ferris seine „Andern“ mit – eine Truppe, die man irgendwo zwischen Rap, Punk und Pogo einzuordnen vermag. Wie wir im Interview erfahren werden, gibt Swiss aber nicht viel auf Genreschubladen – stattdessen geht es ihm um Energie, Lachen und Weinen …

Kannst du dich noch an deinen ersten Kontakt mit Rap erinnern?

Lange her, da war ich so 13 bis 14 Jahre alt und hab‘ zum Beispiel Biggie gehört. So richtig angefixt von der Rap-Geschichte hat mich Eminem. Und dann etwas später – und das hätte ich früher nie zugegeben – die Hamburger Szene rund um Bamboole und Beginner.

Mit den Andern bist du als Punkband unterwegs. Was machen Rap und Punk für dich aus, dass du dein Leben dieser Musik schenkst?

Ich finde, es ist so viel mehr als Rap und Punk. Am Ende geht es bei Musik um Energie – und mir ist es egal, welches Etikett man drauf packt. Letztes Jahr hab‘ ich auch mal eine Schlagerplatte gemacht. Weißt du, solang der Vibe gut ist, die Inhalte stimmen und es sich für mich richtig anfühlt, kommt es nicht darauf an, wie man es nennt.

Wie würdest du diese Energie beschreiben, die vor dir und eurer Bühne passiert?

Eine Show von uns sollte man sich auf jeden Fall mal gegeben haben. Ich kenne nichts Vergleichbares. Das Publikum macht wahnsinnig viel Action, das Energielevel ist hoch. Die Leute flippen auf eine Art aus, die man so selten erlebt!

Ihr habt schon einmal Musik von Ton Steine Scherben gecovert. Was überzeugt dich bei dieser Band?

Ton Steine Scherben sind Helden meiner Kindheit und Jugend. Rio Reiser ist für mich bis heute einer der allergrößten Poeten, die wir in der deutschen Musik haben. Gewisse Songs rühren mich zu Tränen. Auch in der Art und Weise wie ich schreibe, hat mich diese Band beeinflusst.

Habt ihr euch schon mal kennengelernt?

Rio Reiser ist leider tot, aber tatsächlich habe ich mal in einem Video von der Neuauflage von Ton Steine Scherben mitgespielt.

Ton Steine Scherben spielt auch beim Laut Gegen Nazis. Freust du dich auf eure Zusammenkunft?

Ja voll, auf jeden Fall! Davon abgesehen finde ich diese Art von Event auch einfach cool. Das Konzert wird das Scheinwerferlicht auf die alternative Szene in Cottbus richten, und ich bin überzeugt, dass das Bombe wird.

Du hast bereits mit zahlreichen Künstlern zusammen Lieder aufgenommen. Welche Featurings stehen auf deiner Bucket List?

Auf meiner neuen Rap-Platte habe ich tatsächlich mit einem Künstler zusammengearbeitet, der auf meiner Bucket List stand. Ich will aber nicht spoilern, wer. Was ich sagen kann: Er ist super kreativ und die Arbeit mit ihm ist definitiv eine Herausforderung. Für ihn musste ich auf jeden Fall auf Höchstlevel abliefern – und genau sowas reizt mich immer, wenn ich mit jemandem zusammen aufnehme.

Du bist nun von Juni bis zum Jahresende fast ununterbrochen unterwegs. Gibt es einen Ort, der für dich Heimat bedeutet?

Das ist Hamburg. Hamburg war und ist immer mein Zuhause und wird es immer sein. Am liebsten mag ich es, mit meinem Hund an der Elbe zu spazieren. Seit ich klein bin, finde ich dort immer wieder spezielle Momente. Auf Tour sind wir im Nightliner zuhause, was aber geil ist, da man so ein gewisses Klassenfahrt-Feeling hat.

In jeder größeren Stadt gibt es Sippschaften, also Fanclubs von euch. Weißt du von einer Sippschaft in Cottbus?

Nein, tatsächlich nicht. Wir haben schon viel im Osten gespielt – in Jena, Erfurt, Schwedt, Frankfurt zum Beispiel und viele Dorffestivals. Aber in Cottbus noch nie. Ich bin sehr darauf gespannt, wie es in Cottbus wird. Es ist immer etwas Besonderes, zum ersten Mal in einer Stadt aufzutreten, weil viele gar nicht wissen, was sie erwartet. Ich freue mich auf den Moment, wenn die Leute zum ersten Mal unsere Live-Energie spüren!

Falls es hier Fans gibt, wie können die ihre Freunde am besten überzeugen, zu eurem Gig zu kommen?

Die können ihren Freunden einfach ein paar Live-Gig-Videos zeigen. Ich glaube, wenn du auf Abriss, Action, Pogo und Moshpit stehst, dann ist das das Richtige für dich. Wir haben aber auch viele Momente, in denen Leute traurig sind und weinen. Mir ist immer wichtig am Ende eines Konzerts, dass die Leute ausgeflippt sind, gelacht und geweint haben. Das ist unser Anspruch.

Mehr Infos zum Laut Gegen Nazis Campus Open-Air

Gastronomie 333

Getränkeeinkauf?M&W!

Was für Getränke nimmst du zum Festival mit? Bier, Gin, Wodka, Club Cola, Säfte, Wasser – jegliche Getränkewünsche kannst du dir bei M&W Getränke erfüllen. Dieser Getränkemarkt überzeugt mit einem riesigen Sortiment bei bodenständigen Preisen. An seinen Standorten in Cottbus, Finsterwalde, Lübbenau und Vetschau erwarten dich zudem wechselnde Monatsbiere. Im Juli gibt's Bitburger, Landskron und Benediktiner zum Sparpreis, im August sind Feldschlösschen, König Pilsener und Saalfelder reduziert.

Zuhause in:

Cottbus, Schmellwitzer Weg 23
Finsterwalde, Cottbuser Straße 17
Lübbenau, Straße des Friedens 35
Vetschau, Schlossstraße 17

www.m-w-getraenke.de 

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Events 326

SommerfeelingdirektamSee

Die Alternative für alle, die (auch ohne Festival) Open-Air-Feeling genießen wollen.

Deine Adresse für die sommerliche Auszeit direkt am Wasser! Auf der Terrasse vom Café am See Laasow sonnen sich bis zu 50 Gäste. Außerdem gibt es rundherum noch jede Menge weitere Sitzgelegenheiten. Das Einzigartige dieses Cafés: Du blickst direkt auf den Gräbendorfer See. Wenn du Lust hast, kannst du von der Terrasse direkt ins kühle Nass und brauchst nicht mal eine Minute für den Weg.

Bier, Burger und mehr

Im Angebot des Cafés sind Kaffee, Kuchen und Eis sowie die klassischen kühlen Getränke – darunter auch Bier vom Fass. Auch für Liebhaber des Herzhaften wird mit Bratwust, Bockwurst, Steaks und Burgern Leckeres geboten.

Tipp: Grillen und Chillen auf dem Eventfloß

Ein Highlight am Gräbendorfer See: das Eventfloß für bis zu zwölf Personen! Direkt am Cafe ausleihbar, eignet es sich perfekt für eine Grillparty mitsamt Musik und Drinks auf dem See. Das Floß kann am Wochenende tageweise, halbtags oder ab drei Stunden Dauer genutzt werden. Unter der Woche sind auch ein bis zwei Stunden möglich. Ideal für ein besonderes Grill- und Chillerlebnis nach Feierabend, im Urlaub oder in den Ferien!

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Events 313

DasLauter-Fanvoting:HardTechnoundAcidTekno

Diesmal mit Hard Techno und Acid Tekno! Welcher Musiker hat die größte Fangemeinde in der Lausitz? In jeder lauter-Ausgabe nehmen wir uns ein Musikgenre vor und lassen dich für deinen Liebling abstimmen. Mit dabei sind diesmal vier Lausitzer Musiker aus Hard Techno und Acid Tekno. Sie überzeugen allesamt mit einer Menge Talent. Doch wer die meisten Probs bekommt, liegt in deiner Hand! Gib deine Stimme ab auf unserer Instagram-Seite. Der Sieger erhält ein Interview mit uns in der kommenden Ausgabe vom lauter-Magazin.

Voting-Start: 30.06.22 | Ende: 07.07.22
Instagram: @lauter.de

Update: Wir gratulieren Nysmus zum Sieg – hier das Sieger-Interview!

Meraki

Chris aka. Meraki legte mit seiner DJ-Karriere einen Traumstart hin. Los ging's im Sommer 2021 auf einem illegalen Rave, worauf bis heute schon Gigs in Dresden und Leipzig sowie im Faulen August (RIP) und Chekov Cottbus folgten. Der 22-Jährige kombiniert verschiedene Richtungen wie Techno und Hardtrance zu einem unverwechselbaren Gesamtbild. Auf Soundcloud kann man sich von seinem Gebretter selbst überzeugen.

Insta: meraki.techno
Soundcloud: meraki_technoo

Gl3is9-3/4

Nico aka. Gl3is9-3/4 kommt aus Forst und gehört zur jungen Crew des Overtribe Soundsystems. Ihr „Boxen-Baby“ verlangte danach, bespielt zu werden – unter anderem deshalb fing Nico an, sich mit Hard Techno zu beschäftigen. Für den 20-Jährigen geht's im Sommer für ein Jahr nach China, wo er auch andere Soundsysteme musikalisch versorgen möchte.

Insta: nico_weise_49
Soundcloud: nico_weise_1 (Gl3is9-3/4)

Nysmus

Luca ist aus der neu aufstrebenden Cottbuser Hard Techno Szene nicht mehr wegzudenken. Seit dem Jahreswechsel 2020/21 macht er sich als „Nysmus“ einen Namen, der für harte Kicks, dunkle Atmosphären und steigende BPM steht. Aus dem Hauptquartier von DKS (Die Kellersekte) heraus spielte er sich bisher hinter das Pult vom Chekov Cottbus und dem Stuss am Fluss Festival.

Insta: nysmus_
Soundcloud: nysmus

LD_0

Wer auf Madness im Viervierteltakt steht, kommt an Ludwig aka. LD_0 nicht vorbei. Der 23-jährige Cottbuser hat den wohl größten Output innerhalb der Lausitzer Technoszene. Seit vergangenem Jahr haut er einen Track nach dem anderen raus – allesamt kreativ, düster und schiebend. Zu hören gibt's diese auf Partys in Cottbus, Berlin und Dresden sowie auf Soundcloud.

Instagram: ld_0techno
Soundcloud: ld_0 (zero)

Foto: serazetdinov, istock

Interviews 667

ÜberEhrgeiz,VibesundYungsein

Ein Jungspund zu sein, bedeutet für Erik, aufgeweckt, offen und neugierig zu bleiben. Der Cottbuser ist nicht irgendeiner, sondern der selbsternannte Yungspund aus der Lausitzer Drum'and'Bass-Szene. Mit 16 Jahren begann er das Produzieren eigener Tracks. Mittlerweile, innerhalb von sechs Jahren, schaffte er es schon hinter die Turntables der bedeutsamsten regionalen Clubs und Festivals. Im Interview mit dem Sieger des vergangenen lauter-Fanvotings erfuhren wir, wie damals alles anfing und welcher seiner Tracks bei ihm ununterbrochen Emotionen hervorruft.

Du hast schon mit 16 Jahren mit dem Produzieren angefangen. Wer oder was hat dich dazu inspiriert?

Ich habe damals in einem YouTube-Video einen Beat gehört, der mich voll gecatched hat und habe ihn einem Klassenkameraden gezeigt. Der meinte da nur: „Hö? Der is‘ ja langweilig, sowas mach ich dir in 5 Minuten selbst am PC!“ Das hat mich getriggert, weil er meinen Ohrwurm schlechtgemacht hat. Ab da an hatte ich aber die ganze Zeit im Kopf, dass ich es selbst mal probieren könnte, einen Beat zu bauen – einfach um zu wissen, ob es wirklich so leicht wäre. Und nö, das wars nicht. Aber es hatte meinen Ehrgeiz geweckt.

Welche Rolle spielen die BPM bei Drum'and'Bass und welcher BPM-Bereich ist für dich der liebste?

In meinen Sets steigere ich mich meistens im Stil und teilweise auch in den BPM, um eine gewisse Spannung aufzubauen und beizubehalten. Jedoch mache ich da keine großen Sprünge. Ich beweg‘ mich so zwischen 172 und 176 Beats pro Minute.

Wer sind deine größten musikalischen Vorbilder?

Dazu muss ich sagen, dass ich darauf keine klare Antwort habe, denn ich lasse mich immer wieder auf neue Sachen ein und versuche auch nicht in eine spezielle Richtung zu gehen. Somit habe ich keine festen Vorbilder. Ein paar bekannte Künstler die ich feiere, sind zum Beispiel Gydra, Phibes, Enei, Wilkinson, Metrik ...

Welcher deiner Tracks ist dein persönlicher Favourite und warum?

Mein Favourite ist der „Walking On The Moon“-Remix. Der Grund dafür ist, dass er mir echt leicht von der Hand ging und einen einzigartigen Vibe mit sich gebracht hat, der auch heute noch hochkommt, wenn ich ihn seit Langem mal wieder höre. Ich hab‘ das Original mal zufällig im Radio gehört und direkt einen Ohrwurm bekommen. Da dachte ich mir, dass ich den alten Song ja aufpeppen kann und es hat irgendwie funktioniert.

Wann können wir wieder einen neuen Track von dir hören?

Zurzeit habe ich zwei Tracks in Bearbeitung, aber noch keinen Abschluss dafür gefunden. Mein Plan ist, sie diesen Sommer zu releasen.

Was ist dein Lieblingsort in deiner Heimatstadt Cottbus und warum?

Auch wenn ich nicht so oft da bin, würde ich das Chekov bzw. das Strombad zu einem meiner Lieblingsorte zählen. Dort kann man kreativ werden, man hat die Spree, gute Musik und kann besonders im Sommer das Wetter genießen.

Was macht das Yungspund-Sein für dich noch heute aus?

Verändert hat sich eigentlich nicht so viel. Es gibt mir immer noch die Möglichkeit, meine Vibes mit Leuten zu teilen und mich auszudrücken. Das hält mich irgendwie frisch, auch wenn die Zeit rennt.

Wir danken für das Interview.

Instagram: yungspundofficial
Soundcloud: Yungspund
YouTube: Yungspund

Demokratie 275

OberbürgermeisterwahlinCottbus

Termine der Cottbuser Oberbürgermeisterwahl:
Hauptwahl: 11.09.2022 | Stichwahl: 25.09.2022
Foto: Jan Gloßmann

Cottbus ist der große Gewinner des Strukturwandels. Circa 4 Milliarden Euro fließen allein in diese Stadt, Tausende neue Arbeitsplätze entstehen. Europas modernstes Bahnwerk, der Lausitz Science Park und die Universitätsmedizin am Carl-Thiem-Klinikum sind die Leuchttürme, aber trotzdem nur einige Beispiele für das Wachstum der Stadt. Es entsteht ein Zukunftsprojekt nach dem anderen. Um daraus das maximale Potenzial zu holen und diese Projekte zu begleiten, braucht die Stadt eine fähige, konstruktive und demokratische Stadtspitze. Genau hier steht am 11. September ein Wechsel bevor, denn an diesem Sonntag finden die Oberbürgermeisterwahlen statt. Holger Kelch wird abadanken und den Weg für einen neuen OB frei machen.
Zum Stand Anfang Juni werden sich fünf Kandidaten zur Wahl stellen:

Kandidaten zur OB-Wahl Cottbus

  • Tobias Schick (SPD)
  • Felix Sicker (FDP)
  • Thomas Bergner (CDU)
  • Johann Staudinger (unabhängig)
  • Sven Benken (Unser Cottbus)
  • Lars Schieske (AfD)

Der Wahlgewinner steigt genau zu einer Zeit ein, die für Cottbus als Mittelpunkt der sich dynamisch wandelnden Lausitz nicht entscheidender sein könnte. Von den vielen Projekten und Ansiedlungen profitiert nicht die Stadt allein. Sie fungiert eben als Zentrum einer ehemaligen Kohleregion, die sich zu einer europäischen Modellregion für Wachstum und Klimaschutz will.

Plädoyer der lauter.de-Redaktion

Mit „Klimaschutz“ haben wir das erste Stichwort, das einen der Kandidaten unwählbar macht. Die AfD positioniert sich als einzige etablierte Partei gegen den gesellschaftlichen Konsens des menschengemachten Klimawandels. Ginge es nach ihr, würden wir bis 2050 weiter Kohle abbauen – hätten aber danach keine Kohle mehr in der Tasche, denn eine positive Strukturentwicklung und Zukunftsperspektiven wären hochgradig gefährdet. Die AfD ist eine Partei, mit der die Parteienlandschaft flächendeckend die Zusammenarbeit ablehnt. Der künftige Cottbuser OB wird mit allen möglichen Ebenen zusammenarbeiten müssen, um den Strukturwandel voranzubringen: mit den Landkreisen, mit den Entwicklungsgesellschaften, mit der Landes- und Bundesebene und der EU. Würde nun die AfD den Oberbürgermeisterposten erlangen, stünde hinter der Entwicklung der Stadt Cottbus ein großes Fragezeichen. Auch würde ein AfD-Cottbus weitere Investoren abschrecken. Kaum noch erwähnen müssen wir, dass viele AfD-Funktionäre rechtsradikale und ausländerfeindliche Gesinnungen haben – allein das macht die AfD schon unwählbar. Klar ist: Wer sein Kreuz der AfD gibt, der setzt sich gegen eine lebenswerte Heimat ein. Und wer das in Kauf nimmt, der sollte sich fragen, warum er oder sie überhaupt an einer OB-Wahl teilnimmt – denn offensichtlich hat der- oder diejenige das Leben vor der Haustür an sich schon abgewählt.

Statistik

Die AfD war in den letzten 4 Jahren in Cottbus und Spree-Neiße stark, dennoch konnte die SPD zur Bundestagswahl 2021 ein Siegeszeichen pro Demokratie setzen. Bei sechs Kandidaten kann die Cottbuser OB-Wahl ein knappes Rennen werden – umso wichtiger, dass alle Wahlberechtigten ihre Chance zur Mitgestaltung nutzen. Spätestens bei einer Stichwahl sind dann alle gefordert!

Deine Stimme für die Lausitz

Das Signal bei der Oberbürgermeisterwahl muss ungeachtet des Siegers ganz klar sein: Cottbus will einen positiven Wandel für sich und die gesamte Lausitz – und das mit einer konstruktiven, begeisternden und demokratischen Spitze.

Demokratie 400

Ostluststatt-frust

Unser zehnseitiges Spezial rund um die strukturellen Probleme des Ostens – und seine großen Hoffnungen, zu einer Region des Aufschwungs zu werden. Foto: istock, LianeM

Nach über 30 Jahren Wiedervereinigung sieht der ein oder andere die Unterscheidung in „Ossi“ und „Wessi“ als überholt an. Tatsächlich sind die Unterschiede aber immer noch spürbar und gerade aus der Sicht der jüngeren Generation gleicht es manchmal dem Vergleich von Frankfurt und Frankfurt. Wenn man es auf ernüchternde Tatsachen begrenzt: In den neuen Bundesländern leben heute genauso viele Menschen wie 1905 und im Westen hat sich die Bevölkerungszahl dagegen verdoppelt. Auch streuen mediale Berichte immer wieder Salz in die Wunde.

Wurde der Osten wirklich abgehängt?

Wir zeigen, warum der „Ostfrust“ in unserem Titel gerechtfertigt ist – aber auch nicht trügen darf. Im Rahmen der Strukturentwicklung kommt es gerade zur Kehrtwende und die Lausitz entwickelt sich zu einer Modellregion für ein klimafreundliches und zukunftsfähiges Europa mit reichlich Perspektiven.

Zum Start des Spezials machen wir dir zunächst die Ausmaße des Begriffes „Ostfrust“ deutlich, die tiefe historische Wurzeln haben, durch gesellschaftliche Umbrüche immer größere Dimensionen erreichten und bis heute präsent sind. Mithilfe von zwei Händen voll Lausitzer Projekten zeigen wir dir anschließend, wie wir das Rennen aus dem Windschatten doch noch gewinnen werden und machen klar, warum wir in nicht weniger als einer Boomregion leben.

Inhaltsverzeichnis:

Der Ostfrust – siehe unten

Strukturwandel alt und neu

Boom statt Doom der Lausitz

Weichen für die Zukunft stellen

Lausitzer Herzen schlagen höher

Tolle Aussicht statt Sehnsucht

Der Ostfrust

Wirtschaftswunder vs. Bauernstaat

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg mit Deutschlands bedingungsloser Kapitulation und durch die Aufteilung der Siegermächte ging es getrennte Wege. Doch während schon in den 1950ern der VW Käfer zum Symbol des industriellen Erstarkens der BRD wurde, schien der DDR Ähnliches nicht zu gelingen. Und das obwohl Wirtschaftshistoriker:innen ihr sogar einen Vorteil im Bereich Industriedichte, Humankapital und Infrastruktur zuschrieben.

Stattdessen schnappte sich die Sowjetunion alles was nicht niet- und nagelfest ist, um ihre Kriegsschäden zu kompensieren. Zwar wurden im Westen auch 700 Betriebe abgebaut, im Osten jedoch etwa 2.000 bis 3.000. Selbst die Hälfte des Schienennetzes wurde demontiert. Die westlichen Besatzungsmächte erkannten dagegen die Wichtigkeit Deutschlands für die europäische Wirtschaft und unterstützten einen Wiederaufbau sogar mit eigenen Ressourcen. Währenddessen war die DDR gezwungen, sich vom Weltmarkt abzuschotten und unter der Planwirtschaft wurden Betriebe enteignet.

S. 3 Nettoimmobilienvermögen

Wende und Kolonialisierung des Ostens

Kolonialisierung – ein Begriff für den man eigentlich in die Zeit der Entdeckung Amerikas zurückspringen müsste – soll etwas mit der Wende zu tun haben? Laut Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung: ja!

Durch den Systemwechsel von der ehemaligen Zentralverwaltungswirtschaft zur sozialen Marktwirtschaft, der nach der Wende in der DDR stattfand, wurden die ehemals enteigneten Betriebe wieder ans Volk verkauft. Jedoch hatte in Ostdeutschland kaum ein Bürger Vermögen und deswegen konnten auch nur 5 % der Betriebe auch wieder an Ostdeutsche verkauft werden. Der Rest ging an Westdeutschland oder ins Ausland. So gehören auch zwei Drittel der Fläche von Ostdeutschen Großstädten mittlerweile dem Westen und somit auch ein Großteil unseres Wohnraums.

Demokratie 297

Strukturwandelaltundneu

Strukturwandel – alt

Das war es aber mit der Wende noch nicht, denn neben diesem immensen Besitzwechsel musste der ehemalige Bauernstaat nun auch 50 Jahre industrielle Entwicklung im Zeitraffer nachholen. Rund 50 % der Ostdeutschen arbeiteten 1989 noch in der Industrie, zwei Jahre später nur halb so viele. Auf dem Weg zur Dienstleistungsgesellschaft nahm man den Wegbruch ganzer Industrien und explodierende Arbeitslosenzahlen in Kauf, selbst heute hat man weniger Stellen als früher. Heißt aber nicht, dass man von nun an innovativ im Bereich von Forschung und Entwicklung tätig war, nach dem Ausverkauf durch die Unternehmen des Westens verlagerten diese nämlich nun ihre Produktion in den Osten.

Strukturwandel – neu

Selbst heute erlebt die Lausitz eine „neue“ Kehrtwende, weg von der Braunkohle, hin zu mehr Klimafreundlichkeit. Bis 2038 bleibt Zeit, um die Energiequelle, wegfallende Arbeitsplätze und verknüpfte Industrie zu ersetzen, ohne die Struktur der Region zu schwächen. Wäre da nicht …

Fehlende Präsenz

… „Idealerweise“ doch 2030 – ein Statement der Ampel-Koalition zum Kohleausstieg, welches in strukturschwachen Strukturwandelregionen viel bewirkt und zwar nichts Gutes. Einen langwierigen Prozess einfach mal um acht Jahre vorzuziehen, was das anrichten kann, ist Scholz, Baerbock, Lindner und Co. vielleicht noch nicht ganz bewusst. Von ihnen stammt aber auch keiner aus dem Osten. Im gesamten Kabinett sind nur zwei Personen im Osten verwurzelt, wobei allerdings eine schon seit 27 Jahren in Berlin lebt und die weitere aus Potsdam kommt, was schon weit von den Situationen der ländlichen Regionen entfernt ist.

Dies verdeutlicht ein weiteres Problem: Der Osten ist deutlich zu unterrepräsentiert. In Wirtschaft, Kultur, Politik, Verwaltung oder Militär werden nur 2 % der Führungspositionen durch Ostdeutsche besetzt, kein einziges der DAX30-Unternehmen hat seinen Stammsitz in Ostdeutschland, populäre Medien (ZDF, der Deutschlandfunk, die Mediengruppen RTL, ProSiebenSat.1 …) sind meist West-Produkte und 2018 ergab eine Zählung, dass auch unter den Top 50 Instagram-Influencern alle Wessis sind – eine deutliche Nachricht an die jüngere Generation.

Ostfrust in 27 Minuten erklärt Ostfrust in 27 Minuten erklärt – vom YouTuber „Der dunkle Parabelritter“

Fazit

Ja, wie in der Schule wollen wir alles nochmal zusammenfassen, auch damit jeder, dem das zu viel zum Lesen ist, doch noch etwas mitnehmen kann.

Trotz Wiedervereinigung darf man die Unterschiede zwischen Ost und West nicht vergessen. Sie sind tief verwurzelt und spiegeln sich dann letztendlich im unterschiedlichen Lohnniveau (Westen 1.000 € höher) oder demographischen Entwicklung (Osten so viele Einwohner, wie 1905 – der Westen dagegen doppelt so viele) wider und gerade diese schlägt weiterhin erbarmungslos zu. Der Osten wird immer älter und wenn junge Menschen erfahren, dass bis vor Kurzem jedes der neuen Bundesländer hinter dem einkommensschwächsten des Westens (dem Saarland) lag, sieht man dort höhere Chancen und der Osten verliert weitere kluge Köpfe.

Demokratie 287

BoomstattDoomderLausitz

Das Ufer des Bergheider Sees in Lichterfeld steht sinnbildlich für den Lausitzer Wandel. Im Hintergrund thront die stillgelegte Abräumförderbrücke F 60, heute touristisches Ausflugsziel. Auf dem Wasser zieht das schwimmende Hightech-Haus vom Forschungsverbund Autartec ebenso viele Blicke auf sich. Foto: Andreas Franke Fotografie

Bisher haben wir noch nicht viel von der Ostlust vermitteln können und gerade die Lausitz kennt man wohl eher als altbackene Kohleregion. Oder durch den Energie Cottbus, der mal als Bundesligist gegen Bayern München gewann und sogar Angela Merkel zum Ehrenmitglied hatte, jetzt aber in fußballerischer Bedeutungslosigkeit versinkt. Doch die Situation scheint sich zu ändern.

Spannendste Region Europas

Eine der wichtigsten Aufgaben unserer Generation ist die Beantwortung der Klimafrage. Besonders in der fossil geprägten Lausitz besteht nun ein besonderer Transformationsdruck. Daraus bietet sich aber immer mehr die Chance, zu nicht weniger als einer Modellregion für Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Wachstum zu werden. Die Tesla-Ansiedlung in Grünheide hat der Region bereits ein „Gütesiegel“ verliehen, zahlreiche weitere Unternehmen haben nachgelegt.

Money, Money, Money

Eine rosige Zukunft kann dir jedermann weiß machen, wir lassen lieber Zahlen sprechen. Satte 17,2 Milliarden Euro Strukturstärkungsmittel fließen in die Lausitz. Auch die Nähe zur Metropole Berlin zahlt sich aus, mit dem Vorteil, dass hier noch genügend Flächen vorhanden sind. Dafür werden schon jetzt Tausende Hektar Gewerbefläche an allen möglichen Standorten entwickelt. Wir stellen dir die wichtigsten Leuchtturm-Projekte vor.

Demokratie 454

WeichenfürdieZukunftstellen

Zwei neue Instandhaltungshallen entstehen bis 2026 in Cottbus, in welchen ICE-Züge in voller Länge gewartet werden können. Foto: Deutsche Bahn AG, Oliver Lang

Im Mai ist er erfolgt – der Spatenstich zur ersten Halle von Europas modernstem Bahnwerk mitten in Cottbus. 1.200 neue Arbeitsplätze sollen hier in allen Qualifikationsstufen geschaffen werden. Der Personalhochlauf beginnt jetzt und wird im Jahr 2023 weiter hochgefahren. Das ICE-Instandhaltungswerk soll nach Angaben der Bahn auch Nummer Eins in Sachen Klimafreundlichkeit sein, womit es perfekt zum Hauptbahnhof passt, der ausschließlich durch Ökostrom betrieben wird. Vor zwei Jahren und mit 30 Millionen Euro wurde dieser modernisiert und schnappte sich als Krönchen 2021 die Auszeichnung zum Bahnhof des Jahres. Vom Bahnhofsberg aus bietet sich mittlerweile also der Blick auf ein Megaprojekt und wichtigen Motor der Region.

Aus ein mach zwei

Nicht nur auf ein Instandhaltungswerk, sondern auch auf die dazu passenden Zugstrecken darf sich die Lausitz freuen. Insgesamt 2,24 Mrd. Euro soll in Schienenprojekte fließen. Das zweite Gleis zwischen Cottbus-Lübbenau und eine stärkere Anbindung an die Millionenmetropole Berlin – die zukünftig per ICE in nur 45min von Cottbus aus erreichbar sein soll – alles infrastrukturelle Baumaßnahmen mit direkten Vorteilen für Pendler und zur Schaffung weiteren Entwicklungspotenzials für die Lausitz. Mehr Informationen unter:

www.db-neues-werk-cottbus.com 

Demokratie 283

LausitzerHerzenschlagenhöher

Blick auf die BASF-Baustelle: Hier entstehen ein Kathodenmaterialwerk und eine Recycling-Pilotanlage für Elektroauto-Batterien. Foto: BASF

Luftfahrt unter Strom

Vom Schienenverkehr heben wir ab in die Lüfte – denn rund ums Fliegen bietet die Lausitz international einzigartige Forschungsschwerpunkte. Nur ein interessantes Projekt ist da der Bau eines Hybrid-Triebwerkes für die Luftfahrt vom BTU-Lehrstuhl Leistungselektronik und Antriebssysteme. Hier soll in Zusammenarbeit mit Rolls-Royce bis Ende 2023 ein hybrid-elektrischer Flugdemonstrator entstehen, der Erkenntnisse für eine weniger kerosinlastige Luftfahrt liefern soll. Weitere neue Forschergruppen wie z.B. das DLR-Institut für hybridelektrisches Fliegen befinden sich gerade im Aufschwung und starten auf der gleichen Bahn.

Energiegeladen – wortwörtlich

Elektrisiert geht's schon heute auf die Straße. Teslas Ansiedlung in Grünheide hat hohe Wellen geschlagen. Von dem Örtchen hatten viele vielleicht noch nichts gehört und in der Lausitz liegt er ebenfalls nicht, weckt aber trotzdem Erwartungen? Tatsächlich, denn als Unternehmen mit internationaler Ausstrahlung verleiht ein Standort in Brandenburg quasi ein „Gütesiegel“, dass die Attraktivität für weitere Investoren deutlich steigert. Immerhin hätte sich Elon Musk auch jede andere Region in Europa für sein europäisches Werk aussuchen können. Greta Thunberg likes that!

Globalisierung wird regional

Die Ansiedlung von Tesla hatte eine Investitionswelle im Bereich der Batterieproduktion zur Folge. Mit BASF haben wir schon seit Jahren in Schwarzheide einen Profi auf diesem Gebiet. Genau dieser Standort konnte sich 2020 in einem konzerninternen Wettbewerb durchsetzen und erhält eine Millionen-Investition für eine Batterieteile-Fertigung. Dazu kommen neue Ansiedlungen von Rock Tech Lithium in Guben, Altech Industries im Industriepark Schwarze Pumpe und Microvast in Ludwigsfelde, sodass von der Rohstoffaufbereitung des Lithiums bis zur Wiederaufbereitung alles in der Lausitz verortet ist. Das ist einzigartig in Deutschland! Mit der Elektromobilität kann hier also auch ein ganz neues Kapitel der Nachhaltigkeit geschrieben werden.

Das Herz der Lausitz

Brandenburgweit einzigartig wird das nächste Leuchtturmprojekt sein. Laut eigenen Angaben ist das Carl-Thiem-Klinikum mit 3.000 Mitarbeitern und Auszubildenden der größte Arbeitgeber in Cottbus und behandelt mit jährlich 100.000 Patienten etwa genauso viele Leute, wie die Stadt Einwohner hat. Und auch das nebenan liegende Sana-Herzzentrum wurde 2021 zum zweiten Jahr in Folge vom F.A.Z.-Institut zur Nummer Eins der Herzchirurgie gewählt. Im Bereich Gesundheit kann man sich also schon heute auf regionales Know-how verlassen. Was liegt da näher, als dieses künftig auszubauen? Tatsächlich: Das CTK soll ein Universitätsklinikum werden, ein digitales Lehrkrankenhaus, welches die nächste Generation von Lebensrettern im Kittel ausbildet. Bis 2029 entstehen damit bis zu 4.000 neue Arbeitsplätze und ein Campus für 1.800 Studierende. Schon 2024 soll ein Zentrum für Medizintechnologie den Betrieb aufnehmen, wo sich von Start-ups bis zu überregionalen Unternehmen auf 1.200 Quadratmetern neue Büros und Labore ansiedeln. Doch nicht nur hier, der iCampus von Fraunhofer, das Lausitzer Zentrum für künstliche Intelligenz, der BioTec-Health Campus Senftenberg der BTU – Bund und Land investieren deutlich mehr als eine Milliarde Euro in die Forschung der Bereich Medizin- und Biotechnologie, was uns näher zum Status „Modellregion Gesundheit Lausitz“ bringt.

Hoch hinaus – mit und in der Lausitz

Womit wir beim Studieren wären. Wenn’s um die Studienentscheidung geht, denken die meisten erstmal an große Namen wie Berlin, Hamburg und München. In dem Alter klingt die Großstadt verlockend, doch mit der BTU Cottbus-Senftenberg und der Hochschule Zittau-Görlitz gibt es regional zwei, wortwörtlich, näherliegende Optionen. Das beweist auch eine Analyse der Bewertungen von studycheck.de – fürs qualitative Studieren muss man sich nicht die horrenden Preise der Metropolen antun. Mit dem Medizinstudium oder immer wieder neu entstehenden Fachrichtungen wie dem erwähnten Hybridelektrischen Fliegen wird auch die Auswahl an Studienfächern attraktiver.

Der unbekannte Forschungsriese

Für einen weiteren Leuchtturm der Strukturentwicklung läuft aktuell das Auswahlverfahren: das Großforschungszentrum auf sächsischer Seite. Der Bund greift dafür tief in den Geldbeutel: Für die Aufbauphase sind 1,2 Milliarden Euro vorgesehen, anschließend eine langfristige Förderung von 170 Millionen Euro jährlich. In einem Auswahlverfahren wird derzeit ermittelt, ob es ein Forschungszentrum für Astrophysik, nachhaltige Architektur oder Weltraumressourcennutzung wird.